Kessler „kein Freund vom Hochrechnen“ – Kwasniok-Ziel in Reichweite

Sportchef Thomas Kessler vom 1. FC Köln am Sky-Mikrofon.
Analyse am Mikro: Bei Thomas Kessler weicht nach dem Remis auf St. Pauli nach kurzer Enttäuschung die Zuversicht. Foto: imago/steinsiek.ch

Mit dem Unentschieden beim FC St. Pauli hat der 1. FC Köln sein Minimalziel erreicht. Die Rettung ist in Sicht. Doch was ist dafür noch nötig? Sportchef Thomas Kessler verweigert die Rechenspiele. Die Vorgabe von Ex-Coach Lukas Kwasniok hingegen ist beinahe erfüllt.

Kaum hochkarätige Chancen, dafür aber rassige Zweikämpfe und wenig fußballerische Feinkost: Das Spiel des 1. FC Köln beim FC St. Pauli hielt ziemlich genau das, was man erwarten durfte – Abstiegskampf pur, allerdings meist fair und mit offenem Visier.

Für Thomas Kessler war das Unentschieden, das der FC an seiner alten Wirkungsstätte erreichte, zwar nicht ganz das, was er sich erhofft hatte. Aber es war auf jeden Fall ein wichtiges Minimalziel. „Wenn St. Pauli gegen den FC spielt, erwartet hier niemand Tiki-Taka. Dass wir als Kölner – und da nehme ich mich mit ein – nach dem Heimsieg gegen Bremen mit einer steigenden Erwartungshaltung hierherfahren, weil wir uns mit einem Sieg von allen Sorgen hätten befreien können, ist völlig normal. Das ist auch okay“, gesteht Kessler und macht deutlich, dass ein Auswärtserfolg den Klassenerhalt schon nahezu perfekt gemacht hätte.

Kessler: „Für den 1. FC Köln ist das eine gute Situation”

Und dennoch überwogen beim FC, gerade auch nach dem Rückstand, die positiven Aspekte. Kessler: „Wir müssen mit unserer Situation rational umgehen. Wir haben zum wiederholten Mal ein Spiel nicht verloren. Wir haben den Abstand zu einem direkten Konkurrenten bei fünf Punkten gehalten. Vier Spiele vor Schluss ist das für uns eine gute Situation.“

Allerdings dürfte angesichts des kämpferischen Auftritts der Hamburger klar sein, dass die Rettung für den 1. FC Köln noch nicht in trockenen Tüchern ist. „Die Saison ist noch nicht vorbei“, betont Kessler. Ganz im Gegenteil: Mit dem Heimspiel gegen Bayer Leverkusen wartet die Gelegenheit für ein emotionales Highlight.

Kwasniok verlangte 32 bis 35 Punkte

Anschließend an der Alten Försterei bei Union Berlin und gerade zum Heimabschluss gegen das Schlusslicht aus Heidenheim rechnet man sich ebenfalls Chancen aus, noch mal zu punkten. Keinesfalls will der FC am 34. Spieltag unter Zugzwang zu Rekordmeister Bayern München fahren. „Ich bin kein Freund vom Hochrechnen, was wir noch brauchen. Wir haben noch vier Spiele vor der Brust. Darauf werden wir uns fokussieren“, gibt Kessler die Marschrichtung vor.

Von der Rechnung, die Lukas Kwasniok einst aufgestellt hatte, ist der FC jedenfalls nicht mehr weit entfernt. Der Ex-Trainer hatte mehrfach erklärt: „Du brauchst ungefähr zwischen 32 und 35 Punkte für den Klassenerhalt.“ Wenngleich Kwasniok zwischenzeitlich auch zehn Siege gefordert hatte. Die Geißböcke stehen bei 31 Zählern und sieben Siegen. Auf die 32 Punkte sollte man sich wohl nicht verlassen, sondern eher die 35 anpeilen.

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