Sieg zum Fünffach-Abschied! Last-Minute-Tor macht emotionalen FC-Tag perfekt

Lydia Andrade und Marina Hegering jubeln. (Foto: IMAGO / Beautiful Sports)
Lydia Andrade und Marina Hegering jubeln. (Foto: IMAGO / Beautiful Sports)

Der 1. FC Köln hat sein letztes Heimspiel in der Frauen-Bundesliga durch einen Last-Minute-Treffer von Dora Zeller gewonnen. Nach dem 3:0 im Highlight-Spiel gegen Werder Bremen schlugen die Geißböcke auch das zweite Nordlicht, den Hamburger SV, verdient mit 2:1 (1:0).

Aus dem Franz-Kremer-Stadion berichtet Martin Zenge

Abschied von der Saison – Abschied von fünf Spielerinnen. Die Bundesliga-Frauen des 1. FC Köln bestritten am Samstagmittag ihr letztes Heimspiel vor der Sommerpause. Für Adriana Achcinska, Sara Agrez, Sylwia Matysik, Aurora Mikalsen und Martyna Wiankowska war es sogar der letzte Auftritt im Franz-Kremer-Stadion überhaupt. Nach der Partie wurde das Quintett, das den Verein verlässt, von Vize-Präsident Ulf Sobek und Sportchefin Nicole Bender-Rummler offiziell verabschiedet. Doppelt schön: Agrez, Achcinska & Co. durften mit ihren Teamkolleginnen einen letzten Heimsieg bejubeln.

Tore und Highlights

23. Minute: Nach einer offenen Anfangsphase übernahm der FC die Kontrolle und erhöhte den Druck. Dann wurde dem Team von Britta Carlson der Führungstreffer auf dem Silbertablett serviert. Nach einem abgewehrten Freistoß wollte der HSV neu aufbauen, doch eine Hamburgerin rutschte im Mittelkreis weg und so lief Lydia Andrade mutterseelenallein auf Torhüterin Paulick zu. Andrade hatte viel Zeit zum Nachdenken – wohl zu viel. Die FC-Angreiferin probierte es flach und scheiterte im Eins-gegen-Eins-Duell mit der HSV-Keeperin.

30. Minute: Kurz darauf durfte Andrade doch jubeln! Nach einem Kopfball-Pingpong im Mittelfeld rutschte der Ball auf Anna-Lena-Stolze durch, die im Strafraum vor der herausstürzenden Paulick den Blick für ihre Mitspielerin hatte. Stolze legte mit dem rechten Außenrist quer, Andrade brauchte nur noch zum 1:0 ins leere Tor einschieben. Die verdiente Führung, die die Stürmerin mit einem Sprint zur Bank feierte.

67. Minute: Das hätte das 2:0 sein müssen. Ein langer Ball von Kölns Keeperin Lisa Schmitz wurde in den Lauf von Pauline Bremer verlängert. Anders als Stolze in der ersten Halbzeit legte Bremer nicht auf Andrade quer, sondern probierte es selbst und fand weder im ersten noch im zweiten Versuch ein Vorbeikommen an Torhüterin Paulick.

75. Minute: Der FC war dem zweiten Treffer deutlich näher als der HSV dem Ausgleich. Doch Bremers nächste Top-Chance aus 14 Metern landete neben dem Tor und nach einer Flanke von Bremer verpasste Martyna Wiankowska per Direktabnahme ihren Abschiedstreffer. Es blieb also spannend.

83. Minute: Und es kam, wie es kommen musste. Der FC hatte die Chancen – der HSV glich aus. Ein Freistoß aus dem Halbfeld wurde lang und länger. Keeperin Lisa Schmitz kam aus dem Tor, aber nicht an den Ball. Annaleen Böhler bedankte sich und nickte zum 1:1 ein.

90+7. Minute: Doch der FC hatte das letzte Wort! Als die sechsminütige Nachspielzeit schon abgelaufen war, brach Bremer links ein letztes Mal durch und bediente von der Grundlinie die eingewechselte Dora Zeller. Die Ungarin fackelte nicht lange, sondern zog direkt wuchtig ab. Nun war Paulick machtlos – 2:1, kollektiver Jubel über diesen emotionalen Schlusspunkt der Heimsaison.

Personal

So spielte der FC: Schmitz – Agrez (90. Hasenauer), Hegering, Degen – Imping (66. Wiankowska), Vogt, Bohnen, Jessen – Stolze (46. Achcinska) – Bremer, Andrade (76. Zeller)

Zur Aufstellung: Carlson setzte auf exakt die Elf, die in der Vorwoche vor 30.411 Fans im RheinEnergieStadion deutlich mit 3:0 gegen Werder Bremen gesiegt hatte. Neben Agrez kamen auch Achcinska und Wiankowska noch zu ihren Abschiedseinsätzen vor heimischer Kulisse.

Fazit

Für die FC-Frauen war es ein gelungener, ein rundum emotionaler Samstag. Das Carlson-Team ließ gegen den HSV zunächst keine Zweifel über die Kräfteverhältnisse aufkommen, hatte den Aufsteiger schnell im Griff und ließ selbst nur ganz wenig zu. Die Geißböcke verpassten es allerdings mehrfach, ihre Führung zu erhöhen – und das wurde bestraft. Die letzte Minute der Nachspielzeit, Zellers verdienter Siegtreffer, sorgte schließlich doch noch dafür, dass sich im Franz-Kremer-Stadion alle FC-Fans in den Armen lagen. Nach Abpfiff gab es viele Gründe zu feiern. Ob es der Sieg war, ob es die emotionale Abschiedszeremonie war – oder generell die erfolgreichste Bundesliga-Saison der FC-Frauen. Die Rekordpunktzahl von aktuell 34 Zählern kann nächste Woche Sonntag beim bereits abgestiegenen Schlusslicht Jena noch ausgebaut werden.

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