Nicht nur Talente: FC will auch mit kriselnden Stars Kasse machen

Thomas Kessler und René Wagner beim Testspiel gegen Rheinsüd. (Foto: Bucco)
Thomas Kessler und René Wagner beim Testspiel gegen Rheinsüd. (Foto: Bucco)

Der 1. FC Köln freut sich auf Reigan Heskey. Doch der Youngster von Manchester City soll nicht der einzig vielversprechende Transfer bleiben, der sich auch perspektivisch lohnt.

In den letzten Wochen jagte ein Gerücht das nächste: Manchester Uniteds Chido Obi, Tottenhams Mikey Moore, Inter Mailands Jamal Iddrissou und schließlich Manchester Citys Reigan Heskey. Der 1. FC Köln wird in diesem Transfersommer immer wieder mit Nachwuchsspielern aus den Kaderschmieden von Weltclubs in Verbindung gebracht. Am Ende kam mit Heskey tatsächlich ein international bekanntes Talent.

Keine Frage, die Geißböcke strecken ihre Fühler vermehrt nach Youngsters aus, suchen Spieler mit Entwicklungs- und damit auch Wertsteigerungspotenzial. Rav van den Berg im Sommer 2025, Jahmai Simpson-Pusey im Januar 2026, jetzt Heskey im Sommer 2026: Der FC versucht, mit solchen Spielern junge Soforthilfen zu verpflichten, die anschließend für viel Geld nach England zurückwechseln könnten.

Wagner gesteht: „Bin nicht froh, dass er weg ist“

Dies ist ein Teil der neuen Transferstrategie unter Sport-Geschäftsführer Thomas Kessler. Doch nicht nur Talente sollen dem FC in Zukunft die erhofften Transfergewinne einbringen. Das hat in diesem Sommer das Beispiel Jakub Kaminski gezeigt, und dies lässt auch René Wagner durchblicken. Denn offenbar halten die Kölner weiterhin auch gezielt nach anderorts kriselnden Stars die Ausschau, um sie wieder in die Spur zu bringen.

„Ich bin nicht froh, dass er weg ist“, sagte Wagner zuletzt über den zu Benfica Lissabon gewechselten Kaminski. „Am Ende freue ich mich aber für einen Spieler, der bei einem anderen Verein eine schwere Zeit hatte, zu uns kommt und performen kann.“ Dies konnte Kaminski zweifelsohne mit zwölf Scorerpunkten in der Bundesliga. So bescherte er den Geißböcken am Ende einen Transfergewinn von 11,5 Mio. Euro.

Wir müssen Spieler, die vielleicht woanders gescheitert sind, zu uns holen und wieder aufbauen

René Wagner

Diese Transfergewinne sollen die Grundlage für den neuen FC werden. So haben sich Freiburg, Frankfurt und Stuttgart von Abstiegskandidaten zu internationalen Clubs entwickelt. So will auch der FC sich wieder weiter oben orientieren. Daraus machte Wagner zuletzt keinen Hehl. „Wir müssen junge, hungrige Spieler holen. Wir müssen Spieler, die vielleicht woanders gescheitert sind, zu uns holen und wieder aufbauen. Wir müssen ihnen ein gutes Umfeld geben, um dann für den Verein Mehrwerte zu generieren. Das hat mit Kuba super geklappt.“

Freilich wäre Wagner froh, Kaminski auch in der nächsten Saison noch im Kader zu wissen. Doch der sportliche Verlust ist der Preis für die wirtschaftlich steigenden Möglichkeiten. Zudem sorgt der sportliche Verlust dafür, dass andere Clubs den FC wieder als ernsthaften Player auf dem Transfermarkt wahrnehmen, an Kölner Spielern interessiert oder bereit sind, Spieler an den FC zu verleihen, um ebenfalls von der Marktwert-Entwicklung dieser Spieler zu profitieren. Siehe Manchester City, die bei Simpson-Pusey und Heskey in Zukunft noch einmal die Hand aufhalten können.

Transfermarkt: Worauf der FC jetzt setzt

Es sollen aber eben nicht nur Talente kommen, sondern auch gestandene Spieler. Deshalb hält sich der FC gerade noch mehrere Positionen offen. Gerade auf der rechten Außenbahn und in der Mittelfeld-Zentrale könnten Spieler wie einst Kaminski kommen. Spieler, die woanders nicht mehr weiterkommen. Spieler, die im Laufe der Vorbereitung merken, dass sie bei ihrem aktuellen Club nicht mehr gebraucht werden. Spieler, die ein neues Umfeld suchen.

Doch für diese Spieler braucht der FC Geduld. Leihgeschäfte dieser Kategorie entscheiden sich häufig erst spät im August. Kaminskis Verpflichtung vor einem Jahr früh in der Vorbereitung war eine Ausnahme. Der FC hält die Augen offen, setzt auf den Faktor Zeit – und auf die neu gewonnene Aufmerksamkeit im Transfermarkt, die jahrelang auf andere Vereine gerichtet war und die sich der FC gerade erst mühsam wieder erarbeitet hat.

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