Elfmeter-Erleichterung beim FC! Wichtiger Punktgewinn auf St. Pauli

Luca Waldschmidt lässt den FC am Millerntor jubeln. (Foto: IMAGO / Eibner)
Luca Waldschmidt lässt den FC am Millerntor jubeln. (Foto: IMAGO / Eibner)

Beinahe wäre es die erste Niederlage für Trainer René Wagner geworden – und damit ein herber Rückschlag für die Mission Klassenerhalt: Doch der 1. FC Köln hat sich am Freitagabend im Abstiegsgipfel beim FC St. Pauli noch ein 1:1 (0:0) erkämpft.

Aus dem Millerntor-Stadion berichtet Martin Zenge

Zum ersten Mal seit 15 Jahren war der 1. FC Köln zu einem Bundesliga-Spiel am Millerntor zu Gast. Und zwar zu einem Sechs-Punkte-Spiel, wie es im Buche steht: Nach dem erlösenden 3:1-Sieg gegen Werder Bremen bot sich der Mannschaft von René Wagner die Chance, dem FC St. Pauli und damit auch dem Relegationsrang acht Zähler zu enteilen. Die Kiezkicker wiederum konnten die Geißböcke bis auf zwei Punkte an sich heranziehen. Am Ende blieb es jedoch beim bisherigen Abstand.

Tore und Highlights

1. Minute: Der Auftakt dieses 30. Bundesliga-Spieltags wurde mit Spannung erwartet, verzögerte sich allerdings. Beide Fanlager zündelten, aus dem Gästeblock zog der Qualm über den Rasen – so pfiff Schiedsrichter Matthias Jöllenbeck mit gut fünfminütiger Verspätung an. Als sich der Nebel dann in Luft aufgelöst hatte, bot sich eine besondere Kulisse: Während im Millerntor-Stadion der Abstiegskampf begann, leuchteten im Hintergrund die Fahrgeschäfte des nahegelegenen Hamburger Doms.

7. Minute: Die ersten Halbchancen gingen an den FC, der zumindest zart an der Führung schnupperte. Erst wurde Jakub Kaminski, der sein 100. Bundesliga-Spiel bestritt, geblockt. Dann verzog Said El Mala von der Strafraumgrenze.

33. Minute: Viel mehr kam zunächst nicht von den mit Ball schwachen Kölnern. Der FC konnte sich bei Torhüter Marvin Schwäbe bedanken, dass St. Pauli nicht mit einer Führung in die Pause ging. Denn nach einer Hereingabe von links sah Cenk Özakacar gegen Hountondji schlecht aus, der Hamburger Angreifer zog aus kurzer Distanz mit links ab und zwang Schwäbe zu einer Glanztat. Der FC-Kapitän war reflexartig mit dem Fuß zur Stelle und parierte die größte Chance einer insgesamt höhepunktarmen ersten Halbzeit. So prächtig die Stimmung im Stadion auch war: Der eine oder andere Fan hätte womöglich lieber auf dem benachbarten Riesenrad als auf der Tribüne gesessen.

50. Minute: Ein ganz bitterer Start in den zweiten Durchgang! Ragnar Ache hatte auf der rechten Außenbahn viel Platz und sprintete auf die Grundlinie zu. Doch der FC-Stürmer verweigerte die Flanke, da er einen Schmerz im rechten Oberschenkel verspürte. Ache ging anschließend zu Boden und seine Mitspieler zeigten umgehend an: Es muss gewechselt werden. Den Geißböcken droht wohl mal wieder ein Ausfall aufgrund einer Muskelverletzung.

54. Minute: Das Spiel nahm nun Fahrt auf. Eric Martels Schuss aus dem Rückraum wurde geblockt, dann fasste sich El Mala ein Herz und traf aus 18 Metern die Latte.

57. Minute: Auf der Gegenseite rettete der für Ache eingewechselte Marius Bülter für den schon geschlagenen Schwäbe. Nach einer Flanke von Sinani köpfte Ando aufs lange Eck, wo Bülter kurz vor der Linie rettend im Weg stand.

69. Minute: St. Pauli erhöhte den Druck, und nach einer weiteren Sinani-Flanke war es geschehen. Wahl setzte sich gegen Martel durch und verlängerte per Kopf, im Zentrum war Jahmai Simpson-Pusey zu weit weg von Karol Mets – Paulis Innenverteidiger köpfte zum 0:1 ein.

84. Minute: Der FC warf alles nach vorne, Wagner brachte unter anderem Luca Waldschmidt. Dann schnappte sich Kaminski die Kugel und zog über rechts in den Strafraum bis zur Grundlinie. Der Pole ging mit einem Schrei zu Boden. Was war passiert? Erst die TV-Bilder zeigten, dass Torschütze Mets den FC-Angreifer am Knöchel eingeklemmt hatte. Ein klares Foulspiel! Schiri Jöllenbeck sah sich die Szene nach VAR-Intervention an und entschied auf Strafstoß. Eigentlich wollte El Mala schießen, aber dann übernahm Waldschmidt – und schoss mit links souverän rechts ins Eck. Das 1:1!

Personal

So spielte der FC: Schwäbe – Sebulonsen (79. Waldschmidt), Simpson-Pusey, Özkacar, Castro-Montes (70. Lund) – Thielmann (46. Maina), Johannesson (79. Chavez), Martel, Kaminski – Ache (51. Bülter), S. El Mala

Zur Aufstellung: Wie angekündigt, sah René Wagner wenig Anlass, seine Startelf im Vergleich zum Heimsieg gegen Bremen umzustellen. Die einzige Ausnahme: Alessio Castro-Montes, der nach seiner doppelten Muskelverletzung zweimal als Joker überzeugt hatte, war wieder bereit für die Anfangsformation und löste den zuletzt etwas wackligen Kristoffer Lund ab.

Fazit

Der 1. FC Köln hat sich einen überlebenswichtigen Punkt im Kampf um den Klassenerhalt gesichert. In einem intensiven und hart umkämpften Spiel beim FC St. Pauli stellten sich die Geißböcke der großen Herausforderung beim Konkurrenten im Tabellenkeller. Es war schwere Kost, es war keine gute Leistung der Kölner, doch es war ein immens wichtiger Punkt. Nichts anderes zählte am Freitagabend, auch wenn der FC mit einem Sieg quasi gerettet gewesen wäre. Nach dem Rückstand noch zurückzukommen und das Remis mitzunehmen, konnte als Erfolg verbucht werden. Den Kölnern half dieser Punkt in der Tabelle deutlich mehr als den Kiezkickern.

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