Für Said El Mala erfüllt sich ein Traum. Seit dem heutigen Montag weilt das Offensiv-Juwel des 1. FC Köln bei der deutschen A-Nationalmannschaft. Bundestrainer Julian Nagelsmann ordnet die WM-Chancen des 19-Jährigen ein.
Auf die bittere Niederlage in Gladbach folgt ein Karriere-Highlight: Am Montag ist Said El Mala erstmals zur A-Nationalmannschaft gereist, am Nachmittag absolviert der Shootingstar des 1. FC Köln in Wolfsburg sein erstes Training mit den DFB-Stars. Im vollbesetzten Wolfsburger AOK-Stadion steht für das Team von Julian Nagelsmann eine öffentliche Regenerationseinheit vor 4.000 Fans an.
Dass El Mala dabei ist, kann längst nicht jeder Experte nachvollziehen – in den vergangenen Tagen musste Nagelsmann einige Kritik über sich ergehen lassen. „Ich bin kein großer Freund davon, die Jungs direkt zu holen, wenn sie zwei, drei gute Spiele gemacht haben“, sagte beispielsweise Oliver Kahn. Didi Hamann wiederum erklärte: „Für mich kommt die Nominierung zu früh. Ich hätte bis zum Frühjahr gewartet.“
Für El Mala geht es jetzt schon um die WM
Am Montag ordnete Nagelsmann die Nominierung ein. Bei der Pressekonferenz zum Start dieser Länderspielperiode erinnerte der Bundestrainer an seine eigenen Worte aus dem Oktober, die ähnlich klangen wie jene von Kahn und Hamann: „Ich habe nach dem Nordirland-Spiel gesagt, dass ich kein Freund von dem extrem frühen Hypen und dem frühen Hochpushen bin.“
Warum er El Mala dennoch nach nur 465 Bundesliga-Minuten geholt hat? „Für mich geht es darum, solche Jungs mal im Training in der Gruppe zu sehen – zu spüren, wie sie sich hier bewegen und ob sie schon die Qualität haben, für das Turnier infrage zu kommen.“ Heißt konkret: Für den FC-Profi geht es bereits jetzt ganz akut um das WM-Ticket!
Warum El Mala nominiert wurde
Mit El Mala, aber auch Bayerns Lennart Karl, Leipzigs Assan Ouédraogo oder Brügges Nicolò Tresoldi gebe es so einige Youngsters, die auf den Zug aufspringen könnten – sollte Deutschland in Luxemburg und gegen die Slowakei die Qualifikation gelingen. „Es sind viele Spieler in der Verlosung, die reinrutschen könnten. Bei Said hat es jetzt gereicht für das Mal-Mitmachen, weil er vom Profil her einer ist, den wir in Deutschland nicht so oft haben. Das ist sein Vorteil und der Nachteil für den einen oder anderen“, so Nagelsmann.
Auf den Außenpositionen sei das DFB-Team nun mal „nicht so supergut besetzt“, man habe nicht massig „klassische Außenstürmer, die sich da wohlfühlen und mit dem Ball am Fuß nach innen gehen“. Die wenigen Alternativen, die sich ihm bieten, will sich Nagelsmann in den letzten Spielen vor der Weltmeisterschaft selbst anschauen – jetzt ist El Mala dran. „Für mich ist es immer super schwer, nur im Scouting zu bewerten, wie ein Spieler ist.“ Er müsse „die Optionen sehen, auch wenn es sehr früh ist“.
Verbleib beim A-Team nicht selbstverständlich
Wichtig sei dabei, dass El Mala seine Nominierung richtig einordnen könne. „Für mich geht es darum, eine sehr offene und transparente Kommunikation mit den jeweiligen Spielern zu haben“, betonte Nagelsmann. El Mala müsse wissen, „in welcher Position er hier aufdribbelt, dass er jetzt kein gestandener A-Nationalspieler ist“. Nagelsmann stellte klar: „Er hat hier gerade in den Trainings die Chance, sich einfach mal zu zeigen.“
Und der Bundestrainer ergänzte sogar: „Es kann auch durchaus sein, dass er das zweite Spiel schon wieder in der U21 ist.“ Nagelsmann hat insgesamt 25 Spieler nominiert, nur 21 dürfen in den abschließenden Qualifikationspartien in Luxemburg und gegen die Slowakei im Spieltagskader stehen. El Mala muss sich seinen Platz in den kommenden Tagen erkämpfen.








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