„Er war nicht gut!“ El Mala ignoriert Nagelsmann und kassiert Kwasniok-Kritik

Lukas Kwasniok nahm Said El Mala noch während der ersten Halbzeit zur Seite. (Foto: IMAGO / Jan Huebner)
Lukas Kwasniok nahm Said El Mala noch während der ersten Halbzeit zur Seite. (Foto: IMAGO / Jan Huebner)

Ausgerechnet im Derby wollte dem Shootingstar des 1. FC Köln wenig gelingen: Said El Mala wurde nach einer enttäuschenden ersten Halbzeit in Mönchengladbach frühzeitig ausgewechselt und reist nun mit einem Dämpfer zum DFB-Team.

Womöglich wäre es dann doch eine Spur zu kitschig gewesen, wenn auch noch dieser Auftritt von Erfolg gekrönt gewesen wäre. In der Woche seiner erstmaligen Nominierung für die A-Nationalmannschaft kehrte Said El Mala mit dem 1. FC Köln zu Borussia Mönchengladbach zurück – zu jenem Verein, der ihn in der U15 einst ausgemustert hatte. Im Derby konnte der Senkrechtstarter allerdings nicht an seinen so steilen Aufstieg anknüpfen.

Auf ein erstes unwiderstehliches Dribbling, das Scally und Reitz nur durch ein gemeinsames Foul stoppen konnten, folgte kein weiteres. So avancierte El Mala, mit vier Toren und zwei Vorlagen bisher der Hauptdarsteller der Kölner Saison, im rheinischen Duell nur zu einer Randfigur – und musste bereits zur Pause vom Feld.

Was Kwasniok bei El Mala nicht gefiel

„Er war nicht gut, deswegen habe ich ihn rausgenommen. So einfach ist das“, redete Lukas Kwasniok nach Abpfiff nicht um den heißen Brei herum. Der FC-Trainer war nicht einverstanden mit dem Wirken des 19-Jährigen. „Er hat in der Arbeit gegen den Ball an der einen oder anderen Stelle nicht so agiert, wie ich mir das vorstelle“, erklärte Kwasniok und unterstrich, dass El Mala keine Sonderrolle zukommt: „Ich bewerte wie bei allen anderen Spielern die Leistung und wenn die in den ersten 45 Minuten nicht so gut ist, haben wir mit Bülter, Kaminski und Maina noch drei weitere Spieler, die sich auf der linken Seite sehr wohlfühlen.“

Während El Mala hinter Kwasniok auf der Bank Platz nahm und das weitere Geschehen von der Seitenlinie aus verfolgte, durfte Jakub Kaminski von der rechten Schiene wieder in die Offensive rücken. Zudem kam mit Ragnar Ache noch ein klarer Zielspieler in die Partie. „Wir haben die Struktur angepasst und wollten dem Gegner mehr über Variabilität wehtun, deswegen habe ich Said und Kainzi in der Halbzeit geopfert“, so Kwasniok.

Wir betonen das Woche für Woche, auch wenn die Leute nicht gerne zuhören, wenn man so etwas sagt.

Thomas Kessler

Für Thomas Kessler ist es „völlig normal“, dass El Mala in seiner ersten Bundesliga-Saison nicht ausschließlich glänzt. Der FC-Sportdirektor erinnerte am Samstagabend: „Wir betonen das Woche für Woche, auch wenn die Leute nicht gerne zuhören, wenn man so etwas sagt. Said nimmt eine sehr positive Entwicklung und hat uns in der laufenden Saison schon in vielen Situationen geholfen, aber heute hat die eine oder andere Situation nicht so Früchte getragen.“

Das lag unter anderem daran, dass Gladbach tief stand und El Mala somit wenig Raum für seine gefürchteten Dribblings anbot. „Die Gladbacher haben uns leider nicht den Gefallen getan, mit einem Außenverteidiger nach vorne zu verteidigen“, sagte Kwasniok, der seinen Linksaußen eigentlich in Duelle mit Sander schicken wollte. Stattdessen hatte El Mala stets „Bodyguard“ Scally an seiner Seite.

El Mala geht bei Nagelsmann-Anruf nicht ran

Für das FC-Juwel gilt es nun, diesen enttäuschenden Abend schnell abzuschütteln. Schließlich bereitet sich El Mala ab Montag in Wolfsburg mit der deutschen A-Nationalmannschaft auf die entscheidenden WM-Qualifikationsspiele in Luxemburg und gegen die Slowakei vor.

Bei der erstmaligen Nominierung des Kölner Youngsters musste Bundestrainer Julian Nagelsmann einen Umweg nehmen, wie El Mala noch vor Anpfiff des Derbys in seinem ersten Live-Interview bei Sky verriet. Denn den ersten Nagelsmann-Anruf ignorierte er einfach: „Ich gehe nicht gerne an fremde Nummern ran“, erzählte El Mala. „Dann hat er mich kontaktiert mit: ‚Hi, Julian Nagelsmann hier, ich bitte um Rückruf.‘ Ich habe das direkt meinem Bruder gezeigt und wusste schon: Okay, da bin ich, glaube ich, dabei.“ Der Rückruf bei Nagelsmann sorgte für die Bestätigung.

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