Der 1. FC Köln hat den Topspiel-Fluch zumindest teilweise durchbrochen. Nach sieben Niederlagen an Samstagabenden in dieser Saison holte der FC beim Hamburger SV ein 1:1 (1:1). Im Abstiegskampf half dieser Punkt dem HSV aber mehr als den Geißböcken.
Aus dem Volksparkstadion berichten Sonja Gauer und Marc L. Merten
Nach der Niederlage des FC St. Pauli am Freitagabend in Mönchengladbach und dem 1:1 des VfL Wolfsburg am Samstagnachmittag bei der TSG Hoffenheim wollte der 1. FC Köln mit einem Sieg beim Hamburger SV im Abstiegskampf ein Ausrufezeichen setzen. Dafür aber mussten die Geißböcke erstmals in dieser Saison in einem Samstagabend-Topspiel etwas Zählbares holen.
Tore und Highlights
1.-26. Minute: In der Anfangsviertelstunde bemühte sich der FC um Spielkontrolle, kam aber nicht gefährlich vor das Tor der Gastgeber. Der HSV wiederum beschränkte sich auf Konter und bekam von Schiedsrichter Tobias Welz zwei Freistöße aus gefährlicher Position geschenkt, die aber ohne Folgen blieben. In der 20. Minute brach Kaminski links erstmals durch, fand mit seinem Querpass im Strafraum aber niemanden. In der 26. Minute zog El Mala in die Mitte, sein Schuss aus 18 Metern wurde am Tor vorbei gelenkt.
28. Minute: Riesige Verärgerung beim FC! Kristoffer Lund brach auf der linken Seite nach einem starken Sprint bis zur Grundlinie durch. William Mikelbrencis stieg dem US-Amerikaner von hinten mit offener Sohle auf die Achillessehne. Doch der bis dahin völlig indisponierte Referee Welz sah das Foul nicht, VAR Benjamin Brand sah bei dieser Szene kein Rot-würdiges Foul. Für ein ähnliches Trefferbild war Jahmai Simpson-Pusey vor einer Woche des Feldes verwiesen worden. Der FC bekam eine Ecke, Mikelbrencis nicht einmal Gelb.
39. Minute: Ein Traumtor brachte den FC dann in Rückstand. Ein einfacher Ball in den Rücken von Özkacar und vor van den Berg landete beim in die Tiefe gestarteten Fabio Vieria. Der Mittelfeldspieler nahm den Ball gar nicht mehr an, sondern lupfte ihn gefühlvoll mit dem Außenrist über Schwäbe hinweg ins lange Eck zum 0:1.
45. Minute: Doch der FC kam noch vor der Pause zurück. Kaminski brachte einen Eckball von der linken Seite in den Strafraum. Van den Berg verlängerte mit einer Mischung aus Kopf- und Schulterball an den langen Pfosten. Dort lief Said El Mala ein und köpfte den Ball aus zwei Metern zum 1:1 in die Maschen.
2. Halbzeit: Die erste Chance in der 2. Halbzeit hatte Maina, der nach der Pause für Niang gekommen war, doch sein Schuss aus 16 Metern ging deutlich über den Kasten (55.). Diese Aktion blieb bis in die Schlussphase hinein die einzig erwähnenswerte Offensivaktion beider Mannschaften, die sich zunehmend neutralisierten – der FC mit fruchtlosem Ballbesitz, der HSV mit unscharfen Kontern. Dann hatten die Geißböcke riesiges Glück, als Elfadli nach einem Eckball hauchzart am langen Pfosten vorbei köpfte (90+3.). Auf der anderen Seite bekam der FC mit der letzten Sekunde noch einen Freistoß an der Strafraumgrenze. Doch Martel köpfte ebenso knapp am Tor vorbei (90+7.). So blieb es beim 1:1.
Personal
So spielte der FC: Schwäbe – Krauß (84. Chavez), van den Berg, Özkacar, Lund – Martel, Johannesson – Niang (46. Maina), Kaminski (90+1. Kainz), El Mala (74. Sebulonsen) – Ache (74. Bülter)
Zur Aufstellung: Kwasniok setzte beim HSV auf Konstanz. Nach den vielen Wechseln Spiel für Spiel in den letzten Monaten nahm der FC-Trainer dieses Mal nur eine Änderung vor, zu der er wegen der Roten Karte für Simpson-Pusey gezwungen war. Özkacar verteidigte in der Viererkette wie erwartet neben van den Berg im Zentrum. Darüber hinaus verzichtete Kwasniok auf Veränderungen in der Startelf.
Fazit
Der 1. FC Köln hätte beim Hamburger SV gewinnen können. Die Geißböcke waren fußballerisch die bessere Mannschaft, der HSV mauerte gut, konterte aber schlecht. Schiedsrichter Welz nahm in Hälfte eins deutlichen Einfluss auf das Spiel. Das war aber nicht der Grund, dass der FC nicht als Sieger vom Platz ging. Am Ende fehlte die nötige Konsequenz, um die drei Punkte mitzunehmen.
Für Lukas Kwasniok bedeutet dies: Zwar ging die Niederlagen-Serie zu Ende, die Sieglos-Serie aber nicht. Und damit ist klar: Am nächsten Samstag gegen Borussia Mönchengladbach muss ein Sieg her, sonst wird die Länderspielpause zur Prüfung für den Zusammenhalt beim FC. Tabellarisch steht der FC nun wieder einen Punkt vor dem Relegationsplatz und weiter vier Zähler vor Platz 17.







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