Der FSV Mainz 05 mischt den Abstiegskampf auf – auch dank zweifelhafter Schiedsrichter-Entscheidungen. Während der 1. FC Köln mit den Unparteiischen hadert, wird der Konkurrent der Geißböcke mit Elfmetern überschüttet.
Obwohl der 1. FC Köln weiterhin auf Platz zehn steht, ist im Abstiegskampf kein Durchatmen angesagt. Der FSV Mainz 05 hat nach der 1:2-Niederlage im RheinEnergieStadion dreimal in Serie gewonnen, St. Pauli überraschte zuletzt mit einem 2:1-Erfolg gegen den VfB Stuttgart – so beträgt der Vorsprung auf den Relegationsrang nur noch vier Punkte, Platz 17 ist sechs Zähler entfernt.
Vor allem der Mainzer Aufschwung unter Neu-Coach Urs Fischer hat den Tabellenkeller durcheinandergewirbelt. „Die Mainzer haben aktuell eine gute Performance, sind stabil“, weiß Lukas Kwasniok, macht aber auch darauf aufmerksam, dass die 05er in den vergangenen Wochen reichlich Glück mit den Entscheidungen der Schiedsrichter hatten.
Elfmeter-Flut beim FSV Mainz 05
Sowohl beim 2:1-Sieg in Leipzig als auch beim 2:0 gegen Augsburg bekam Mainz – man muss es so sagen – Strafstöße geschenkt. „Manchmal gibt es eine Berührung und die wird nicht gepfiffen. Manchmal gibt es keine, die wird aber gepfiffen“, spielt Kwasniok auf die äußerst strittige Szene vor dem 1:0 gegen Augsburg an und steht mit seiner Meinung gewiss nicht alleine da: „Die Mainzer hatten in den vergangenen zwei, drei Spielen durchaus das Quäntchen Glück, ein paar Elfmeter zu bekommen, die vielleicht keine waren.“ Das sei schon entscheidend gewesen, um die Rheinessen „aus dem Keller zu hieven“.
Allein seit Rückrunden-Start wurden Mainz fünf (!) Elfmeter zugesprochen, darunter natürlich auch gerechtfertigte. „Während wir nach wie vor mit einem Elfer dastehen“, so Kwasniok, der beim 1:2 gegen Leipzig in der ersten Halbzeit gerne einen Elfmeterpfiff gehört hätte. „Wenn man sich die Situation mit Ragnar Ache anschaut – dem haben sie das Trikot zerrissen und unten noch das Bein weggeflext. Das ist dann kein Elfer?“ Zumindest gab es hier deutlich mehr Berührung als in Mainz.
Man kann immer nur seine Leistung beeinflussen und hoffen, dass andere nicht zu sehr das Ergebnis beeinflussen.
Lukas Kwasniok
Verstärkt wurde das Kölner Gefühl, ungerecht behandelt zu werden, natürlich noch von der „skurrilen Abseitskonstellation“, wie Kwasniok sagt, die den Elfmeter nach Christoph Baumgartners Handspiel verhinderte. „Du musst vier Semester studiert haben, um das zu verstehen“, ärgert sich Kwasniok nach wie vor und stellt fest: „Man sieht, wie abhängig wir von diesen Entscheidungen sind. Man kann immer nur seine Leistung beeinflussen und hoffen, dass andere nicht zu sehr das Ergebnis beeinflussen.“
Was bleibt, ist die übliche Hoffnung, dass sich im Laufe einer Saison alles ausgleicht. „Irgendwann haben wir auch mal etwas gut“, so Kwasniok, der das wertlose Elfmeter-Geschenk beim 1:3 in Gladbach nicht unerwähnt lässt. „Das war natürlich kein Elfer. Ansonsten hatten wir aber echt schon ein paar Aktionen, wo ich gedacht habe: Wo sind sie denn?“ Die Schiedsrichter, die Videoassistenten.
Kwasniok bleibt bei seiner Rechnung
Womöglich hat der FC das benötigte „Quäntchen“ bei den anstehenden Duellen mit den Top-Gegnern: Nach dem Auswärtsspiel am Samstag in Stuttgart kommt der Tabellendritte Hoffenheim nach Köln und das übernächste Heimspiel steigt gegen Dortmund. Punktet der FC gegen die Spitzenteams nicht, rückt der Keller noch näher.
„Ich habe von Anfang an gesagt, dass die Punkte, die wir geholt haben, ein Puffer sind, um uns nach Möglichkeit von den unteren Tabellenplätzen fernzuhalten“, geht Kwasniok mit der aktuellen Situation locker um und bleibt dabei: „Du wirst wahrscheinlich zwischen 32 und 35 Punkten brauchen, um die Klasse zu halten.“ Das wären im Fall des FC noch drei oder vier Siege.







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