„Dann haben sie zugehört“: FC hatte ein „Sender-Empfänger-Problem“

Eric Martel und der FC in Bremen. (Foto: IMAGO / STEINSIEK.CH)
Eric Martel und der FC in Bremen. (Foto: IMAGO / STEINSIEK.CH)

Welche Erklärungen findet der 1. FC Köln für die außerordentlich schlechte erste Halbzeit beim SV Werder Bremen? Eine solche Leistung hat man lange nicht gesehen.

Drei zu neun Torschüsse, 42 zu 58 Prozent Zweikampfquote, nur eine einzige statistisch verzeichnete Flanke in den gegnerischen Strafraum: Die erste Halbzeit des 1. FC Köln bei Werder Bremen war das Schwächste, was man von den Geißböcken bislang in dieser Saison gesehen hat.

„Wir haben eine richtig schlechte erste Halbzeit gespielt“, gab Lukas Kwasniok nach der Partie am Samstag im Weserstadion zu. „Wir hatten ein Energie- und ein Zugriffsproblem, das wir in der zweiten Halbzeit revidieren konnten.“ Doch wie kam es zu diesen Problemen? Und wie sahen diese genau aus?

Spieler setzen Vorgaben nicht um

Kwasniok sprach zwar von einer „gespenstischen“ Atmosphäre wegen des erneuten Fan-Boykotts in den ersten zwölf Minuten der Partie. Doch das hatte für beide Mannschaften gegolten, noch eher sogar für Werder, weil die Bremer so zunächst auf die Heimspiel-Untersützung hatten verzichten müssen. Viel mehr war es ein Komplettversagen der FC-Elf auf dem Rasen.

„Wir haben gleich am Anfang drei, vier Duelle nicht so bestritten, wie du sie bestreiten musst, wenn du in der Bundesliga bestehen willst“, kritisierte Kwasniok. Was er dann aber anführte, überraschte: „Und dann hatten wir ein Sender-Empfänger-Problem. Der Trainer als Sender, die Mannschaft als Empfänger: Wir hatten Zugriffsprobleme. Die Jungs haben das nicht so gemacht, wie ich mir das vorgestellt habe.“

„Vogelwild“: Kwasniok erklärt Totalausfall

Kwasniok wollte da zwar „gar keinen Vorwurf“ an seine Spieler formulieren, er als Trainer, so der 44-Jährige, hätte einfach vorher besser kommunizieren müssen. Doch das war wohl nur die halbe Wahrheit. Denn denn sagte Kwasniok auch noch: „Die Jungs wollten, aber sie sind falsch angelaufen. Das war bitter. Das mussten wir in der Halbzeit korrigieren. Da haben sie dann auch zugehört und es umgesetzt.“

Hatten seine Spieler also doch vor der Partie nicht so gut zugehört und nicht das gemacht, was sie hätten machen sollen? Kwasniok bezeichnete das Spiel mit dem Ball auch als „vogelwild“, und so bleibt die Frage, wie dieser Totalausfall hatte zustande kommen können.

Personelle Wechsel fruchten nicht

Klar ist, dass der FC mit einer ungewohnten Formation spielte. Alessio Castro-Montes stand erstmals in der Startelf und wirkte komplett fehl am Platz. Der Neuzugang war ebenso überfordert wie Cenk Özkacar und Isak Johannesson. Das Trio fand überhaupt nicht statt, und wohl nur wegen der frühen Verletzung von Dominique Heintz blieb zumindest Cenk erspart, wie seine beiden Teamkollegen in der Pause ausgewechselt zu werden.

Aber auch die weiteren, teils durch Ausfälle erzwungenen Umstellungen fruchteten kaum. Sebastian Sebulonsen hatte in Hälfte eins praktisch keine Bindung zum Spiel, genauso wenig wie Jan Thielmann. Über die Kölner rechte Seite wurden laut WyScout genau zwei Prozent aller Kölner Angriffe an diesem Tag vorgetragen.

Erst nach der Pause besser

Erst mit der Hereinnahme von Tom Krauß und Kristoffer Lund wurde es besser. Auch wenn Lund beinahe erneut einen Gegentreffer verschuldet hätte, als er Romano Schmied völlig unbedrängt in den Fuß gespielt hatte. Die zweite Halbzeit war dann immerhin ein Gegenentwurf zur ersten Hälfte – Bremen verfiel in Passivität und der FC konnte dies am Ende noch zum Ausgleich nutzen. Doch die erste Hälfte wird beim 1. FC Köln wohl in der kommenden Woche noch einmal Gesprächsthema sein.

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