Der englische Fußball erlebt einen Skandal – und mittendrin zwei Ehemalige des 1. FC Köln: Der Southampton FC ist nach Spionagevorwürfen aus den Aufstiegs-Playoffs für die Premier League ausgeschlossen worden. Für die Geißböcke könnte dies teure Folgen haben.
Die English Football League (EFL) hat am Dienstag bestätigt, dass der Southampton FC vom Finale um den Aufstieg in die Premier League ausgeschlossen worden ist. Damit verliert die Mannschaft von Trainer Tonda Eckert, ehemaliger Nachwuchscoach des 1. FC Köln, die Chance auf den millionenschweren Sprung in Englands Oberhaus. Doch den Schaden hat nicht nur der Verein.
Allen voran Eckert steht nun von einer ungewissen Zukunft. Erste Gerüchte um eine Entlassung trotz des sportlichen Erfolgs kursieren bereits auf der Insel. Dann wäre da Damion Downs, der nach seiner halbjährigen Leihe zum Hamburger SV nach Southampton zurückkehrt – und im Fall eines Aufstiegs seiner Mannschaft einen dem Vernehmen nach deutlich höher dotierten Erstliga-Vertrag gehabt hätte.
Muss der FC auf die Downs-Boni verzichten?
Und dann ist da noch der 1. FC Köln. Die Geißböcke hatten Downs im Sommer 2025 für eine Sockelablöse von acht Millionen Euro an die Saints verkauft. Im Transfervertrag enthalten waren aber auch diverse zusätzliche Boni. Nach nur 14 Pflichtspielen für Southampton in dieser Saison und dem verpassten Aufstieg muss der FC nun aber zunächst auf Teile dieser Boni verzichten. Ob der Betrag sechs- oder gar siebenstellig ist, wurde zunächst nicht bekannt.
Was war überhaupt passiert? Southampton hatte sich im Halbfinale um den Aufstieg in Hin- und Rückspiel gegen Middlesbrough FC durchgesetzt. Jedoch war unmittelbar vor dem Hinspiel ein Mitarbeiter der Saints auf dem Boro-Trainingsgelände dabei erwischt worden, wie er Videoaufnahmen vom Training des Gegners gemacht hatte. Dies ist nach EFL-Regeln inzwischen streng verboten.
Es geht um über 100 Millionen Pfund
Bei den Untersuchungen kam nun sogar heraus, dass Southampton auch vor den Partien gegen Oxford United im Dezember und Ipswich Town im April bei der Spionage erwischt worden war. Entsprechend drastisch fiel nun die Strafe gegen die Eckert-Truppe aus: Ausschluss vom Aufstiegs-Finale (Middlesbrough rückt nach und trifft auf Hull City), dazu vier Punkte Abzug in der nächsten Championship-Saison.
Damit verpasst der Club eines der lukrativsten Spiele im Weltfußball. Der Sieger des Playoff-Finals erhält garantierte TV-Einnahmen von mindestens 110 Millionen Pfund aus der Premier League. Die EFL erklärte, Southampton habe „mehrfache Verstöße gegen die Regularien im Zusammenhang mit nicht autorisierten Aufnahmen von Trainingseinheiten anderer Vereine“ eingeräumt.
Southampton gewann keines der Spionage-Spiele
Einzige Hoffnung für Southampton, Eckert und Downs: Die Saints wollen am Mittwoch noch einmal Berufung einlegen, da die Strafe unverhältnismäßig sei, wie die BBC berichtet. Die EFL kündigte an, ein mögliches Berufungsverfahren noch am 20. Mai abschließen zu wollen. Je nach Ausgang, so hieß es in der Mitteilung des Verbands, könne es erneut zu Änderungen rund um das Finale am Samstag kommen. Über die Berufung entscheidet ein unabhängiges Schiedsgericht.
Ein kurioser Fakt am Rande: Sportlich profitierte Southampton nur sehr bedingt von den Aktionen. Gegen Oxford verlor der Club mit 1:2, gegen Ipswich gab es ein 2:2, bei Middlesbrough endete die Partie torlos. Doppelt und dreifach bitter also für Eckert, Downs und die Saints – sowie für den FC. Eckert könnte seinen Job los sein, Downs einen höher dotierten Vertrag und der FC die Transfer-Boni.








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