Vor dem nächsten Heimspiel gegen Eintracht Frankfurt will Lukas Kwasniok die Personaldebatten klein halten. Der Trainer erklärte vielmehr, worum es für den 1. FC Köln in den letzten fünf Spielen bis Weihnachten geht.
Lukas Kwasniok war sichtlich bemüht, die Diskussion um Einzelschicksale gar nicht erst groß werden zu lassen. Auf der Pressekonferenz vor dem Spiel gegen Eintracht Frankfurt wurde der Trainer nach der Rolle von Luca Waldschmidt gefragt. Der Angreifer hatte zuletzt nur wenig Einsatzzeit bekommen, im Derby gegen Gladbach nach seiner Einwechslung aber nicht nur frischen Wind gebracht, sondern auch den Ehrentreffer erzielt.
Der Trainer wich dabei bei seiner Antwort bewusst ins Grundsätzliche aus. Am Ende ginge es ohnehin darum, das habe er der Mannschaft am Donnerstagmorgen beim Training mit auf den Weg gegeben, die berühmten „Arschbacken zusammenzukneifen“. Gleichzeitig machte Kwasniok klar, dass in dieser Phase der Saison keine Befindlichkeiten zählen dürfen.
Bestmögliche Ausgangslage im Abstiegskampf
Viereinhalb Monate arbeite man nun zusammen, sagte Kwasniok. Jetzt gelte es, vier Wochen lang den „Schnabel zu halten“ und sich komplett in den Dienst der Mannschaft zu stellen. Fünf Spiele stehen bis zur Winterpause an, fünf Chancen, sich eine Ausgangsposition zu erarbeiten, die dem Aufsteiger noch mehr Luft verschaffen könnte.
Aktuell gilt es, in diesem Block einzig und allein das Bestmögliche für diesen Verein herauszuholen.
Lukas Kwasniok
Waldschmidt ist dabei nur ein Beispiel unter vielen. Auch Ragnar Ache kennt das Auf und Ab der vergangenen Wochen. Gegen Gladbach wurde er – wie Waldschmidt – als Joker gebracht, obwohl er sich zuvor mit Toren bei seinen Startelf-Einsätzen im Pokal gegen Bayern und in der Liga gegen HSV eigentlich in Stellung gebracht hatte. Kwasniok dürfte das alles registrieren, aber er macht deutlich: Es ist kein Wunschkonzert. Bei 18 Feldspielern sitzen nunmal acht draußen.
Ähnlich verhält es sich auch bei Eric Martel. Der 23-Jährige ist zwar uneingeschränkter Stammspieler und bei Kwasniok gesetzt. Dennoch musste der gelernte Sechser aufgrund der Verletzungen von Rav van den Berg und Timo Hübers zuletzt vermehrt in der Innenverteidigung aushelfen. „Grundsätzlich spielt er lieber auf der Sechs und es ist in Ordnung, dass er das so kommuniziert“, sagte Kwasniok. Aktuell gelte es jedoch einzig und allein, „in diesem Bock das Bestmögliche für diesen Verein herauszuholen“, meinte der Trainer weiter.
Fünf Spiele für die Tabelle und das Gefühl
Mit 14 Punkten nach zehn Partien steht der FC ordentlich da und hat bereits sieben Zähler Vorsprung auf den Relegationsrang. Fünf Spiele bleiben bis Weihnachten, und zwei Siege würden reichen, um die Marke von 20 Punkten zu erreichen. Jene magische Hälfte, die traditionell als Basis für den Klassenerhalt gilt. Für einen Aufsteiger wäre das nach 15 Spieltagen ein tiefes Ausatmen wert.
Doch in Köln ist spürbar, dass der Anspruch längst über das Mindestziel hinausgewachsen ist. Das Team hat in dieser Saison bereits Phasen gezeigt, in denen es auch gegen die Top-Teams mehr als nur mithalten kann. Kwasniok will diese Momente konservieren und am liebsten schon am Samstag gegen den Champions-League-Teilnehmer aus Frankfurt punkten. Bislang gab es gegen die Top-Teams der Liga trotz guter Leistungen fast ausschließlich Niederlagen.
Damit das bis Weihnachten anders wird, braucht der FC genau das, worauf der Kwasniok pocht: Ruhe im Inneren und Klarheit im Äußeren. Und gerade das verschafft dem FC in dieser engen Liga einen Vorteil. Denn die kommenden fünf Spiele entscheiden nicht nur über den Punktestand, sondern auch über das Gefühl, mit dem der FC in die Winterpause gehen wird.








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