Erst kein Wechsel in der Startelf, dann gleich drei Änderungen zur Pause. Lukas Kwasniok hat mit seiner personellen Wahl beim 0:2 in Leverkusen für ein doppeltes Novum gesorgt. Warum der Trainer des 1. FC Köln so handelte.
Bislang konnte man sich bei den Aufstellungen des 1. FC Köln einer Sache gewiss sein: Die größte Konstante ist die fehlende Konstanz. Nie bot Lukas Kwasniok zweimal in Folge dieselbe Anfangsformation auf – bis zum 14. Spieltag. Am Samstagabend in Leverkusen durfte jene Elf ran, die auch in der Vorwoche beim 1:1 gegen den FC St. Pauli begonnen hatte.
„Als Underdog musst du dich anpassen“, erklärte Kwasniok vor Anpfiff bei Sky einerseits, warum er sonst stets gewechselt hatte, und ergänzte andererseits: „Jetzt haben wir gegen St. Pauli aber ein gutes Spiel gemacht und nehmen den Mut mit.“ Sein Plan, gegen Leverkusen mit fußballerischen Mitteln dagegenzuhalten, ging jedoch schief. Gefährlich wurde der FC beim Champions-League-Teilnehmer nur durch vereinzelte Nadelstiche.
Planänderung ohne Erfolg
Und so sorgte Kwasniok in der Pause noch für ein zweites Novum: Erstmals als FC-Trainer wechselte er zum Start der zweiten Halbzeit dreifach. Keine Änderungen vor dem Spiel, dafür umso mehr beim Seitenwechsel. „Es hing nicht mit den Spielern zusammen, sondern ich hatte schon in der ersten Halbzeit das Gefühl, dass wir keine Chance haben“, erklärte Kwasniok im Nachgang.
Der Kölner Coach sah sich gezwungen, sein eigentliches Vorhaben über den Haufen zu werfen. „Wir wollten hoch anlaufen, dafür waren aber Geist und Körper nicht gut genug.“ Daher die Planänderung: „Ich wollte körperliche Wucht und Geschwindigkeit aufs Feld bringen.“ Kwasniok habe gedacht, „dass wir nur erfolgreich sein können, wenn wir über den zweiten Ball agieren“.
Wir hatten keine guten Phasen im Ballbesitz. Dann müssen leider oftmals gute Fußballer weichen.
Lukas Kwasniok
Linton Maina, Cenk Özkacar und Ragnar Ache kamen; Luca Waldschmidt, Denis Huseinbasic und Marius Bülter mussten in der Kabine bleiben. „Wir hatten keine guten Phasen im Ballbesitz“, analysierte Kwasniok und schlussfolgerte: „Dann müssen leider oftmals gute Fußballer weichen – das gilt es zu akzeptieren. Mein Job ist es, nach Möglichkeit Spiele zu gewinnen. Das ist uns leider trotzdem nicht gelungen.“ Nach dem 0:0 zur Pause verlor der FC letztlich mit 0:2.
Respekt von Hjulmand
Während Kwasniok und die Kölner Profis viel Selbstkritik übten, nahm der Gegner die Kölner gar nicht so schwach wahr. Leverkusens Trainer Kasper Hjulmand übermittelte „viel Respekt für die Art und Weise des Fußballs mit einem offensiven Mindset“ und sah Bayer vor der Pause offenbar nicht derart überlegen: „Es war kein leichtes Spiel, wir hatten zu Beginn viele Probleme, uns Torchancen herauszuspielen.“ Leverkusen habe „eine super Leistung“ gebraucht, um zu gewinnen.








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