Der 1. FC Köln leiht nach Jahmai Simpson-Pusey mit Felipe Chávez ein weiteres Top-Talent eines Top-Clubs aus. Das zeigt, dass sich beim FC die Ansprüche verändert haben – und die Strahlkraft des FC.
Eine kommentieren Analyse von Marc L. Merten
Viele Jahre lang war der 1. FC Köln keine gute Adresse auf dem internationalen Transfermarkt. Das ist keine Schwarzmalerei, sondern ein Fakt. Weder sahen europäische Spitzenclubs es als nötig an, sich Spieler der Geißböcke genauer anzuschauen. Noch sahen Top-Talente, die bei ihrem Stammverein keine Spielpraxis bekamen, den FC als attraktive Option an, weil sie fürchteten, sich dort nicht weiterentwickeln zu können.
Das hat sich geändert. Mit den Transfers von Jahmai Simpson-Pusey und Felipe Chávez zeigen die Geißböcke, dass talentierte Youngsters von Welt-Clubs wie Manchester oder Bayern München ihren nächsten Schritt sehr wohl in Köln sehen. Das Image des FC hat sich gewandelt, und das hat zahlreiche Gründe.
Diese Transfers haben dem FC geholfen
Die wichtigsten Gründe sind der jahrelange Erfolg der U19 mit Titeln und nun dem Youth-League-Durchbruch, die Durchlässigkeit der Talente aus dem eigenen Nachwuchs zu den Profis, aber auch diverse Transfers. So sehr sich Leverkusen auf die Schultern klopft: International weiß jeder Experte, dass Florian Wirtz beim FC ausgebildet wurde. Damion Downs wechselte nach England, Tim Lemperle nach Hoffenheim (wo ihn gerade zahlreiche englische Clubs ins Visier nehmen).
Und dann wäre da noch Jonas Urbig, der in München als Kronprinz von Manuel Neuer zu deutlich mehr Spielpraxis kommt, als vorstellbar gewesen war. Diese Transfers haben den FC in den Fokus gerückt. Wenn diese Talente vom FC kommen, dann gibt es da womöglich noch mehr Potenzial. Und wenn dann auch noch Spieler wie Eric Martel als ehemaliger U21-Kapitän Deutschlands, Said El Mala als Shootingstar und Rav van den Berg als niederländischer U21-Kapitän in Köln spielen, kriegt das inzwischen jeder mit.
FC wieder ein Sprungbrett
Kurzum: Der FC hat sich in kürzester Zeit wieder zu einer guten Adresse gemausert. Das passt zu den neuen Ansprüchen in Köln. Simpson-Pusey und Chavez kommen nicht nur, weil sie Spielpraxis wollen. Sie kommen auch, weil der FC besser werden will, und zwar fußballerisch. Das Duo kommt mit der Ausbildung absoluter Top-Clubs, die sich vor allem über das spielerische Element definieren. Und genau das wollen Sportchef Thomas Kessler und Trainer Lukas Kwasniok immer stärker in den Vordergrund rücken.
Wer zum FC kommt, muss zwar das kämpferische Einmaleins verinnerlicht haben. Er muss aber auch fußballerisch immer höheren Ansprüchen genügen. Und so ist es die neue Kölner Transferstrategie, sich um solche Talente zu bemühen, die wissen, dass der FC ein Sprungbrett sein kann, welches gleichzeitig eine gute Entwicklung verspricht. Kaufoptionen sind bei diesen Leihen für den FC Pflicht, und wenn eine Rückkaufoption – wie in beiden Fällen geschehen – nicht vermeidbar ist, kann der FC trotzdem gut verdienen.
Große Chancen, kleines Risiko
So hat der FC im vergangenen Sommer und nun im Winter gezeigt, dass vor allem ganz junge Spieler immer stärker ins Visier geraten. Die Geißböcke wollen ein Talente-Magnet sein – sowohl für die Eigengewächse wie Fynn Schenten und Youssoupha Niang also auch für die externen Youngsters wie Simpson-Pusey und Chavez.
Nun muss diese Strategie am Saisonende mit dem souveränen Klassenerhalt belohnt werden. Dann wäre das Fundament gelegt für den nächsten großen Schritt und die nächste Stufe an Talenten, um dem Kader noch mehr Qualität hinzuzufügen. Zumal der FC bei diesen Leihgeschäften kaum ein Risiko eingeht – aber große Chancen wittert.








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