Der Klassenerhalt ist dem 1. FC Köln nicht mehr zu nehmen. St. Pauli und Wolfsburg haben am Samstag die erwartbaren Niederlagen gegen Leipzig und Bayern kassiert. So herrscht bereits vor dem Heimspiel gegen Heidenheim am Sonntag endgültige Klarheit – auch dank Jonas Urbig.
Es hätte ohnehin ein Fußballwunder hergemusst, damit der Klassenerhalt des 1. FC Köln noch ins Wanken gerät. Doch seit Samstagabend, 20.25 Uhr, sind auch die letzten minimalen Restzweifel beseitigt: Die Geißböcke werden in der Saison 2026/27 definitiv weiterhin der Bundesliga angehören.
St. Pauli und der VfL Wolfsburg waren mit jeweils sechs Punkten Rückstand und dem deutlich schlechteren Torverhältnis in den Spieltag gegangen – den FC abzufangen, war für beide Teams praktisch schon unmöglich gewesen. Nach den Ergebnissen von Samstag ist auch die theoretische Chance dahin. St. Pauli unterlag am Nachmittag mit 1:2 in Leipzig, Wolfsburg verlor am Abend mit 0:1 gegen Meister Bayern München.
VfL Wolfsburg verzweifelt an Jonas Urbig
So hat der FC vor seinem Heimspiel gegen Heidenheim am Sonntag (17.30 Uhr) weiterhin sechs Punkte Vorsprung auf die beiden Verfolger, die sich am letzten Spieltag im direkten Duell – und womöglich im Fernduell mit Heidenheim – um den Relegationsplatz streiten. St. Pauli wurden in Leipzig zwei Eckbälle von RB-Kapitän David Raum zum Verhängnis, Wolfsburg wiederum verzweifelte vor allem an einem Kölner Eigengewächs: Jonas Urbig.
Nach dem Aus in der Champions League unter der Woche hütete nicht Manuel Neuer, sondern der 22-Jährige das Bayern-Tor. Und Urbig war in der ersten Halbzeit gegen starke Wölfe der mit Abstand beste Mann des Meisters. Das frühere FC-Talent packte eine Glanztat nach der anderen aus, sodass es zur Pause trotz eines xGoals-Wert von über 2,0 und einem Torschussverhältnis von 15:5 für Wolfsburg noch 0:0 stand. „Urbig macht ein Weltklasse-Spiel. Ich hoffe, Julian Nagelsmann schaut zu“, schwärmte Lothar Matthäus in der Halbzeitpause bei Sky. Im zweiten Durchgang war es dann ein Traumtor von Michael Olise, das für Bayerns 1:0-Sieg sorgte – und für endgültige Kölner Klarheit.
Wagner fordert: „Darf nicht zu Spannungsabfall kommen“
„Wir wollen das Spiel gewinnen und dann ist es fix“, hatte René Wagner bei der Spieltags-Pressekonferenz am Freitag noch davon gesprochen, den Klassenerhalt selbst eintüten zu wollen. Wobei natürlich auch der FC-Trainer wusste: „Es kann schon vorher rechnerisch durch sein.“ Für diesen Fall forderte Wagner: „Wir wollen denselben Fokus an den Tag legen, als wenn es nicht so wäre. Es darf nicht zu einem Spannungsabfall kommen. Wir haben eine Aufgabe zu erledigen und uns auf diese zu konzentrieren.“
Ähnliche Worte hatte zuvor auch Sportchef Thomas Kessler gewählt: „Es ist total erfreulich, dass wir uns in den letzten Wochen in diese Situation gebracht haben. Wir haben gesagt, dass wir an Stellschrauben drehen wollen, um unser Saisonziel zu erreichen. Jetzt haben wir zwei Spieltage vor Saisonende eine Situation, wo der ganz große Druck raus ist. Dennoch haben wir noch zwei wichtige und spannende Aufgaben.“
Zieht der 1. FC Köln noch an Gladbach vorbei?
Der FC-Geschäftsführer betonte: „Tabellarisch sind die Spiele wichtig, weil wir den Tabellenplatz noch nach oben verändern können.“ Unter anderem könnten die Geißböcke ihren Erzrivalen Borussia Mönchengladbach hinter sich lassen. Einfach wird das gegen zuletzt formstarke Heidenheimer, die bei einem Sieg in Müngersdorf mit Wolfsburg und St. Pauli gleichziehen würden, gewiss nicht.
„Wir wollen die drei Punkte in Köln behalten, wissen aber, dass die Heidenheimer auf der letzten Rille darum kämpfen, noch auf den Relegationsplatz zu rutschen. Wir wollen einen Top-Job machen“, so Kessler. Was der Sportboss ebenfalls weiß: Weitere Erfolgserlebnisse würden den FC mit einer deutlich besseren Stimmung in die Sommerpause gehen lassen. Kesslers Wunschtrainer Wagner wiederum würde zusätzliche Argumente für eine dauerhafte Beförderung sammeln.








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