Comeback statt Vertrauen in Top-Transfer: Das war der Grund

Joel Schmied im Duell mit Chris Führich. (Foto: IMAGO / Michael Weber)
Joel Schmied im Duell mit Chris Führich. (Foto: IMAGO / Michael Weber)

Trotz eines expliziten Lobes von Trainer Lukas Kwasniok hat Rav van den Berg am Samstag 90 Minuten auf der Bank des 1. FC Köln gesessen. Stattdessen feierte Joel Schmied beim VfB Stuttgart sein Comeback.

Als der 1. FC Köln am Samstag gut eine Stunde vor dem Anpfiff beim VfB Stuttgart seine Startelf verkündete, fehlte einmal mehr der Name Rav van den Berg. Der Niederländer saß auf der Bank, und dort sollte der 21-Jährige auch die gesamte Spielzeit verbringen. Statt van den Berg spielte Joël Schmied von Beginn an. Für den Schweizer war es sein Comeback nach fast drei Monaten.

Schmied lieferte eine wechselhafte Partie ab. Auf gute Zweikämpfe und Ballgewinne folgten Momente, in denen ihm noch die Spritzigkeit fehlte, um den teils schnellen Angreifern folgen zu können. Insgesamt präsentierte sich der 27-Jährige durchaus solide und dürfte daher auch nächste Woche gegen die TSG Hoffenheim wieder in der Startelf stehen, sollte nichts Unerwartetes geschehen.

Schmied schon im Sommer ein Gewinner unter Kwasniok

Zum Leidwesen des teuersten Neuzugangs des vergangenen Sommers beim 1. FC Köln: Van den Berg kommt unter Lukas Kwasniok einfach nicht in Fahrt. Und das, obwohl der FC-Trainer den Innenverteidiger unter der Woche noch für seine gute Trainingsleistung gelobt hatte und Trainingsleistung für Kwasniok eigentlich eine der wichtigsten Kriterien ist für die Startelf am Wochenende.

Rav van den Berg. (Foto: Bucco)
Rav van den Berg. (Foto: Bucco)

„Rav hatte zwei gute Einheiten. Da gilt es dranzubeliben“, sagte Kwasniok am Samstag nach der Partie. Was wohl so viel heißen sollte: Vorher waren die Trainingsleistungen nicht gut – und zwei gute Einheiten reichen nicht, um sofort wieder in die Startelf zu rutschen. Schmied hingegen hatte sich schon in der Sommer-Vorbereitung in Kwasnioks Fokus gespielt, indem er konstant auf hohem Niveau trainierte und seine Fehlerquote minimieren konnte.

Wir hatten unsere physisch beste Elf auf dem Platz

Lukas Kwasniok

Diese Fehlerquote war bei van den Berg in seinem einzigen Einsatz von Beginn an in diesem Jahr in Freiburg viel zu hoch. Und auch in seinem Kurzeinsatz gegen Wolfsburg konnte van den Berg nicht die nötige Souveränität ausstrahlen. Darüber hinaus aber betonte Kwasniok, dass noch ein anderer Umstand für Schmied gesprochen habe.

„Joel hat den Vorteil einer unglaublichen Power“, sagte Kwasniok. „Wir wollten den VfB über das ganze Feld jagen und in Eins-gegen-Eins-Duelle verwickeln. Dafür brauchst du Physis.“ Tatsächlich spielte der FC in vielen Phasen des Spiels fast über das gesamte Feld ein Eins-gegen-Eins. „Wir hatten unsere physisch beste Elf auf dem Platz“, betonte der FC-Coach. „Da hat Joel noch mal Vorteile im Rausbeschleunigen und im Zupacken in den direkten Duellen. Er hat es absolut solide gemacht.“

Wie geht es weiter für van den Berg?

Was die Frage nach van den Berg nicht vollends beantwortet. Der FC wollte mit dem niederländischen U21-Nationalspieler einen neuen Weg einschlagen, auch fußballerisch in der Defensive einen neuen Akzent setzen. Van den Berg hat Anpassungsprobleme an die Bundesliga, ihm fehlt allerdings auch der Rhythmus. Sollte Jahmai Simpson-Pusey zeitnah zurückkehren, dürfte es für den Rechtsfuß noch etwas schwerer werden. Seine erste Saison beim FC hätte er sich sicherlich anders vorgestellt.

DAS KÖNNTE DICH AUCH INTERESSIEREN

DISKUTIER MIT!

Willkommen im Kommentarbereich des GEISSBLOG!
Hier kannst du über den 1. FC Köln diskutieren und dich mit anderen Usern austauschen. Bitte beachte dabei die Spielregeln in unserer Netiquette! Du findest sie hier und kannst sie jederzeit nachlesen. Viel Spaß!
Abonnieren
Benachrichtige mich bei
18 Kommentare
Neueste
Älteste Meistbewertete