Der 1. FC Köln und Horst Heldt treffen sich am Samstag bei Union Berlin. Vom Wirken des einstigen Sport-Geschäftsführers am Geißbockheim ist nicht mehr viel übrig.
Horst Heldt kam 2019 als Nachfolger von Armin Veh zum 1. FC Köln. Der Club lag wieder einmal am Boden, sportlich nach dem desaströsen Saisonstart unter Achim Beierlorzer, finanziell nach der verschwenderischen Zeit Vehs. Heldt als ehemaliger FC-Spieler sollte das Ruder herumreißen, zusammen mit Markus Gisdol.
Es gelang – zumindest einige Monate. Acht Siege aus elf Spielen – eine verrückte Serie machte es möglich. Dann kam der Corona-Schock. Und mit der Pandemie fiel das Kartenhaus zusammen. Gisdols Zauber war verflogen, nur merken wollte es am Geißbockheim monatelang niemand. Sein Vertrag wurde noch mal verlängert, Heldt sollte im Sommer 2020 trotz finanzieller Schieflage auf dem Transfermarkt zaubern. Es ging schief.
Die verrückte Siegesserie mit Heldt und Gisdol
Am Ende der Saison 2020/21 musste Friedhelm Funkel den FC retten. Steffen Baumgart stand in den Startlöchern. Die Relegation gegen Holstein Kiel wurde gewonnen und direkt am nächsten Tag feuerte der Vorstand schließlich Heldt. Es folgte eine legendäre Pressekonferenz mit einem versteinerten Alexander Wehrle, der seine Abneigung gegenüber Werner Wolf und Co. kaum zurückhielt, mit Jörg Jakobs und dem damals noch unerfahrenen Thomas Kessler. Es sollte alles besser werden.
Das wurde es nur bedingt. Immerhin: Der FC ist finanziell wieder stabil und nach einem weiteren Abstieg zurück in der Bundesliga. Aber was ist von Heldts Zeit noch übrig, da man sich nun wieder bei Union Berlin begegnet? Ein Blick in den Kader zeigt schnell: fast nichts. Heldt holte im Winter 2019/20 mit Mark Uth, Elvis Rexhbecaj und Toni Leistner drei Spieler, die zum Klassenerhalt beitrugen, dann aber wieder gingen. Uth jedoch wollte Heldt stets zurückholen und war der entscheidende Mann in den Verhandlungen mit Schalke 04, sodass der Deal letztlich klappte. Uth ist auch nach seinem Karriereende noch immer beim FC.
Einer der schwächsten Transfersommer der FC-Historie
Der Sommer 2020/21 geht hingegen in die Geschichte des FC ein als einer der schwächsten Transfer-Sommer. Dimitris Limnios und Sebastian Andersson, Tolu Arokodare und Marius Wolf, Ondrej Duda und Ron-Robert Zieler (als Nummer zwei). Zieler ist heute wieder da, weil Kessler ihn im vergangenen Sommer zurückholte. Der Rest, Duda ausgenommen, hat keine Spuren hinterlassen. Das Debakel perfekt machte der Winter dieser Saison, als Max Meyer und Emmanuel Dennis nach Köln kamen und nach einem halben Jahr wieder gingen.
Für den Sommer 2021/22 hingegen, den Heldt nicht mehr selbst beim FC erleben durfte, tat er immerhin in der Vorarbeit Einiges: Dejan Ljubicic brachte er ebenso auf den Weg wie Marvin Schwäbe, Timo Hübers und eben Uth. Vier Transfers, alle von Heldt vorbereitet, die Spuren hinterließen beim FC. Und natürlich die Verpflichtung von Steffen Baumgart.
Heldt beendete praktisch Kesslers Karriere
Und dann wäre da noch einer, der ebenfalls noch da ist und unter Heldt sein Profi-Debüt feierte: Jan Thielmann. Neben Florian Kainz, der allerdings am Samstag nicht im Kader steht und nicht nach Berlin gereist ist, der einzige heutige FC-Profi, der zu Heldts Amtsantritt schon im Kader gestanden hatte. Ach so, und natürlich ein Torhüter, dessen Karriereende Heldt beschleunigte, indem er ihm keinen neuen Vertrag anbot und stattdessen Zieler verpflichtete: Thomas Kessler.







Hier kannst du über den 1. FC Köln diskutieren und dich mit anderen Usern austauschen. Bitte beachte dabei die Spielregeln in unserer Netiquette! Du findest sie hier und kannst sie jederzeit nachlesen. Viel Spaß!