Transferpoker: Fünf Gründe, warum 35 Mio. für El Mala nicht genug sind

Said El Mala im RheinEnergieStadion. (Foto: Bucco)
Said El Mala im RheinEnergieStadion. (Foto: Bucco)

Der 1. FC Köln bereitet sich im Hintergrund auf den Abgang von Said El Mala im Sommer vor. Was will der 19-Jährigen? Und welcher Club ist bereit im Wettbieten die nötige Ablöse zu zahlen?

Mit seinen Toren soll Said El Mala den 1. FC Köln nach der Länderspielpause zum Klassenerhalt schießen. Dann könnte der 19-Jährige die Geißböcke für eine Rekordablöse verlassen. Brighton bietet 35 Millionen Euro, nach GEISSBLOG-Informationen ist der FC aber erst ab 40 Mio. Euro plus einer Weiterverkaufsklausel von 15 Prozent gesprächsbereit.

Nun hat der FC sogar durch einen besonderen Deal die eigene Position verbessert. Die Geißböcke kauften Viktoria Köln die Weiterverkaufsbeteiligung in Höhe von zehn Prozent ab. Dafür zahlte der FC zwar zwei Mio. Euro. Im Fall einer Ablöse von 40 Mio. Euro und mehr würde man am Geißbockheim aber deutlich Gewinn machen. Fünf Gründe, warum der FC auf so viel Geld hoffen darf.

1. Eindeutige Vertragssituation

Die wichtigste Grundlage für alle Verhandlungen: Said El Mala besitzt einen Vertrag bis 2030, der ligaunabhängig ohne Ausstiegsklausel gilt. Diesen Deal hatte der FC im Sommer 2025 mit dem Spieler abgeschlossen, um sich nicht unter Druck setzen lassen zu müssen. Der Spieler bekam eine satte Gehaltserhöhung, noch ehe er ein Bundesliga-Spiel absolviert hatte. Die Geißböcke dafür die Sicherheit, in jeglichen Verhandlungen am längeren Hebel zu sitzen. Vier Jahre noch steht El Mala unter Vertrag – die Laufzeit wird sich auf die Ablösesumme auswirken, vor allem, wenn der FC in der Bundesliga bleibt.

2. Zwei Transfers als Blaupause

Vor zwei Jahren verpflichtete Brighton & Hove Albion einen deutschen Außenstürmer, damals 19 Jahre alt, nach dessen erster Bundesliga-Saison. Sein Name: Brajan Gruda. Der heutige Leipziger kam vom 1. FSV Mainz 05, hatte gerade seine ersten 28 Bundesliga-Spiele hinter sich und mit vier Toren und drei Vorlagen auf sich aufmerksam gemacht. Der pfeilschnelle Flügelspieler wechselte für 31,5 Millionen Euro plus Boni nach England.

Dieser Transfer ist die Grundlage für jegliche Verhandlungen, die der FC führen wird. In dem Wissen, dass Said El Mala aktuell schon deutlich über Grudas Werten liegt – mit zehn Toren und vier Vorlagen nach 27 Spielen. Der FC kann also komfortabel auf diesen Deal verweisen und darauf, dass El Mala schon jetzt besser als Gruda damals ist – und die Transferwerte seitdem noch einmal deutlich gestiegen sind.

Dazu kommt der Transfer von Nick Woltemade zu Newcastle United. Der damals 23-Jährige wechselte im Sommer 2025 für 75 Mio. Euro aus Stuttgart nach England. Zwar ein anderer Stürmertyp, doch Woltemade hatte auch erst 70 Bundesliga-Spiele absolviert und nur eine gute Saison beim VfB – mit zwölf Toren. El Mala könnte diese Marke mit nur 19 Jahren knacken. Warum sollte er dann nur die Hälfte des Woltemade-Betrags wert sein?

3. Deutsche Topscorer in der Bundesliga

El Mala hat beste Chancen, die Bundesliga-Saison nicht nur als Topscorer des 1. FC Köln zu beenden, sondern auch als zweitbester deutscher Torschütze und zweitbester deutscher Torschütze der Liga. In der Torschützenliste aller Deutschen in der Bundesliga liegt El Mala mit zehn Toren hinter Deniz Undav (VfB Stuttgart, 18 Tore) auf Rang zwei, in der Scorerliste mit 14 Zählern hinter Undav (23) sowie Maximilian Beier und Serge Gnabry (je 15) auf Rang vier. Auch deswegen überrascht, dass Bundestrainer Julian Nagelsmann den Kölner in dieser Länderspielpause ignorierte.

4. Ablöse-Inflation für Toptalente

Eine Nominierung für den WM-Kader im Sommer für El Mala freilich noch einmal teurer machen. Aber auch so hat die Inflation der Transfersummen in den letzten zwei Jahren noch einmal deutlich angezogen. Auch in der Bundesliga, wo RB Leipzig (gut angelegte, aber risikoreiche) 20 Mio. Euro in Yan Diomande investierte, der zu diesem Zeitpunkt gerade einmal zehn Erstliga-Spiele in Spanien absolviert hatte. Insgesamt sind die Preise insbesondere für Talente zwischen 16 und 20 Jahren explodiert. El Mala steht im internationalen Fokus – und so sind die 31,5 Mio. Euro für Gruda von Brighton aus 2024 heute noch einmal in einem anderen Licht zu betrachten.

5. Deutsche Topclubs zahlen auch über 35 Mio. Euro

Einzig ist fraglich, ob in Deutschland sich ein Club finden wird, der über 35 Mio. Euro zahlen wird. Unmöglich ist das nicht, und trotzdem gab es überhaupt erst 14 Transfers, die ein deutscher Club tätigte und über 40 Mio. Euro zahlte. Elf Mal war dies der FC Bayern, zweimal Leipzig (Xavi, Openda), einmal Wolfsburg (Draxler). Dortmunds Rekordtransfer liegt noch bei 35 Mio. Euro (Dembele), darüber hinaus haben nur Leverkusen (Ben Seghir, Demirbay) und Frankfurt (Ekitiké) über 30 Mio. Euro für einen Spieler bezahlt. Das zeigt, dass auch deutsche Clubs bereit sein können, so viel Geld für El Mala zu zahlen – vor allem beim stetigen Anstieg der Ablösesummen. Selbstverständlich ist es aber nicht.

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