Der 1. FC Köln hat die Niederlagen der Bundesliga-Konkurrenz nicht nutzen können und beim VfB Stuttgart ebenfalls eine Pleite hinnehmen müssen. Die Geißböcke kassierte am Karnevalssamstag im Top-Spiel des 22. Spieltags ein unnötige 1:3 (0:1).
Aus Stuttgart berichten Sonja Gauer und Marc L. Merten
Der erste Teil des 22. Spieltags war wie gemalt für den 1. FC Köln. Mainz, Bremen, St. Pauli und Gladbach hatten jeweils hoch verloren. Die Geißböcke bekamen die Chance, sich mit einem Sieg beim VfB Stuttgart von den Abstiegsrängen deutlich abzusetzen. Dafür aber brauchte es ein halbes Wunder – an Karneval, in Stuttgart und am Samstagabend zur Topspiel-Zeit um 18.30 Uhr: Traditionell sieht der FC dort schon länger schlecht aus. Und dann fehlte auch noch die aktive Fanszene, die nicht hatte anreisen dürfen (mehr dazu hier). Würde der FC an Valentinstag trotzdem jubeln?
Tore und Highlights
15. Minute: Nach nur 72 Sekunden musste Schäwbe gegen Undav seine ganze Klasse aufbieten, nachdem er selbst einen Fehlpass ins Mittelfeld gespielt hatte (2.). Der FC kam durch Kaminski zur ersten Schusschance, dessen Versuch aber vorbei ging (9.). Doch nach einer Viertelstunde war es dann passiert. Ein einfacher Lupfer in den Strafraum von Führich fand Leweling, dieser köpfte quer zu Demirovic und dieser vollendete ohne Mühe aus neun Metern zum 0:1.
Halbzeitpause: Der FC hatte nur selten die nötige Ballkontrolle und Ruhe, um sich wirklich gefährlich nach vorne zu kombinieren. Viele lange Bälle und viele Flanken ins Nichts, dazu Standards, von denen jeder zweite in einem Stuttgarter Konter zu münden drohte. Einzig in der 38. Minute brachte der FC noch einmal etwas wirklich Gefährliches zustande, als Thielmann aus 16 Metern die rechte Klebe auspackte, aber Nübel zu zentral forderte. So ging es verdient mit einem 0:1-Rückstand in die Pause
68. Minute: Die zweite Hälfte begann mit wenigen klaren Aktionen, bis Bülter ein zweiter Ball im Strafraum vor die Füße fiel. Nach einer abgewehrten Sebulonsen-Flanke kam die Kugel noch einmal zum FC-Stürmer zurück, der die Möglichkeit aus sechs Metern aber nicht nutzen konnte (59.). Die Geißböcke wurden fortan besser und Kwasniok wechselte mutig: Beide Innenverteidiger gingen vom Feld, dafür kamen Waldschmidt und El Mala. Eine Kampfansage für die Schlussphase (68.).
79. Minute: Der FC spielte auf den Ausgleich und wurde belohnt. Zunächst setzte El Mala einen Schuss aus 18 Metern über das Tor und übersah dabei den freistehenden Ache. Doch Ragnar Ache war es dann nur eine Minute später, der den FC jubeln ließ. Waldschmidt fing einen Pass der Stuttgarter im Aufbauspiel ab und passte sofort steil auf Ache. Der Mittelstürmer ließ Jeltsch ins Leere grätschen und lupfte den Ball dann abgebrüht über den herauseilenden Nübel ins Netz – das 1:1 für den FC.
84. Minute: Doch wie schon gegen Leipzig kassierte der FC nach dem erzielten Ausgleich nur kurze Zeit später das nächste Gegentor. Und wieder war es Karo einfach gespielt: Pass auf die linke Seite, scharfe Flanke hinter die Kette und wieder war es Demirovic, der einlief und per Direktabnahme zum 1:2 traf.
90+2. Minute: Den Deckel drauf machte der VfB dann nach einem Ballverlust des eingewechselten Kainz in der eigenen Hälfte. Gegen eine aufgerückte Kölner Hintermannschaft schob schließlich Undav den Ball im zweiten Anlauf über die Linie – das 1:3 und damit der Endstand.
Personal
So spielte der FC: Schwäbe – Sebulonsen, Schmied (68. El Mala), Özkacar (68. Waldschmidt), Lund – Thielmann, Martel (89. Kainz), Krauß (89. Schenten), Kaminski – Ache, Bülter (83. Huseinbasic)
Zur Aufstellung: Kwasniok stellte seine Startelf auf zwei Positionen um. Schmied feierte nach über zwei Monaten sein Comeback und lief direkt von Beginn an auf. Darüber hinaus kehrte Bülter zurück und spielte für den erkrankten Johannesson. Auf der Bank gehörte mit Fürst ein U19-Talent erstmals zum Spieltags-Kader der Bundesliga. Zudem saß El Mala zunächst nur auf der Bank, sollte für Kwasniok aber Joker Nummer eins sein.
Fazit
Wie schon gegen Leipzig kommt der 1. FC Köln auch gegen den VfB Stuttgart nach einem Rückstand zurück, erzielt den Ausgleich und ist dann nur Minuten später in der Abwehr nicht wach genug. Die Geißböcke verlieren so auch das zweite Spiel gegen eine der Top-Teams der Liga auf unnötige wie ärgerliche Art und Weise. Die Kwasniok-Elf muss sich ankreiden lassen, von ganz einfachen Spielzügen überrumpelt worden zu sein. Umso bitterer, da der mögliche Punktgewinn in der Tabelle einen spürbaren Unterschied ausgemacht hätte. So aber ging es an Karneval einmal mehr mit einer Niederlage zurück in die Domstadt.






Hier kannst du über den 1. FC Köln diskutieren und dich mit anderen Usern austauschen. Bitte beachte dabei die Spielregeln in unserer Netiquette! Du findest sie hier und kannst sie jederzeit nachlesen. Viel Spaß!