Trainerteam hinter Wagner: Der FC muss Entscheidungen treffen

René Wagner und Armin Reutershahn. (Foto: Bucco)
René Wagner und Armin Reutershahn. (Foto: Bucco)

René Wagner bleibt Cheftrainer des 1. FC Köln. Aber wie wird sich künftig das Trainerteam hinter dem 37-Jährigen zusammensetzen? Der Abgang von Lukas Sinkiewicz könnte nur der Anfang sein.

Als René Wagner im März auf Lukas Kwasniok folgte, war klar: Der 1. FC Köln muss sein Trainerteam neu aufstellen. Mit Kwasniok war auch Frank Kaspari freigestellt worden, sodass Wagner zwei neue Assistenten benötigte. Es kamen Armin Reutershahn und Lukas Sinkiewicz.

Reutershahn gehört zu den erfahrensten Co-Trainern der Bundesliga, verkörpert das „Er hat schon alles gesehen“ wie kaum ein anderer. Diese Erfahrung sollte Gold wert sein für den FC, denn im Gegensatz dazu hatte Wagner noch überhaupt keine Cheftrainer-Erfahrung. Die Verpflichtung von Sinkiewicz hingegen kam als Überraschung.

Wie wird das Trainerteam umgebaut?

Der Ex-Profi hat zwar eine bewegte Karriere als Spieler hinter sich, weiß von großen Aufs und Abs zu erzählen und galt vor seinen zahlreichen Verletzungen als eines der größten Abwehrtalente Deutschlands. Als Trainer hingegen hat er sich noch keine Meriten verdient. Stationen bei Fortuna Düsseldorf II als Co-Trainer sowie beim Bonner SV und Bergisch-Gladbach als Chef sind keine Qualifikationen, die einen automatisch als Assistenten in der Bundesliga ausweisen.

Deshalb überraschte es nicht, dass der 40-Jährige am Montag seinen Abschied aus dem Trainerteam verkündete. Die Vereinbarung hatte zunächst ohnehin nur bis zum Sommer gegolten. Offen ist, wie das Trainerteam sich künftig zusammensetzen wird. Wagner braucht eine erfahrene Hand an seiner Seite, wird auch von Sportchef Thomas Kessler geführt werden müssen. Der 37-Jährige mag zwar intern überaus beliebt sein, doch als Chefcoach wird Wagner auch unangenehme Entscheidungen treffen müssen. Auch, was sein eigenes Trainerteam und den erweiterten Staff angeht.

Große Fragezeichen bei Standards und Fitness

Somit dürften bald die nächsten Pflöcke eingeschlagen werden, neben der Kaderplanung geht es auch um Wagners Nebenleute. „Wir sind noch in Gesprächen“, heißt es auf GEISSBLOG-Nachfrage aus dem Geißbockheim. Zur Erinnerung: In der gerade abgelaufenen Saison musste im Winter bereits Hannes Dold seinen Posten räumen, da der ehemalige Videoanalyst für die zahlreichen Standard-Gegentore verantwortlich gemacht wurde. Ein Problem, das noch nicht gänzlich gelöst wurde.

Die sportliche Analyse der Saison wird sich aber auch noch mit einem anderen Thema beschäftigt haben: die körperliche Leistungsfähigkeit. Laufkilometer sind das eine, Belastbarkeit etwas anderes. Die vielen Muskelverletzungen waren kein Zufall, darin ist man sich intern einig. Zunächst bekamen Kwasniok und Kaspari die Schuld aufgeladen. Doch nun müssen Athletiktraining, Regeneration und Ernährung auf den Prüfstand. Schließlich muss für einen Club wie den FC, der keine unbeschränkten Finanz- und Kadermöglichkeiten hat, die Verfügbarkeit seiner Spieler an oberster Stelle stehen.

Schaltet sich Vizepräsident Sobek ein?

So werden auch andere Mitarbeiter, die teils schon lange im Verein an ihren Positionen sind, Fragen beantworten müssen. Zumindest, wenn Kessler und Wagner ihre Aufarbeitung der Saison ernst nehmen. Man darf gespannt sein, inwiefern ein weiterer Verantwortlicher sein Know-how einbringen und gerade das Thema Performance hinterfragen wird: Schließlich war Vizepräsident Ulf Sobek über zehn Jahre lang als Athletiktrainer beim DFB tätig.

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