Der 1. FC Köln hat gegen Borussia Dortmund in Unterzahl mit 1:2 (0:1) verloren. Im Mittelpunkt der Niederlage stand aus Kölner Sicht dabei der VAR – der einmal eingriff, und einmal nicht. Die Stimmen zum Spiel.
Aus Müngersdorf berichten Sonja Gauer, Alexander Haubrichs und Marc L. Merten
Tom Krauß
„Es ist für mich kein vermeintliches Handspiel, es ist ein klares Handspiel. Und wenn es ein 50:50-Ding ist, muss man rausgehen und es sich anschauen. Es bringt nichts, zu sagen, dass wir wieder Pech hatten. Nein, jetzt kommen die entscheidenden Phasen! Es ist unfassbar bitter. Am Ende müssen wir es leider hinnehmen. Wir arbeiten jede Woche darauf hin, haben uns zurückgekämpft mit dem 1:2. Wir sind auch nur Menschen, wir geben alles, um irgendwie Punkte zu holen. Wir brauchen diese Punkte! Ich darf mit dem Schiedsrichter nicht reden, ich habe vier Gelben Karten. Wir waren gut im Spiel, müssen eigentlich das 1:0 machen und kriegen ein Scheiß-Tor. Vor dem 0:2 rutsche ich aus, da kann ich nichts machen. Ich nehme jede Rolle an, will voran gehen und versuche mein Bestes. Wir müssen bei uns bleiben und dürfen uns jetzt nicht beeinflussen lassen. Ich werde jetzt zwei Tage den Kopf unten haben, dann richten wir aber den Fokus auf Hamburg. Es ist nichts verloren, wir stehen über dem Strich.“
Marvin Schwäbe
„Die Mannschaft hat alles reingehauen, wir waren bemüht, haben dem BVB die Stirn geboten. Es ist nicht alles gelungen, was wir uns vorgenommen haben. Wir haben in Unterzahl aber gut agiert, waren aggressiv gegen den Ball und haben uns hintenraus gute Chancen erarbeitet. Das Unentschieden war ganz nah und wäre verdient gewesen. Ich kann der Mannschaft nicht absprechen, alles gegeben zu haben. Natürlich hätten wir gerne Punkte mehr, auch die ein oder andere bessere Leistung. Wir wollen uns da raus arbeiten. Jetzt kommen die Mannschaften auf Augenhöhe. Es ist für mich unverständlich, warum sich die Hand-Szene nicht angeschaut wird. Die 50:50-Aktionen haben wir im Moment gegen uns.“
Thomas Kessler
„Der VAR war heute sehr wachsam. Die spielentscheidende Szene aus unserer Sicht war die Rote Karte gegen Jahmai. Er kommt einfach einen Schritt zu spät und wenn du jemanden so an der Achillessehne triffst, dürfen wir uns nicht beschweren, wenn es die Rote Kart gibt. Der Trainer hat gute und emotionale Worte in der Halbzeit gefunden und gesagt, dass wir eine Balance finden müssen. Die Jungs haben das in meinen Augen gut umgesetzt. Der BVB ist aber in der Lage, die Überzahl-Situation gut auszuspielen. Kuba belohnt uns dann und wir sehen ein Powerplay auf das Dortmunder Tor. Ich habe dann die klare Erwartungshaltung, dass der VAR auch für den 1. FC Köln eingreift, wenn ein Ball durch den Sechzehner fliegt und sich ein Spieler verschätzt. Der Grund, warum Linton Maina den Ball nicht annehmen und mit einem Kontakt abschließen kann, ist ein klares Handspiel. Es ist keine Absicht, aber es ist ein Elfmeter. Der Schiedsrichter hat mir geschildert, dass es gecheckt wurde, Benjamin Cortus aber kein strafwürdiges Handspiel gesehen hat. Da habe ich mehr Fragezeichen als Ausrufezeichen. Heute ist eine von diesen Niederlagen, wo die Jungs mit erhobenem Hauptes nach Hause gehen können. Wir haben ein gutes Spiel gemacht. Das bringt uns für heute Abend nichts, aber für die nächsten Wochen.“
Lukas Kwasniok
„Für uns ist es zum wiederholten Male ein bitterer Abend. Irgendwo muss es da oben jemanden geben, der es nicht ganz so gut mit uns meint. So wie die Jungs heute von der ersten Minute gegen den Ball marschiert sind und auch den Mut hatten, mit dem Ball Stafetten zu haben, nötigt mir Respekt ab. Wir haben die Dortmunder in den ersten 15 Minuten hinten reingedrängt. Wir klären den ersten Eckball extrem gut, kriegen den zweiten aber dann nicht verhindert und es steht 0:1. Trotzdem hat die Mannschaft die Dortmunder vor Aufgaben gestellt. Das Spiel verändert sich natürlich durch die Roten Karte. Ich hatte trotzdem in der Halbzeit das Gefühl, dass es ein besonderer Abend werden kann. Mit dem Anschlusstreffer war das Stadion nochmal komplett da. Man sagt immer, dass beim VAR dann geschlafen wird. Aber aktuell ist offensichtlich auch der liebe Gott im Tiefschlaf und meint es nicht gut mit uns. Deswegen gehen wir heute traurig nach Hause. Die Mannschaft ist aber unverwüstlich und wir werden gegen Hamburg und Gladbach dasselbe Gesicht zeigen. Wir werden das Ding drehen!“








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