Geht der 1. FC Köln in jedem Fall mit Lukas Kwasniok in die Schlussphase der Bundesliga-Saison? Der FC-Trainer will beweisen, dass ein Trainerwechsel nicht immer hilfreich sein muss und vertraut auf die Stärke der Vereinsbosse.
Als Lukas Kwasniok im Sommer 2025 beim 1. FC Köln den Dienst antrat, tat er dies mit dem Segen von Sportchef Thomas Kessler und dem Ziel, den Geißböcken ein neues Gesicht zu verleihen. Etwas mehr als acht Monate später wackelt der Trainerstuhl des 44-Jährigen gewaltig. Das Derby gegen Borussia Mönchengladbach wird zur Nagelprobe.
Gelingt der Derbysieg, wird sich die Trainerfrage beim FC nicht stellen. Ein Unentschieden könnte die Frage aufkommen lassen. Eine Niederlage, vor allem eine deutliche, würde Kwasniok an den Rand einer Entlassung bringen. Nicht, weil im Hintergrund die FC-Bosse sportlich nicht von den Qualitäten des Trainers überzeugt sind, sondern weil die Ergebnisse seit Monaten gegen ihn sprechen.
Trainerwechsel keine Garantie für Wende
Dabei geht es nicht um ein Narrativ, wie Kwasniok zuletzt immer wieder betonte. Es geht um die nackten Zahlen. 17 Spiele, zwei Siege, fünf Remis, zehn Niederlagen – elf Punkte aus einer Halbserie sind die Bilanz eines chancenlosen Absteigers. Das weiß Kwasniok auch. „Wir werden nicht zu kritisch betrachtet. Nach den letzten Wochen liegt es auf der Hand“, gestand der 44-Jährige am Donnerstag.
Doch Kwasniok will nicht nur kämpfen und zeigen, dass er der richtige Mann ist. Er will gemeinsam mit den FC-Bossen auch eine Zeitenwende in Köln herbeiführen. Eine Zeit herbeiführen, in der nicht immer zum Trainerwechsel gegriffen wird, wenn es nicht läuft. In Hoffenheim stand Christian Ilzer Ende der letzten Saison vor dem Haus. Heute spielt die TSG um die Champions League mit. Beim FC St. Pauli herrschte nach dem 20. Spieltag Ende Januar noch Tristesse mit 14 Punkten und Platz 17. Sechs Spieltage später hat die Mannschaft von Alexander Blessin zehn Punkte mehr auf dem Konto.
Kwasniok sieht 1. FC Köln gut aufgestellt
Es geht also auch ohne Trainerwechsel. Auch in Köln? Kwasniok weißt darauf hin, dass bei den sieben Abstiegen jeweils der Feuerwehrmann nicht helfen konnte. „Vielleicht kann man es jetzt schaffen, mit Thomas Kessler, mit mir, mit dem neuen Vorstand, mit dem neuen Direktor Tim Steidten. Jeder erzählt von Zusammenhalt in schweren Zeiten. Das sollte uns jetzt auch auszeichnen.“
Am Donnerstag merkte man Kwasniok an, dass er in Köln noch längst nicht fertig ist, sondern noch etwas vor hat. „Wir sind gut aufgestellt, den Verein auf links zu drehen, damit wir gewappnet sind für die Zukunft“, sagte der Chefcoach und verwies dann noch auf ein anderes Beispiel. „Jeder will arbeiten wie in Freiburg und am Trainer festhalten, wenn es mal schlecht läuft. Aber dann gibt es doch diejenigen, die das konterkarieren wollen. Deswegen bin ich sehr beeindruckt von der Vereinsführung.“
Das gibt mir die Kraft immer voranzugehen. Das ist der Geist, der uns zum Klassenerhalt tragen wird.
Lukas Kwasniok
Lob für die FC-Bosse – verbunden mit dem Wunsch, es doch noch hinzubiegen. Mit einem Derbysieg und der Hoffnung, dass ein Dreier am Samstag dem FC so viel Energie verleiht, dass der Klassenerhalt gelingt. „Ich sehe den tollen Moment vor Augen am 33. Spieltag, dass wir den Klassenerhalt gemeinsam feiern können“, blickte Kwasniok voraus. Am 33. Spieltag kommt der 1. FC Heidenheim nach Müngersdorf. Dann soll zuhause die Rettung perfekt sein. Und dafür, so Kwasniok, spüre er die Bereitschaft bei allen Spielern in der Mannschaft. „Das gibt mir die Kraft immer voranzugehen. Das ist der Geist, der uns zum Klassenerhalt tragen wird.“








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