Der 1. FC Internazionale Colonia: „Aus vielen Kulturen kann Besonderes entstehen“

Jonathan Friemel, Alessio Castro-Montes, René Wagner und Luka Lochoshvili verstehen sich nicht nur auf Deutsch. (Foto: Bucco)
Jonathan Friemel, Alessio Castro-Montes, René Wagner und Luka Lochoshvili verstehen sich nicht nur auf Deutsch. (Foto: Bucco)

Als René Wagner unter Steffen Baumgart erstmals zum 1. FC Köln wechselte, wurde der FC zu einer fast ausschließlich deutschsprachigen Mannschaft. Das hat sich unter Chefcoach Wagner stark verändert.

Als Steffen Baumgart im Sommer 2021 zum 1. FC Köln kam, wechselte auch René Wagner zum FC. Damals machte Baumgart keinen Hehl aus seinem Wunsch, im Kader möglichst viele deutschsprachige Spieler zu haben. Entsprechend stellte der FC das Scouting um, beschränkte sich so aber auch selbst in den Zielmärkten. Das Ergebnis war eindeutig.

In den zweieinhalb Jahren unter Baumgart wurden insgesamt 23 Spieler extern verpflichtet. Davon waren 20 Spieler entweder mit Deutsch als Muttersprache aufgewachsen oder beherrschten die deutsche Sprache fließend. Nur Kristian Pedersen, Rasmus Carstensen und Jacob Christensen kamen ohne große Deutschkenntnisse zum FC.

Der FC dreht das Sprachen-Verhältnis

Wiederum zweieinhalb Jahre später ist alles anders. In der letzten Saison war das Verhältnis 7 zu 6. In diesem Sommer ist es bislang 1 zu 2. Die Mannschaft ist internationaler geworden, die Sprache auf dem Platz und in der Kabine längst nicht mehr nur Deutsch, sondern häufig Englisch. Wagner selbst spricht durchs eine lange Zeit in den USA fließend Englisch und lernt Spanisch. Mit dem Anglo-Kanadier Kevin McKenna hat er einen englischen Muttersprachler an seiner Seite. Evangelos Sbonias könnte, falls in Zukunft nötig, mit Griechisch aushelfen.

„Wir müssen zwar immer den Anspruch haben, die besten deutschen Spieler zu haben. Den haben aber auch die Bayern, die Dortmunder und viele Vereine in der Bundesliga“, sagte Wagner kürzlich. Und weil der FC bekanntlich finanziell mit den meisten Bundesligisten nicht mitbieten kann, müssen die Geißböcke andere Märkte im Blick haben. Zumal Wagner ohnehin einen internationalen Kader schätzt.

Die Nationalität ist kein Ausschlag- oder Ausschlusskriterium

René Wagner

„Ein diverser Kader tut nicht weh. Ganz im Gegenteil: Mit vielen verschiedenen Kulturen kann etwas Besonderes entstehen“, sagte der 38-Jährige. „Die Nationalität ist kein Ausschlag- oder Ausschlusskriterium. Uns geht es darum, den bestmöglichen Spieler in der bestmöglichen Position zu finden. Wenn er Deutsch spricht, freuen wir uns. Wenn er es nicht tut, auch gut. Wir haben genug Jungs da, die mehrere Sprachen sprechen.“ Eine Wandlung, die dem 1. FC Internazionale Colonia zuletzt gut tat – und offensichtlich auch Türen auf dem Transfermarkt öffnet, die man sich selbst jahrelang versperrt hatte.

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