Und wöchentlich grüßt das Murmeltier: Der 1. FC Köln hat gegen Eintracht Frankfurt mal wieder ein Standardgegentor kassiert – Nummer elf in dieser Bundesliga-Saison. Lukas Kwasniok relativiert die schmerzhafte Statistik und übt sich in Galgenhumor.
Es ist eine Fantasie-Rechnung, die mit reichlich hätte, wäre, wenn verbunden ist – doch sie verdeutlicht, dass es immer wieder Standardgegentore sind, die den 1. FC Köln in Bedrängnis bringen: An den ersten elf Spieltagen haben gegnerische Ecken, Freistöße und Elfmeter die Geißböcke bereits neun (!) Punkte gekostet.
Beim 3:4 gegen Eintracht Frankfurt setzte es nach einem Eckball das elfte Standardgegentor der Saison, das macht im Schnitt eins pro Woche. „Ein Thema, an dem wir definitiv arbeiten müssen“, wiederholt sich Sportdirektor Thomas Kessler.
Kwasniok: „Shit, die haben es echt gut gemacht“
Lukas Kwasniok war bereits in den ersten Saisonwochen genervt von der Gegentor-Flut nach ruhenden Bällen und gibt auch jetzt zu: „Elf Standardtore klingen viel und sind auch viel.“ Doch er will einordnen: „An der einen oder anderen Stelle waren wir ein bisschen stümperhaft, wir haben vier Elfmeter kassiert und zwei direkte Freistöße. Wenn man die sechs Tore abzieht, sind es nur noch fünf – was dennoch eine Menge ist in elf Spielen.“
Frankfurts 1:1-Ausgleich durch Arthur Theate, der vor einigen Jahren auch mal auf dem Kölner Wunschzettel gestanden hatte, war der vierte Gegentreffer nach einem Eckball. Hinzu kommt noch einer nach einem seitlichen Freistoß in Wolfsburg. „Das ist keine Bilanz, wo du ‚Yabba dabba doo‘ sagst, aber vier Eckball-Gegentore sind auch nicht völlig bodenlos“, so Kwasniok, der abermals ankündigt: „Wir werden versuchen, uns zu verbessern.“
Ich habe die Frage gehört, ob wir das trainieren. Das ist fast schon eine gewisse Respektlosigkeit in der Frage.
Lukas Kwasniok
Das Verteidigen von Standards sei einer der Gründe gewesen, Ragnar Ache von Beginn an aufzustellen – den wohl kopfballstärksten Kölner. „Aber du kannst auch nicht jeden Standard verteidigen“, merkt Kessler an. Anders als die Gegentore in den Vorwochen war Frankfurts 1:1 womöglich schlicht und ergreifend der Qualität der Eintracht der geschuldet.
„Es ist ja nicht so, dass der Gegner nicht auch Ideen hat. Der Ball kommt perfekt, Theate kommt aus dem Rücken vor Raggy“, analysiert Kwasniok anerkennend: „Da muss man sagen: Shit, die haben es echt gut gemacht. Gegen Ragnar einen Luftzweikampf zu gewinnen, ist nicht ganz so einfach.“
Kwasniok nimmt FC-Profis in Schutz
Laut Kwasniok habe das nächste Standard-Gegentor – auch nach einer Länderspielpause mit nur einer Handvoll echten Trainingseinheiten – nichts mit mangelndem Fleiß zu tun gehabt. „Ich habe die Frage gehört, ob wir das trainieren. Das ist fast schon eine gewisse Respektlosigkeit in der Frage. Wir trainieren, machen, tun“, wehrt sich der Kölner Coach. Die Gegentor-Serie sei „ärgerlich und in Summe zu viel – aber nichts, wo ich sage: Die Jungs wollen nicht oder sind nachlässig.“
Und dennoch bleibt diese Baustelle bestehen. „Da sind wir nicht top-top“, weiß auch Kwasniok und probiert es mit Galgenhumor: „Zumindest in diesem Teilbereich bewegen wir uns mit den Bayern auf Augenhöhe.“ Schließlich geriet der Rekordmeister am Samstag gegen den SC Freiburg durch zwei Gegentreffer nach Eckbällen zwischenzeitlich mit 0:2 in Rückstand – um dann noch 6:2 zu gewinnen. In diesem Teilbereich, dem Toreschießen, ist niemand in der Liga auch nur annähernd auf Augenhöhe mit den Bayern.







Hier kannst du über den 1. FC Köln diskutieren und dich mit anderen Usern austauschen. Bitte beachte dabei die Spielregeln in unserer Netiquette! Du findest sie hier und kannst sie jederzeit nachlesen. Viel Spaß!