Der 1. FC Köln ringt den Hamburger SV nieder. Das 4:1 (1:0) begeisterte die Fans, der FC sorgte für einen emotionalen Sonntag. Die Noten und Zeugnisse in der Einzelkritik.
Aus Müngersdorf berichten Sonja Gauer, Linda Dragovic und Marc L. Merten
Tor & Abwehr
Marvin Schwäbe
War das erste Mal richtig gegen Dompés Schlenzer gefordert und fuhr seine Pranke aus (34.). Freute sich, dass der VAR das vermeintlichen HSV-Tor zum 2:1 zurücknahm (50.), Schwäbe wäre chancenlos gewesen. Dann fiel der Ball von Dompé wie ein Stein hinter ihm ins Tor (61.). Anschließend aufmerksam – und spielentscheidend, weil er nach der Parade gegen Remberg per blitzschnellem Abwurf auf Kaminski das 3:1 einleitete.
GEISSBLOG-Note: 2,5
Joel Schmied
Schmied verteidigte wieder rechts in der Dreierkette. Durch die zeitweilige Manndeckung gerne auch mal rechts vorne unterwegs, sodass er bei Ballgewinn von dort auch schon mal Flanken schlug. Machte es eigentlich ordentlich, ging aber zur Halbzeit für Sebulonsen vom Feld, weil er sich nicht gut fühlte.
GEISSBLOG-Note: 3,5
Eric Martel
Martel ist durch die Hübers-Verletzung im Zentrum der Dreierkette vorübergehend gesetzt. Auch gegen den HSV aufmerksamer Zweikämpfer und auch in der Abwehr sehr laufstark (12,3km). Setzte sich gegen Philippe so robust ein, sodass das Foul an ihm das Anschlusstor verhinderte (50.). Warf bis zum Schluss auch gegen Poulsen alles rein.
GEISSBLOG-Note: 2,5
Cenk Özkacar
Cenk rückte für Krauß in die Startelf und übernahm die linke Seite der Dreierkette. Stabiler Zweikämpfer und fast immer sehr sicher am Ball. Gegen Philippe mit harter Arbeit und starker Grätsche bei dessen Schuss (45.). Unnötiger Ballverlust gegen Poulsen (89.).
GEISSBLOG-Note: 3,0
Sebastian Sebulonsen (ab 46. Minute)
Der rechte Schienenspieler kam zur zweiten Hälfte für Schmied. Hatte im Rückwärtsgang in der Dreierkette zunächst seine Probleme, dann etwas besser als rechter Schienenspieler, aber keine einfache Partie für den Norweger.
GEISSBLOG-Note: 4,0
Dominique Heintz (ab 67. Minute)
Heintz kam nach dem Hamburger Anschlusstreffer für Kainz in die Partie und sollte die Defensive stabilisieren, indem er ins Zentrum der Dreierkette rückte. Das machte er mit viel Erfahrung und guten Zweikämpfen. Zog Poulsen irgendwann den Stecker.
GEISSBLOG-Note: 3,0
Mittelfeld
Jakub Kaminski
Kaminski übernahm gegen den HSV völlig überraschend die rechte Schiene und bekam es dort defensiv mit Dompé zu tun. Gewann früh wichtige Zweikämpfe und leitete Konter ein. Bekam einen Schuss nach Abpraller, der aber wieder abgeblockt wurde (30.). Hätte gegen Dompé beim 2:1 enger verteidigen müssen. Dann aber der entscheidende Mann für den FC – bereitete das 3:1 mustergültig vor und erzielte das 4:1 selbst. Keine Frage: Mann des Spiels!
GEISSBLOG-Note: 1,5
Denis Huseinbasic
Huseinbasic rückte auf die Doppelsechs neben Johannesson. War viel anspielbar, war sehr beweglich zwischen den Reihen und suchte immer wieder den Weg nach vorne. Lief am meisten aller Spieler (12,4km). Bis zum Schluss unermüdlich und mannschaftsdienlich, auch wenn er im Hamburger Drang phasenweise etwas zu häufig hinterher lief.
GEISSBLOG-Note: 3,0
Isak Johannesson
Setzte einen Freistoß aus guter Position weit drüber (11.). Suchte immer wieder die Chance im Zentrum aufzudrehen und mit vertikalen Pässen den HSV zu überraschen. Zeigte viel Übersicht, nicht nur, als er Maina bediente (42.). Nach der Pause zunehmend mit Problemen gegen stärker werdende Hamburger, sodass er für Krauß vom Feld ging.
GEISSBLOG-Note: 3,5
Kristoffer Lund
Lund beackerte wie immer die linke Seite und blieb dabei solide. Verschätzte sich nur bei einer Dompé-Flanke kolossal und hatte Glück, dass Königsdörffer Schwäbe in die Arme köpfte (58.). Wurde von Pherai abgeräumt, sodass dieser Gelb-Rot sah 80.).
GEISSBLOG-Note: 3,5
Florian Kainz
Kainz war die große Überraschung in der Startelf: Der Österreicher stand erstmals in der Saison von Beginn an auf dem Rasen und spielte auf der Zehn. Hatte zunächst Probleme in die Zweikämpfe zu kommen, feuerte dann einen ersten Volleyschuss knapp vorbei (7.). Wusste vor dem 1:0 nicht, was er machen sollte, und hatte Glück, dass der FC am Ende doch traf. Zu harmloser Schuss aus 20 Metern (36.). Dann aber schnappte er sich den Freistoß aus 20 Metern und versenkte wunderschön (49.). Was für ein Tor! Nach etwas mehr als einer Stunde vom Feld.
GEISSBLOG-Note: 2,5
Tom Krauß (ab 67. Minute)
Krauß kam für Johannesson und sollte mehr Zweikampfhärte ins Spiel bringen, das zu kippen drohte. Brauchte etwas, um in die Partie zu finden. Unauffälliger Arbeiter bis zum Schluss.
GEISSBLOG-Note: 3,5
Angriff
Linton Maina
Maina stand für Bülter in der Startelf und spielte im Zweiersturm neben Ache. Begann auffällig mit gutem Zweikampfverhalten und Ballgewinnen. Versuchte Kainz‘ verunglückten Schuss zum 1:0 zu nutzen und erzwang so Aches Tor. Schöner Schlenzer knapp drüber (31.). Bekam die Großchance mit links, zog aber knapp am Winkel vorbei (42.). Nach der Pause aber komplett aus dem Spiel und mit großen Problemen.
GEISSBLOG-Note: 4,5
Ragnar Ache
Nach seiner starken Leistung gegen die Bayern begann Ache auch gegen den HSV. Holte mit einer starken Ballannahme und Bewegung Freistoß und Gelb gegen Ramberg heraus (10.). Ebenso starke An- und Mitnahme bei dessen Chance zwei Minuten später. Belohnte sich für eine starke Anfangsphase mit dem Abstauber zum 1:0, seinem ersten Bundesliga-Tor für den FC. Versuchte es auch mal aus 20 Metern (37.). Köpfte aus sechs Metern am 3:0 knapp vorbei (57.). Bis zu seiner Auswechslung in der 73. Minute mit sehr viel Arbeit auch gegen den Ball.
GEISSBLOG-Note: 2,0
Said El Mala (ab 67. Minute)
El Mala kam für Maina und hatte nach Schwäbe-Abschlag die Großchance, als er über Heuer Fernandes aufs Tornetz lupfte (73.). Danach entschied er zusammen mit Kaminski die Partie. Erst staubte er ab, dann bereitete er vor – der Youngster wirbelte wieder und verzückte die Fans.
GEISSBLOG-Note: 1,5
Marius Bülter (ab 73. Minute)
Bülter kam für Ache und verdribbelte sich kurz danach derart, dass er Gelb-würdig foulen musste (78.). Hatte das 3:1 auf dem Fuß, schoss aber Heuer Fernandes die Arme (90.).
GEISSBLOG-Note: keine Note







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