Nach Vorlage: Kaminski verschenkt! Muss Kwasniok einem Talent vertrauen?

Kristijan Lakic (Augsburg) und Jakub Kaminski (1. FC Köln) kämpfen um den Ball.
Kölns Jakub Kaminski versucht mit allen Mitteln, Gegenspieler Kristijan Lakic zu stoppen. (Foto: Imago/xinhuan)

Jakub Kaminski ist eine Allzweckwaffe im Kader des 1. FC Köln. Doch Trainer Lukas Kwasniok verschenkt ihn auf der rechten Schiene. Neben Said El Mala ist der Pole der große Knackpunkt im Kölner Spiel.

Vor einigen Wochen drohten dem 1. FC Köln noch die Innenverteidiger auszugehen. Doch vor dem Spiel beim FC Augsburg stand Trainer Lukas Kwasniok nach den Verletzungen von Sebastian Sebulonsen und Jan Thielmann plötzlich ohne Rechtsverteidiger da. Auch Alessio Montes-Castro hatte sich zuvor bereits verletzt abgemeldet.

In der Vorbereitung auf den Abstiegskrimi in Schwaben probte Kwasniok eine Lösung mit dem U21-Spieler Cenny Neumann und dem U19-Talent David Fürst aus. Doch dann entschied er sich dafür, Jakub Kaminski auf die Position zurückzuziehen. Dabei hatte der Pole in der Vorwoche noch mit seinem ersten Assist seit über drei Monaten geglänzt.

Kwasniok wollte Talente nicht „überfordern“

Kwasniok sagte vor dem Spiel bei Sky: „Kuba ist ein Schweizer Taschenmesser. Der kann überall spielen. Cenny war tatsächlich eine Überlegung. Wir haben es am Mittwoch auch so trainiert, aber ich hatte noch nicht das Gefühl, dass sie am Freitagabend von Beginn an ihren Mann stehen könnten. Da hätte ich sie überfordert und ihnen keinen Gefallen getan.“

Ob das so stimmt, lässt sich im Nachhinein schwer beurteilen. Sicher ist jedoch, dass Kaminskis Qualitäten im Offensivspiel, seine Schnelligkeit und Kreativität, dem FC einmal mehr fehlten. Zumal Said El Mala von der medizinischen Abteilung auch nur grünes Licht für eine Einsatzzeit von maximal 30 Minuten bekommen hatte. Wie wichtig das Duo für den FC auf deren besten Positionen in der offensiven Dreierkette ist, hatte das Spiel gegen Hoffenheim gezeigt. Doch einmal mehr nahm Kwasniok seiner Mannschaft mit der Versetzung Kaminskis diese Stärke.

Bülter und Waldschmidt Totalausfälle

Anstelle der beiden besten FC-Flügelstürmer flankierten Marius Bülter und Luca Waldschmidt Kölns „König der Lüfte“ Ragnar Ache. Bülter knüpfte nahtlos an seine erschreckend schwachen Auftritte der letzten Wochen an, trug nur wenig zur Offensive bei und gab beim ersten Gegentor seinem Gegenspieler freundlich Geleitschutz. 

Auch Waldschmidts Auftritt war ein erneuter Beweis für die eklatante Differenz zwischen dem eigenen Anspruch des Spielers einerseits und dessen großen Leistungsschwankungen andererseits. Wer regelmäßig öffentlich auf seine Chance pocht, sollte mehr Einfluss auf den Platz bringen als der Offensivspieler es am Freitagabend tat.

Kwasniok muss andere Lösungen finden

Im Nachhinein muss man konstatieren: Vielleicht sollte Kwasniok gerade da den Mut für die Jugend zeigen, wo es der Mannschaft aktuell am meisten helfen würde. Die Einwechslungen von U19-Torjäger Fynn Schenten und Youssoupha Niang waren freilich der Not geschuldet, dass dem FC-Trainer aktuell keine anderen Angreifer zur Verfügung standen.

Cenny Neumann hingegen blieb 90 Minuten auf der Bank. Wird es gegen Dortmund anders sein? Dem FC-Trainer bleibt jedenfalls nichts anderes übrig, als eine andere Lösung für die rechte Schiene zu finden. Denn Kaminski dort zu verstecken, ist keine Lösung und schadet der Mannschaft mehr, als dass es ihr hilft.

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