Kwasnioks verhinderter HSV-Wechsel: „Dann wäre ich jetzt nicht so glücklich“

Statt Merlin Polzin (r.) sollte im vergangenen Winter eigentlich Lukas Kwasniok den HSV übernehmen. (Foto: IMAGO / Ulrich Hufnagel)
Statt Merlin Polzin (r.) sollte im vergangenen Winter eigentlich Lukas Kwasniok den HSV übernehmen. (Foto: IMAGO / Ulrich Hufnagel)

Der 1. FC Köln hat im Sommer seinen Wunschtrainer bekommen – anders als der HSV im vergangenen Winter. Denn damals sollte Lukas Kwasniok für den entlassenen Steffen Baumgart übernehmen. Rückblickend ist der FC-Trainer froh, dass er keine Freigabe erhielt.

Lukas Kwasniok steht bei einem Traditionsclub an der Seitenlinie. Davon hatte der 44-Jährige bereits im vergangenen Winter geträumt. Von einem Engagement beim 1. FC Köln war damals allerdings noch keine Rede gewesen – es war der Hamburger SV, der kommende Gegner der Geißböcke, der damals an dem Paderborner Coach baggerte.

Im Dezember 2024 sollte Kwasniok in der Hansestadt auf den entlassenen Steffen Baumgart folgen. Bereits zum zweiten Mal, nach Februar 2024, streckte der HSV seine Fühler nach dem Fußballlehrer aus – und beide Male ließ Paderborn seinen Erfolgstrainer nicht ziehen. „Man hat mir eine Lebenschance genommen. Das ist für mich extrem enttäuschend“, sagte Kwasniok, dem zuvor auch schon ein Abgang zum VfB Stuttgart verwehrt worden war, später über seinen verhinderten HSV-Wechsel.

„Wenn die Dinge anders gelaufen wären, …“

Nun, als Bundesliga-Trainer des FC, sieht die Welt anders aus. „Der HSV ist aufgestiegen, Köln ist aufgestiegen, wir haben es mit Paderborn nicht ganz geschafft. Wenn die Dinge anders gelaufen wären, wäre ich jetzt vielleicht nicht hier und vielleicht auch nicht ganz so glücklich“, betont Kwasniok, dass er sich in Köln pudelwohl fühlt und meint: „Es ist alles genauso gelaufen, wie wir uns das gewünscht haben.“ 

Dem Vernehmen nach war der HSV im Winter bereit, rund 1,5 Millionen Euro für Kwasniok zu zahlen. Sportboss Stefan Kuntz soll sich mit seinem Wunschtrainer bereits einig gewesen sein. Nachdem Paderborn die Verhandlungen allerdings kategorisch abgelehnt hatte, wurde Merlin Polzin von der Interims- zur Dauerlösung befördert, stieg mit den Hamburgern schließlich hinter Zweitliga-Meister Köln auf.

Kwasnioks rückwirkender Dank an Paderborn

Kwasniok bedankt sich rückblickend sogar bei seinem früheren Arbeitgeber. „Ich bin sehr glücklich, dass der SC Paderborn damals standhaft geblieben ist. Weil ich glaube, dass der FC im Moment das Beste für mich ist“, sagte er in dieser Woche gegenüber der Sport Bild.

Seine Begründung: „Als Trainer muss man sich an die Gegebenheiten einer Mannschaft – aber auch einer Stadt anpassen – ohne dabei seine Werte aufzugeben. Ich genieße es, wie es hier in Köln ist. Die Voraussetzungen passen zu meinem Naturell. Wie der Verein tickt, wie die Stadt tickt.“ Im in mehrfacher Hinsicht eher kühleren Norden hätte das womöglich anders ausgesehen.

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