Pikante Details über Said El Mala und den 1. FC Köln: Vor dem Landgericht Köln hat Ex-Boss Christian Keller am Dienstag ausgesagt, dass der Shootingstar dem FC-Scouting beinahe durch die Lappen gegangen wäre, wenn nicht ein entscheidender Anruf gekommen wäre.
Es geht um Said El Mala und viel Geld: Im Sitzungssaal 139 des Landgerichts Köln kommt es aktuell zur Hauptverhandlung im Prozess Abdenour Amachaibou gegen Viktoria Köln. Im Mittelpunkt steht das Zustandekommen von El Malas Transfer zum 1. FC Köln.
Der Scout und Spielerberater Amachaibou klagt auf eine Vermittlungsprovision von 40.000 Euro für den Wechsel der Brüder Said und Malek im Sommer 2024 von Viktoria Köln zum 1. FC Köln. Nach Darstellung des Klägers hatte der ehemalige Sportliche Leiter Stephan Küsters, der im Januar etwas überraschend den Drittligisten verließ, Amachaibou beauftragt, einen Transfer El Malas zum FC anzubahnen.
So wurde Keller auf El Mala aufmerksam
Pikant: Zum Prozess geladen waren am Dienstag nicht nur Küsters, sondern auch der ehemalige FC-Geschäftsführer Christian Keller sowie sein Nachfolger Thomas Kessler. Keller ist ein früherer Weggefährte Amachaibou, holte den ehemaligen Profi einst zu Jahn Regensburg.
Keller kam zehn Minuten zu spät zum Termin. „Lange Kontrolle beim Eingang“, entschuldigte er sich achselzuckend. Dann gab der 47-Jährige als Berufsbezeichnung „bis vor kurzem Fußballmanager“ an, was im Saal für Schmunzeln sorgte.
Anschließend verriet er durchaus pikante Details: „Im Frühjahr 2024 wurde ich zum ersten Mal auf den Spieler aufmerksam gemacht. Er (der Kläger, Anm. d. Red.) hat mich angerufen. Er hatte einen Spieler von Viktoria verfolgt, war angetan von dem Spieler. Hat gesagt: Bei Viktoria spielt ein junger Spieler, der nach meiner Sicht blind Bundesliga spielen wird. Den musst du dir anschauen, da sind schon andere dran.“
Keller über sein Vorgehen bei El Mala
Keller horchte laut eigener Aussage intern beim FC nach, weil er dem Urteil seines früheren Spielers vertraute. „Ich habe den damaligen Chefscout Martin Schulz nach dem Spieler gefragt. Dann hab ich mir berichten lassen, warum ich bis zu dem Zeitpunkt von dem Spieler El Mala nichts gehört habe.“ Es habe zwar drei Scoutingberichte zu dem Youngster gegeben, doch da stach er schlichtweg nicht heraus. „Er wurde zweimal mit gut bewertet, einmal mit befriedigend. Nichts deutete darauf hin, dass er als Kandidat für die Lizenzmannschaft infrage kommt.“
Auf Nachfrage des Richters, ob nicht die gut klingenden Scoutingberichte für ein Interesse ausgereicht hätten, ging Keller weiter ins Detail: „Der Referenzpunkt ist entscheidend. Und da kam er nicht mal zwingend für unsere U19 in Frage. Er war nicht als Verpflichtungskandidat eingestuft, sonst ploppt das bei mir sofort auf. Er war nie ein Verpflichtungskandidat für die Bundesliga-Mannschaft.“
Keller: „Habe alle beim FC in die Spur gebracht“
Doch durch den Anruf des Klägers „nach dem ersten Tor oder der ersten Vorlage“ sei Keller alarmiert gewesen und habe das Thema El Mala laut eigener Aussage zur Chefsache gemacht. „Ich habe dann alle beim FC auf die Spur gebracht, um die Spieler zu verpflichten. Es bestand glücklicherweise Kontakt zum Berater und den Eltern. Dann habe ich das über Martin Schulz in die Hand genommen und alle Beteiligten überzeugt, dass nicht Borussia Dortmund, sondern der 1. FC Köln die richtige Adresse für einen Wechsel ist.“
Keller habe Thomas Kessler als damaligen Bereichsleiter Lizenz-Fußball mit den Verhandlungen beauftragt, wegen seiner guten Kontakte zur Viktoria. Später sei dann glücklicherweise eine Übereinkunft mit Viktoria Köln gelungen. „Wir haben im Juni eine Transfervereinbarung getroffen. Wir durften Spieler verpflichten, aber wegen der Transfersperre nicht registrieren. Weil die Viktoria für uns der bestmögliche Ort war, um die Spieler weiterzuentwickeln, haben wir die El-Mala-Brüder weiter dort in der 3. Liga eine Saison spielen lassen.“
Bei El-Mala-Verkauf kassiert nicht nur der 1. FC Köln
Ebenfalls pikant war Kellers Aussage über eine Weiterverkaufsvereinbarung mit El Malas langjährigem Berater, von dem sich die Familie inzwischen getrennt hat: „Provisionen sind üblich, normalerweise zehn Prozent, manche Berater verlangen mehr. Er hat neben einer Vermittlungsprovision auch auf eine Wegvermittlungsprovision bestanden. Damit der Transfer zustande kommt, haben wir dem entsprochen.“ Heißt: Bei einem Verkauf geht eine wohl nicht unerhebliche Summe an El Malas Ex-Berater.
Der Prozess dauert an. Der GEISSBLOG berichtet im Laufe des Dienstags über den weiteren Verlauf und die Aussagen der FC-Verantwortlichen.








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