Tumulte kurz vor Schluss: „Ich will keine Roten Karten, aber…“

Bilal Konteh (li./#3) verliert gegen den FC die Fassung. (Foto: IMAGO / Beautiful Sports International)
Bilal Konteh (li./#3) verliert gegen den FC die Fassung. (Foto: IMAGO / Beautiful Sports International)

Kurz vor Schluss des Youth-League-Hinspiels zwischen dem 1. FC Köln und dem FC Midtjylland kommt es zu einer Rudelbidung. Die Bewertung des Schiedsrichters passt dem FC nicht.

Aus dem Franz-Kremer-Stadion berichten Sonja Gauer, Marc L. Merten und Lars Tetzlaff

Es lief die Nachspielzeit zwischen dem 1. FC Köln und dem FC Midtjylland. Die Partie stand mit einem 1:1 (0:1) auf des Messers Schneide. Die Geißböcke waren die bessere Mannschaft, hatten in der Schlussphase zahlreiche Torchancen auf den Sieg. Doch der Ball wollte nicht über die Linie. Kurz vor dem Schlusspfiff kochten dann die Emotionen hoch.

Direkt vor der Kölner Fankurve ging Midtjyllands Innenverteidiger Bilal Konteh mit nach vorne und in ein Dribbling gegen zwei Geißböcke. David Fürst gewann den Zweikampf schließlich und wurde dabei von Konteh gefoult. Eigentlich keine große Sache, doch Konteh wollte es nicht wahrhaben und vor allem den Ball nicht hergeben.

Verteidiger muss zurückgehalten werden

Was folgte, war eine Rudelbildung: Erst behielt Konteh den Ball in den Händen, dann wollte Fürst ihm diesen entreißen, weshalb der schwedische Verteidiger der Dänen das Leder in Richtung eines Kölners warf und schließlich beide Seiten aufeinander los gingen. Schiedsrichter Roman Jitari (Moldau) versuchte die Spieler voneinander zu trennen, doch Konteh musste von mehreren seiner Mitspieler zurückgehalten werden.

Mittendrin dabei auch Kölns Assad Kotya-Fofana. Die beiden Innenverteidiger standen sich in dem Rudel unversöhnlich gegenüber. Schließlich sahen beide Spieler von Schiri Jitari die Gelbe Karte – zur völligen Überraschung der Geißböcke. Denn aus Kölner Sicht hatte sich Konteh gleich mehrfach um einen Platzverweis bemüht.

Wenn du beides vergleichst und Assad Gelb kriegt, muss der dänische Spieler Rot kriegen

Stefan Ruthenbeck

„Ich bleibe dabei: Ich will keine Rote Karte und freue mich, den Jungen im Rückspiel in Dänemark zu sehen“, sagte FC-Trainer Stefan Ruthenbeck hinterher zwar, machte dann aber auch klar: „Was nicht sein kann, ist, dass wir gleichwertig bestraft werden. Es gab einen Aggressor, daraufhin gab es eine Reaktion. Klar ist Assad ein bisschen wild gewesen, aber wenn du beides vergleichst und Assad Gelb kriegt, muss der dänische Spieler Rot kriegen.“

Ruthenbeck ist dafür bekannt, sich im Nachwuchs gegen Rote Karten auszusprechen. Doch in diesem Fall hätte sich der U19-Coach eine andere Bewertung der Situation gewünscht. „Es kann nicht sein, dass er den Ball mitnimmt, das Spiel verzögert, den Ball dann wegwirft, einen Spieler von uns schubst – und dann kriegt er dieselbe Karte wie Assad“, sagte Ruthenbeck. „Aber noch mal: Ich will keine Rote Karten. Ich will mich mit den Besten messen, meine Jungs auch. Deswegen bin ich froh, dass der Junge übernächste Woche gegen uns spielen darf.“

Schiedsrichter lässt viele Situationen laufen

Das Wiedersehen wird es am 10. Dezember in Dänemark geben. Dann wird Konteh ebenfalls spielberechtigt sein wie Kotya-Fofana. Die Gelbe Karte für Konteh passte immerhin zur Linie des Schiedsrichters. Jitari hatte im Verlauf der Partie viele kleinere Fouls und Aktionen nicht gepfiffen und das Spiel lange weitgehend laufen lassen. Im Fall der Rudelbildung war man sich hinterher auf Kölner Seite jedoch einig, dass die Bewertung der Situation anders hätte ausfallen müssen.

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