Wirtz-Anwalt bangt um Rekord: El Malas Ja-Wort setzt Kessler unter Druck

Stürmer Said El Mala.
Said El Mala beim Auswärtsspiel des 1. FC Köln in Hamburg. Sein Ja-Wort an Brighton setzt den FC unter Druck. (Foto: Imago/Beautiful Sports)

Said El Mala soll sein Ja-Wort gegeben haben: Er will im Sommer offenbar vom 1. FC Köln zu Brighton & Hove Albion wechseln. Warum das Kölns Sportchef Thomas Kessler unter Druck setzt – und wer im Sommer einen Rekord verlieren könnte.

Will Brighton & Hove Albion schon in der Länderspielpause Ernst machen und die Verpflichtung von Said El Mala in trockene Tücher bringen? Beim 1. FC Köln sollte man sich auf Bewegung gefasst machen. Für El Mala dürften die inzwischen auch als Berater fungierenden Eltern Sabrina und Mohammed mit am Tisch sitzen; wer sie juristisch vertritt, ist nicht bekannt. Dabei geht es um viel Geld.

Als Deutschlands Nationalspieler Florian Wirtz die Entscheidung über seine Zukunft treffen musste, waren seine Eltern, so erzählt man sich, monatelang hin- und hergerissen. Die gesamte Beraterbranche – allen voran Deutschlands Primus Sports360 mit dem Urgestein Volker Struth – buhlte darum, Leverkusens Juwel beim Schritt in die große Fußballwelt zu begleiten und dabei selbstverständlich kräftig mitzuverdienen.

Wirtz sparte 24 Millionen Euro durch Berater-Verzicht

Doch Vater Wirtz hatte eine andere Idee und nahm Kontakt zum prominenten Kölner Wirtschaftsanwalt Stefan Seitz auf, an dessen Kanzlei in der Aachener Straße er mehr als einmal vorbeigeradelt war. Seitz betreute die Kölner Familie daraufhin bei den Verhandlungen mit dem FC Liverpool. Im Vergleich zur Beteiligung eines herkömmlichen Beraters soll Wirtz so rund 24 Millionen Euro mehr eingenommen haben.

Dieses Beispiel dürfte Pate gestanden haben, als Said El Mala vor Kurzem entschied, dass er sich künftig von seinen Eltern vertreten lassen wolle. Aus diesem Grund wurde am 6. Februar 2026 eine Kommanditgesellschaft gegründet (Handelsregister 7572), mit den Brüdern als Gesellschaftern und Mutter Sabrina als Komplementärin. Der Kölner Stadt-Anzeiger berichtete zuerst.

FC verpflichtete gerade erst einen England-Experten

Mit der in der Derby-Woche lancierten Nachricht, man habe sich für Brighton & Hove Albion entschieden, erhöht die El-Mala-Seite den Druck auf den 1. FC Köln maximal. Sportchef Thomas Kessler kann jetzt nur noch notfalls einem Verkauf nicht zustimmen, falls die Engländer die gewünschte Ablöse nicht zahlen – wohlwissend, dass er irgendwann wohl doch wird einknicken müssen, um den nächsten Teil des Kader-Umbaus im Sommer zu finanzieren.

Das Problem: Wenn ein Spieler nicht mehr bereit ist, sich auch andere Angebote anzuhören, ist ein Wettbieten zwischen Clubs nicht mehr möglich. Immerhin: Mit Tim Steidten hat Kessler gerade erst einen erfahrenen Kaderplaner an seine Seite geholt, der aus der Zeit bei West Ham United auch die Premier League aus dem Effeff kennt.

Risiko Wertverlust im Fall eines FC-Abstiegs?

Mit einem schnellen Deal könnte der FC allerdings auch verhindern, dass die Preise im Fall eines Abstiegs purzeln. Dann könnte die Ablöse als Grundstock für die Finanzierung des direkten Wiederaufstiegs dienen.

Für Said El Mala steht allerdings ebenso viel auf dem Spiel. Sein Potenzial ist unbestritten, ebenso die Notwendigkeit, mit Spielpraxis dazuzulernen. Neben der finanziellen Absicherung für sich und seine Familie trifft er nun die wohl wichtigste Entscheidung seines bisherigen Lebens. Das Beispiel Damion Downs zeigt, wie wie schwer man sich bei einem solchen Schritt tun kann und dass die Gefahr besteht, dass die Entwicklung auch zumindest für den Moment ins Stocken geraten kann..

Allerdings dürfte Brighton mit Trainer Fabian Hürzeler hervorragende Entwicklungsmöglichkeiten bieten – zumal der Club auch noch Bruder Malek für die U21 verpflichten will. Bei Konkurrenten wie Chelsea oder Manchester United wurden schon zu viele Talente verpflichtet und anschließend in alle Welt verliehen; von so manchem hat man danach nichts mehr gehört.

Transferrekord mit Anthony Modeste wackelt

Im Hintergrund soll ein der Familie nahestehender Agrarrechtler mit am Verhandlungstisch sitzen und er dürfte Wirtz-Anwalt Stefan Seitz einen „Titel“ streitig machen. Der Jurist, der auch Großunternehmen wie die Lufthansa berät und Präsident des Hockey-Spitzenclubs Rot-Weiß Köln ist, hat bisher sowohl in Leverkusen als auch in Köln die Rekordtransfers ausgehandelt.

Neben Wirtz war er maßgeblich an der Umsetzung des Transfers von Anthony Modeste nach China beteiligt – Ablösesumme damals: 29 Millionen Euro. Und auch wenn nicht jeder mit den derzeit angeblich von Brighton gebotenen 35 Millionen Euro zufrieden sein sollte: Diese Marke dürfte der FC am Ende in jedem Fall knacken.

DAS KÖNNTE DICH AUCH INTERESSIEREN

DISKUTIER MIT!

Willkommen im Kommentarbereich des GEISSBLOG!
Hier kannst du über den 1. FC Köln diskutieren und dich mit anderen Usern austauschen. Bitte beachte dabei die Spielregeln in unserer Netiquette! Du findest sie hier und kannst sie jederzeit nachlesen. Viel Spaß!
Abonnieren
Benachrichtige mich bei
69 Kommentare
Neueste
Älteste Meistbewertete