Nur vier Feldspieler des 1. FC Köln kamen bislang noch seltener zum Einsatz als Luca Waldschmidt. Nun stimmt der Offensivakteur durchaus kritische Töne an und blickt auf seine Zukunft.
Wenn Luca Waldschmidt im bisherigen Verlauf dieser Bundesliga-Saison für den 1. FC Köln auf dem Platz stand, war er im Schnitt alle 74 Minuten direkt an einem Tor beteiligt. Fraglos eine beachtliche Quote, die sogar ganz knapp über jener von Top-Scorer Said El Mala (alle 75 Minuten) liegt. Das Problem aus Waldschmidts Sicht: Er stand einfach zu selten auf dem Platz. Bislang gerade mal 370 Minuten.
Mit dieser Zahl könne er „definitiv nicht“ zufrieden sein, sagt der Offensivakteur in einem Interview mit dem Express: „Das ist deutlich zu wenig.“ Trotz der geringen Spielanteile gelangen ihm drei Treffer und zwei Vorlagen, was im internen Scorer-Ranking immerhin Platz vier bedeutet. Er versuche, seine Stärken einzubringen, wenn er ran darf. „Das ist mir in meinen Augen bisher sehr ordentlich gelungen, wenn ich mir meine Statistiken angucke. Alle 74 Minuten ein Tor oder Assist ist nicht so schlecht“, meint Waldschmidt.
Waldschmidt: „Natürlich nicht zufriedenstellend“
Sein Unverständnis für die Entscheidungen von Lukas Kwasniok, der ihn bisher erst fünfmal beginnen ließ, versteckt der Ex-Nationalspieler nicht: „Er erklärt einem immer, wie seine Gedanken sind. Trotzdem ist das aus persönlicher Sicht natürlich nicht zufriedenstellend. Von daher ist es ganz normal, dass wir da auch mal anderer Meinung sind.“
Beispielsweise am dritten Spieltag in Wolfsburg, als Waldschmidt die frühe 1:0-Führung erzielt hatte, aber zur Pause rausmusste. „Es war auch für mich manchmal schwer zu greifen. Vor allem in Wolfsburg hatte ich ein sehr gutes Gefühl. Ich war gut im Spiel, habe ein Tor gemacht und musste dann trotzdem raus. Der Trainer wollte dort taktisch etwas verändern, das hat er mir auch so gesagt“, blickt der 29-Jährige zurück.
Sein Streben im weiteren Saisonverlauf: „Ich möchte mich immer von der ersten bis zur 90. Minute einbringen und bin davon überzeugt, in jeder Phase des Spiels wichtig zu sein.“ Seinem Spiel tue es gut, lange auf dem Platz zu stehen. „Rhythmus ist ein wesentlicher Faktor für mich.“
Noch mal international, noch mal Ausland
Auf der Suche nach mehr offensiver Durchschlagskraft und Kreativität könne er der Mannschaft „meiner Meinung nach sehr viel“ geben. Waldschmidt wünscht sich nicht nur persönlich, sondern auch generell mehr Kontinuität: „Ich denke, es muss einfach wieder dieses gewisse Gefühl zwischen allen entstehen. Das kommt vor allem durch Rhythmus und eine gewisse Eingespieltheit, die wir wiederfinden müssen.“
Dass er mit seinen Einsatzzeiten unzufrieden ist, ändert jedoch nichts daran, dass Waldschmidt seine Zukunft beim FC sieht – zumindest kurzfristig. „Ich möchte Erfolge feiern und noch mal international spielen. Auch wenn ich mich in Köln zu Hause fühle und es nach der Karriere meine Wahlheimat sein wird, möchte ich mir noch einmal den Traum vom Ausland erfüllen“, so sein Blick auf die weitere Karriere. Doch das sei „Zukunftsmusik“, versichert er, denn: „Vorher habe ich noch viel mit dem FC vor.“








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