Kabinen-Gerücht um El Mala: Beschert dieser Tag dem FC weitere Millionen?

Said El Mala im DFB-Trikot – hier noch für die U21-Nationalmannschaft. (Foto: IMAGO / Maximilian Koch)
Said El Mala im DFB-Trikot – hier noch für die U21-Nationalmannschaft. (Foto: IMAGO / Maximilian Koch)

Am heutigen Donnerstag soll Said El Mala in den WM-Kader der deutschen Nationalmannschaft berufen werden. Für den 1. FC Köln könnte damit ein Transfer-Poker beginnen, der noch spektakulärer ausfällt, als ohnehin schon erwartet.

Der Tag, auf den Fußball-Deutschland monatelang gewartet hat, ist da: Donnerstagmittag, ab 13 Uhr, präsentiert Julian Nagelsmann seinen Kader für die Weltmeisterschaft in den USA, Kanada und Mexiko. Mit Said El Mala, das ist laut Kölner Stadt-Anzeiger bereits durchgesickert, soll der Shootingstar des 1. FC Köln dem 26-köpfigen Aufgebot angehören.

Es ist der Lohn für El Malas unglaubliche Debüt-Saison mit 13 Bundesliga-Treffern – und ein Tag, der am Geißbockheim perspektivisch die Kassen klingeln lässt? Zumindest dürfte dieser Donnerstag den Verlauf des Transfer-Sommers maßgeblich mitbestimmen.

Wettbieten dank WM-Nominierung?

Sollte El Mala sein Ausnahmetalent auch beim Turnier in Übersee demonstrieren, wird die Liste der interessierten Vereine im Eiltempo anwachsen. Ein ganz neues Wettbieten könnte entstehen, die bislang gewünschten 40 bis 50 Millionen Euro müssten nicht das Ende der Fahnenstange sein.

Womöglich wird einer der bislang gehandelten Vereine – zuletzt vor allem Brentford, zuvor Brighton & Hove Albion, Chelsea und Manchester United – nervös und will sich El Malas Dienste noch vor der WM, die am 11. Juni in Mexiko-Stadt beginnt und am 19. Juli in New Jersey endet, sichern. Dafür wäre allerdings ein XXL-Angebot vonnöten.

Wir müssen natürlich mehrgleisig planen.

FC-Präsident Jörn Stobbe

Die Sport Bild will erfahren haben, dass El Mala in den vergangenen Wochen in der FC-Kabine bereits über einen möglichen England-Transfer gesprochen hat. Der Torjäger habe einigen Mitspielern vermittelt, dass es einen Club gibt, der die geforderte Ablöse zahlen werde. Gemeint ist wohl Brentford.

Wie dem auch sei: Die FC-Verantwortlichen um Sportchef Thomas Kessler, die immer wieder betonen, wie entspannt sie in der Personalie El Mala sind, werden sich jetzt erst recht nicht stressen lassen. Am Geißbockheim plant man längst zweigleisig. Mit den El-Mala-Millionen und ohne.

Sobek: „Wir haben Alternativszenarien“

„Wir umreißen den finanziellen Spielraum in mehreren Szenarien. Was können wir uns leisten – ohne und mit?“, sagte Präsident Jörn Stobbe am Rande der Saisonabschlussfeier am Montagabend und bestätigte: „Wir müssen natürlich mehrgleisig planen.“ Dabei habe er vollstes Vertrauen in Thomas Kessler.

Vize-Präsident Ulf Sobek, der sich im Vorstand um den Sport kümmert, gab sich gelassen: „Natürlich wünscht man sich, dass Spieler, mit denen man gerne arbeitet, auch bleiben. Aber Sorgen habe ich deswegen nicht. Wir haben das Heft des Handelns in vielen Bereichen in der Hand. Und wir haben Alternativszenarien.“

Man sei auf alle Eventualitäten vorbereitet. „Tim Steidten hat Thomas gute Vorarbeit geleistet. Da werden wir uns einige Themen vor dem Gemeinsamen Ausschuss anschauen.“ Im Falle des Falles gelte es, „das passende Match zu finden“ – sollte El Mala gehen oder sollte auch Jakub Kaminski von seiner Ausstiegsklausel Gebrauch machen.

FC will „mit absoluter Priorität in den Sport investieren“

Geschäftsführer Philipp Türoff freut sich nach Jahren der Sanierung zunächst mal, „dass wir Spieler in unserem Kader haben, für die es einen Markt gibt“. Auch Türoff weiß, dass dabei „Dimensionen spekuliert werden, die wir als FC in der Vergangenheit so nicht hatten“. Und überhaupt: „Wenn man die Jahre zurückschaut, war das Thema beim 1. FC Köln verglichen mit anderen Vereinen wirklich unterentwickelt, wir haben verhältnismäßig wenig Transfererlöse erzielt.“

Nun wartet womöglich ein Rekordsommer – was die Abgangsseite angeht und daraus resultierend auch auf der Zugangsseite. „Anders als in den vergangenen Jahren haben wir den FC in vielerlei Hinsicht stabilisiert. Wenn Transfererlöse entstehen, können wir dieses Geld mit absoluter Priorität wieder in den Sport investieren“, versprach Türoff am Montag noch einmal.

In der Vergangenheit war das anders. „Transfererlöse waren teilweise nötig, um andere Dinge aufzuräumen oder zu stabilisieren. Jetzt ist das klar anders“, so der Finanzboss. Dennoch seien „Transfererlöse ein ganz wichtiges Element, um nach vorne wieder handlungsfähig zu sein“. Früher stopften die Einnahmen Löcher, nun sollen sie den Kader auf ein neues Niveau heben. El Malas WM-Nominierung kann dazu beitragen.

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