Der Mutmacher für die Endspiele: Der FC hat die Rettung in der eigenen Hand

Marius Bülter bejubelt den Ausgleich zum 2:2. (Foto: IMAGO / DeFodi Images)
Marius Bülter bejubelt den Ausgleich zum 2:2. (Foto: IMAGO / DeFodi Images)

Der 1. FC Köln holt bei der Premiere von René Wagner einen Punkt bei Eintracht Frankfurt. Nicht nur tabellarisch war der Zähler spürbar wichtig. Vor den beiden womöglich torentscheidenden Bundesliga-Spielen war das Unentschieden ein echter Mutmacher.

Ein Kommentar von Marc L. Merten

Auf den ersten Blick mochte beim 1. FC Köln am Sonntagabend in Frankfurt vieles an die letzten Wochen unter Lukas Kwasniok erinnert haben. Gut gespielt, aber nicht gewonnen. Sicht belohnt, aber nicht mit einem Sieg. Zwar einen Punkt geholt, aber mal wieder in den entscheidenden Momenten schlecht verteidigt und vorne die Chancen nicht genutzt. Doch das 2:2 war anders.

Erstens, weil der FC nach einem echten Nackenschlag in Form eines Frankfurter Doppelschlags trotzdem noch zurückkam und sich zu einem Punkt kämpfte. Unter Kwasniok wäre es, wie gegen Dortmund beispielsweise, womöglich beim 1:2 geblieben, nach dem man sich hätte schön reden können, nach dem 0:2 noch einmal eine Reaktion gezeigt zu haben. Vor allem aber war das 2:2 ein Punkt für die kommenden Wochen.

Ein gewonnener und nicht zwei verlorene Punkte

Der FC steht nun vor den beiden direkten Duellen im Abstiegskampf gegen den Tabellen-14. aus Bremen und den Tabellen-16. vom Millerntor. Werder und St. Pauli – mehr Abstiegskampf geht für den 1. FC Köln in den nächsten zwei Wochen nicht. Daher war dieser Punktgewinn ein echter Mutmacher. Ja, ein Sieg in Frankfurt wäre sogar drin gewesen. Nein, zwei verlorene Punkte waren es dennoch nicht. Denn einiges hatte funktioniert.

Die Spielidee mit den Kontern wäre fast aufgegangen. Die zwei Spitzen mit Ache und El Mala und Kaminski als Unterstützung wirkten gut durchdacht. Das 5-3-2 zu Beginn funktionierte zwar nicht, dafür die schon zuvor besprochene Umstellung auf ein 4-4-2 mit Variabilität zum 4-3-3. Wagner redete nichts schön, sprach die Fehler in der Defensive hinterher klar an, machte aber auch deutlich: Der FC muss aus diesem Spiel mit Optimismus hervorgehen.

Zwei Endspiele für die Rettung

Denn dann kann es gegen Bremen und auf St. Pauli klappen. Auf den VfL Wolfsburg sind es nun schon sechs Punkte, dank des sehr viel besseren Torverhältnisses eigentlich sieben. Mit zwei Siegen in den nächsten beiden Spielen gegen die direkten Konkurrenten – auch wenn es zuletzt nur zwei Siege aus 19 Spielen gab – hat der FC es in der Hand, den Klassenerhalt schon praktisch perfekt zu machen.

So absurd es klingt: Aber diese Chance hat der FC, das ist die tabellarische Mathematik, gerade auch dank dieses Zählers in Frankfurt. Gerade deshalb sollten die Geißböcke sich diese Chance nun vor Augen führen und den Punktgewinn bei der Eintracht als wichtigen Schritt zum Erreichen des Saisonziels betrachten. Der FC braucht jetzt positives Denken. Dann kann es schon in einer Woche gegen Bremen mit dem ersten Sieg seit Ende Januar klappen – und mit dem Gefühl, dass die Rettung zum Greifen nahe ist.

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