Der FC ist gewarnt: „Müssen einen außerordentlich guten Job machen“

FC-Trainer René Wagner und Sportchef Thomas Kessler. (Foto: Bucco)
FC-Trainer René Wagner und Sportchef Thomas Kessler. (Foto: Bucco)

Der VfL Wolfsburg ist das mahnende Beispiel für den 1. FC Köln, wie schwer es auch in der nächsten Saison wird. Umso besser muss die Arbeit von Sportchef Thomas Kessler sein.

Thomas Kessler kennt den 1. FC Köln so gut wie kaum ein Zweiter am Geißbockheim. Er hat die Irrungen und Wirrungen zahlreicher Sportchefs entweder als Spieler, als Auszubildender oder als Lizenzspieler-Leiter mitbekommen. Und er weiß: Die Arbeit des Sport-Geschäftsführers in einem Transfersommer entscheidet in der Regel über das Wohl und Wehe in der folgenden Saison.

Mitte Juli 2026 ist Kessler längst nicht in der Lage, irgendwelche Ziele für das neue Jahr auszugeben. Der Sportchef hat den Kader noch nicht ansatzweise beisammen. Es werden noch lange sechs Wochen, ehe am 1. September, zwei Tage nach dem ersten Bundesliga-Spieltag 2026/27, der Transfermarkt seine Fenster schließt.

Kessler: „Keine Ambitionslosigkeit“

„Natürlich impliziert unser Saisonziel den Klassenerhalt“, sagt Kessler zwar. Doch der 40-Jährige hat andere Ziele im Blick. „Mittelfristig wollen wir uns in der Bundesliga etablieren. Ich weiß, dass das nicht immer ganz so spannend ist, aber für den FC waren die letzten 20 Jahre ein Auf und Ab. Wir müssen den Club wieder so stabilisieren, dass wir anschließend Schritte nach vorne machen können.“

Das mag für manchen Fan wenig attraktiv und begeisternd klingen. Doch Kessler verweist in solchen Situationen immer wieder auf die Historie. Seit 2016 lauteten die Platzierungen: 5. und 18. in der Bundesliga, 1. in der 2. Liga, 14., 16., 7., 11. und 17. in der Bundesliga, dann wieder 1. in der 2. Liga und nun Platz 14. Konstanz? Fehlanzeige. Nachhaltigkeit? Fehlanzeige. Daher sagt Kessler: „Es hat nichts mit Ambitionslosigkeit zu tun, wir gehen im Gegenteil mit großer Demut an die Sache heran.“

Zwei vermeintlich kleine Teams steigen auf

Der VfL Wolfsburg ist das mahnende Beispiel, wie schnell es trotz großer Investitionen in der Bundesliga gehen kann. Der FC will sein Geld smart anlegen, in Soforthilfen einerseits, in lukrative Weiterverkaufs-Deals andererseits. Die Mischung muss stimmen. Es braucht ein funktionierendes Gerüst. Nur dann kann der FC bestehen. „Es wird wieder ein sehr schwieriges Jahr werden, und wir müssen einen außerordentlich guten Job machen, um weiter zu kommen als letzte Saison“, sagt Kessler.

Mit Paderborn und Elversberg steigen zwar zwei vermeintlich kleinere Vereine auf, die erste Anwärter auf die Abstiegsplätze sein werden. Doch es wäre nicht das erste Mal, dass sich solche Clubs überraschend gut zurechtfinden und den Abstieg anderen Mannschaften überlassen. Mit Schalke kommt ein anderer Typ Aufsteiger hoch, der sich halbwegs auf Augenhöhe mit dem FC wähnt. Darüber hinaus haben nur der HSV und Bremen ähnliche Bedingungen wie Köln. Der Rest steht wirtschaftlich schlagkräftiger da als die Geißböcke.

Langer Atem auf dem Transfermarkt

Kessler will mit René Wagner eine Wende in Köln herbeiführen. Mehr Vertrauen in die eigenen Leute, nicht ständig die nächste Idee von außen. „René genießt unser Vertrauen“, sagt Kessler. Viel Arbeit ist im Hintergrund in den letzten Wochen in die Kaderplanung geflossen. Das soll sich auszahlen. Mit Geduld und Ruhe, mit einem langen Atem, um die richtigen Leute zu holen. Dafür, dass der FC dann in der Saison den längsten Atem hat.

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