Der 1. FC Köln hat mit dem 1:3 bei Borussia Mönchengladbach die erste wirkliche Enttäuschung dieser Saison erlebt. Einzig Marvin Schwäbe präsentierte sich in echter Derby-Form. Die Noten nach der Niederlage im rheinischen Duell.
Aus dem Borussia-Park in Mönchengladbach berichten Marc L. Merten und Martin Zenge
Tor & Abwehr
Marvin Schwäbe
Der Kapitän war bei einer gefährlichen Hereingabe, die durchrutschte, erstmals gefordert und zeigte einen starken Reflex (16.). Noch besser war natürlich seine Elfmeter-Parade in der Nachspielzeit der ersten Halbzeit. Rettete kurz nach Wiederanpfiff bei einem Konter der Fohlen 30 Meter vor seinem Tor, sonst hätte es schon früher 0:2 gestanden (48.). Bei den Gegentoren machtlos. An diesem Abend als einziger Kölner in Top-Form.
GEISSBLOG-Note: 2,0
Joel Schmied
Klärte nach einem langen Ball auf Honorat gleichermaßen aufmerksam wie souverän (40.). Überhaupt zeigte der Schweizer eine konzentrierte Leistung, hatte in der Kölner Defensive die beste Zweikampf-Quote. Wobei es die Gladbacher häufiger über die linke Kölner Seite probierten und nicht über Schmieds rechte. An ihm lag es nicht.
GEISSBLOG-Note: 3,0
Eric Martel
Zunächst gewohnt sicher und ordnend im Abwehrzentrum. Entscheidend war seine Klärungstat gegen Honorat, der sonst frei vor Schwäbe hätte abschließen können (39.). Doch mit zunehmender Spieldauer hatte Martel seine Probleme, konnte beispielsweise beim Eckball zum 0:1 nur vor Sanders Füße klären. Gewann nur vier seiner zwölf Zweikämpfe – ungewöhnlich wenig.
GEISSBLOG-Note: 4,0
Cenk Özkacar
Stand zu Beginn noch häufig richtig. Dann aber ließ er Honorat viel zu leicht vorbeiziehen und hatte Glück, dass Martel aushalf. Es blieb nicht sein einziger Fehler, vor dem 0:3 leistete sich Özkacar einen vorentscheidenden Aussetzer und regte sich mächtig über sich selbst auf (64.).
GEISSBLOG-Note: 5,0
Mittelfeld
Jakub Kaminski
Musste erneut als rechter Schienenspieler beginnen, blieb in dieser Rolle in der ersten Halbzeit unauffällig. Wenngleich ihm einige Ballgewinne gelangen. Nach dem Seitenwechsel (und El Malas Auswechslung) wieder auf seiner Lieblingsposition links vorne. Dort trat der Pole häufiger in Erscheinung. Nach 65 Minuten fehlten ihm nur Zentimeter zum Tor, Kaminski traf aus 17 Metern das Lattenkreuz.
GEISSBLOG-Note: 3,5
Denis Huseinbasic
Sah nach einem Foul gegen Engelhardt die erste Gelbe Karte des FC (34.). Kurz darauf mit einem wichtigen Ballgewinn im eigenen Sechzehner (36.). Huseinbasic brachte 80 Pässe an den Mann, hatte eine Erfolgsquote von 98 Prozent. Nur leider sorgte kaum einer dieser Pässe für Kreativität. Probierte es in der Schlussphase selbst aus der Distanz (81.).
GEISSBLOG-Note: 4,0
Isak Johannesson
Bereite die erste Kölner Chance durch Bülter vor. Insgesamt legte er fünf Torschüsse auf. Doch unter dem Strich wusste auch der Isländer, der ständig die Bälle fordert und eigentlich den Blick hat, um seine Mitspieler in Szene zu setzen, an diesem Abend zu wenig mit dem vielen Ballbesitz anzufangen.
GEISSBLOG-Note: 4,0
Kristoffer Lund
Bei einem Gladbacher Konter schneller als Honorat, das war wichtig (14.). Dann allerdings entwickelte sich Lund zum Pechvogel des Abends. Wie er im Strafraum gegen Honorat in den Zweikampf ging, war zu plump und wurde mit dem ersten Gladbacher Elfmeter bestraft (43.). Verursachte auch den zweiten Strafstoß der Fohlen, nun durch ein unglückliches Handspiel (60.). Lund dürfte an diesem Abend zu knabbern haben.
GEISSBLOG-Note: 5,0
Florian Kainz
Der Österreicher gehörte zum zweiten Mal in Folge der Startelf an. Ließ eine vielversprechende Kontersituation mit einem zu laschen Pass auf El Mala verstreichen (24.). Konnte der Mannschaft diesmal keine Impulse liefern und musste daher bereits zur Pause raus.
GEISSBLOG-Note: 5,0
Sebastian Sebulonsen (ab 46. Minute)
Der Norweger kam für El Mala und übernahm für Kaminski die rechte Schiene. Sebulonsen bewies seine Zweikampfstärke, ließ auf seiner Seite diesbezüglich nichts anbrennen. Das Offensivspiel ankurbeln konnte er allerdings nicht.
GEISSBLOG-Note: 4,0
Linton Maina (ab 67. Minute)
Maina erlöste Lund, konnte aber wenig zur Schlussoffensive beitragen. Werbung für eine Rückkehr in die Startelf gelang dem Flügelflitzer nicht.
GEISSBLOG-Note: 4,5
Alessio Castro-Montes (ab 80. Minute)
Kam in der Schlussphase für Johannesson und somit zu seinem zweiten FC-Einsatz. Mit seinen 23 Ballkontakten fiel er nicht wirklich auf.
GEISSBLOG-Note: keine Note
Angriff
Marius Bülter
Zurück in der Startelf, wo er Aches Platz einnahm, und mit der ersten Kölner Chance. Bülter prüfte Nicolas aus spitzem Winkel (10.). Nach der Pause traf er nur auf, aber nicht in das Tor (50.). Ansonsten von Gladbachs Defensive abgemeldet.
GEISSBLOG-Note: 4,0
Said El Mala
Der Bald-Nationalspieler provozierte mit seinem ersten Dribbling direkt mal eine Gelbe Karte für Gladbach-Kapitän Reitz (12.). Auf diesen verheißungsvollen Start folgte nicht mehr viel. Sein 18-Meter-Schuss war kein Problem für Nicolas (20.). Der Kölner Hoffnungsträger erhielt Szenenapplaus vom Gladbacher Publikum, wenn er Bälle verlor, und blieb nach einer enttäuschenden ersten Halbzeit in der Kabine. Seine Rückkehr zum Jugend-Club hatte sich El Mala natürlich anders vorgestellt.
GEISSBLOG-Note: 4,5
Ragnar Ache (ab 46. Minute)
Der Neuner löste Kainz ab und wurde mit einem ersten Versuch im Strafraum geblockt (48.). Auch wenn beim FC lange Zeit vorne die Null stand, tat seine Körperlichkeit den Kölnern gut. In der Nachspielzeit holte Ache immerhin noch den schmeichelhaften Elfmeter zum 1:3-Endstand heraus.
GEISSBLOG-Note: 3,0
Luca Waldschmidt (ab 67. Minute)
Der für Özkacar eingewechselte Waldschmidt erzielte aus 20 Metern ein absolutes Traumtor, hatte aber Pech, dass Vorlagengeber Ache im Abseits stand (88.). Den Elfmeter zum 1:3 verwandelte er vier Minuten später ganz souverän.
GEISSBLOG-Note: 3,0







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