Der 1. FC Köln befördert René Wagner und stärkt dem 37-Jährigen damit demonstrativ den Rücken. Es ist die richtige Entscheidung, wenn sich beim FC endlich mal was ändern will.
Ein Kommentar von Marc L. Merten
Thomas Kessler ist ein Eigengewächs des 1. FC Köln und heutiger Sport-Geschäftsführer. Philipp Liesenfeld ist ein Eigengewächs des 1. FC Köln und heutiger Marketing-Geschäftsführer. Lukas Berg ist ein Eigengewächs des 1. FC Köln und heutiger Technischer Direktor. Markus Halfmann ist ein Eigengewächs des 1. FC Köln und heutiger Chef der FC-Akademie. Nicole Bender-Rummler ist ein Eigengewächs des 1. FC Köln und heutige Frauen-Chefin. Selbst Ulf Sobek ist ein Eigengewächs des 1. FC Köln und heutiger Vizepräsident
Auf vielen Ebenen bei den Geißböcken sind im Jahr 2026 Eigengewächs in die Verantwortung und die erste Reihe gerückt. Man könnte so weitermachen: Manuel Hartmann als U17-Trainer der nächsten Saison, Carsten Cullmann als neuer U16-Trainer, Martin Bülles als Nachwuchs-Chefscout, Marco Höger und Konstantin Rausch als Ex-Spieler und heutige Scouts der Profi-Abteilung. Beim FC setzt man eindeutig wieder auf FC-DNA.
Wagner will ganz Köln zeigen, was er kann
Deshalb ist die Beförderung von René Wagner zum Cheftrainer der Bundesliga-Profis nur konsequent. Und das nicht nur aus Zwecken der Selbstbeweihräucherung, sondern offenbar aus Überzeugung. So ist es zu hören dieser Tage aus dem Geißbockheim. Wagner hat Kessler und die Gremien überzeugt, hat einen Weg aufgezeigt, den er mit dem FC gehen will. Mit 37 Jahren steht der Trainer ganz am Anfang seines eigenen Weges – und will ganz Köln zeigen, was er kann.
Der FC spricht seit Jahren davon, dass der SC Freiburg oder der 1. FSV Mainz 05 ein Vorbild für die Geißböcke sein müssen, um endlich wieder langfristig in der Bundesliga zu bleiben. Wann waren diese beiden Clubs denn am erfolgreichsten? Wenn sie auf Eigengewächse gesetzt haben. Christian Streich und Julian Schuster, Jürgen Klopp und Thomas Tuchel. Wen hatte der FC in den letzten Jahren auf dem Trainerposten? Vergessen wir das. Fragen wir lieber: Wann war der FC das letzte Mal so richtig erfolgreich? Unter Christoph Daum (Vizemeister) und Erich Rutemöller (Pokalfinale).
Der FC muss aus der Vergangenheit lernen
Seit 30 Jahren schafft es der FC nicht mehr länger als ein Jahr erfolgreich zu sein. Kaum gelingt etwas, macht man es sich selbst wieder zunichte. Dieser zerstörerische Rhythmus muss durchbrochen werden. Und dafür muss man etwas wagen. Ist Wagner ein Risiko? Ja. Aber ist er auch eine Chance? Ja. Der FC und das Umfeld sollten daher die Chance sehen statt Schwarzmalerei zu betreiben. Denn ein Risiko wäre jeder andere Trainer ebenso gewesen. Das hat die Vergangenheit eindrucksvoll bewiesen.








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