Wieder ein ablösefreier Verlust – aber die Trennung ist richtig und wichtig

Eric Martel verlässt den 1. FC Köln. (Foto: Bucco)
Eric Martel verlässt den 1. FC Köln. (Foto: Bucco)

Der 1. FC Köln verliert einmal mehr einen wichtigen Spieler ablösefrei. Im Fall von Eric Martel ist die Trennung aber konsequent – und bietet eine große Chance, um den Kader weiterzuentwickeln.

Ein Kommentar von Marc L. Merten

Noch ist nicht klar, wohin Eric Martel wechseln wird. Der Sechser des 1. FC Köln, so viel scheint sich aber anzudeuten, könnte sich verzockt haben. Im Sommer 2025 hatte der FC ihm ein millionenschweres Angebot vorgelegt, war bereit, den damaligen U21-Kapitän Deutschlands zu einem der Top-Verdiener zu machen. Martel hingegen pokerte auf Angebote von Top-Clubs. Ein Jahr später waren die Geißböcke nicht mehr zu einem dicken Vertrag bereit – und Martel wartet noch auf die ganz großen Angebote.

Die Gründe liegen auf der Hand. Martel hat sich, wie einige andere FC-Spieler, in dieser Saison nicht so positiv entwickelt wie erhofft. Der 24-Jährige fällt in die Kategorie jener FC-Profis, zu denen auch Denis Huseinbasic, Jan Thielmann oder Linton Maina gehören. Talentierte Kicker, von denen man aber in den letzten Monaten deutlich mehr erwartet hätte – vor allem eine Entwicklung im fußballerischen Bereich.

Der FC braucht einen Sechser wie Granit Xhaka

Das ist keinem dieser Spieler gelungen, auch Martel nicht. Der defensive Mittelfeldspieler konnte zwar seine unbestrittenen Qualitäten in allen Bereichen gegen den Ball demonstrieren. Martel ist lauf- und zweikampfstark, schließt Räume, gewinnt Bälle, ist auch in der Luft stark und kann defensiv das Zentrum dominieren. Was er in dieser Saison aber nicht auf Bundesliga-Niveau schaffte: seine großen Defizite im Spiel mit dem Ball zu mindern.

Der FC jedoch braucht für die Zukunft einen spielstärkeren Sechser. Keinen reinen Zerstörer, sondern einen, der gleichzeitig auch strategisch denkenden Lenker auf dem Feld sein kann. Das folgende Beispiel sei bitte trotz der Gladbacher und Leverkusener Vergangenheit des Spielers verziehen, aber die Geißböcke brauchen künftig einen Sechser wie Granit Xhaka: ein Dirigent mit hoher Passqualität, der gleichzeitig auch die Gier verinnerlicht, das gegnerische Spiel zu verhindern und zu manipulieren.

Kessler kann nachhaltige Veränderung vornehmen

Es tut zwar weh, dass mit Martel ein 24-Jähriger mit einem Marktwert von acht Millionen Euro den FC ablösefrei verlässt. Trotzdem kann sein Abgang helfen, um genau die Sorte Spieler dem Kader hinzuzufügen, die nun vonnöten ist, um in der Bundesliga den nächsten Schritt zu machen. Zudem hat man mit Tom Krauß auch künftig noch einen Zerstörer im Kader, sodass die Geißböcke auf dieser Position nicht gänzlich nackt da stehen.

Die Trennung ist daher folgerichtig und für den FC die Chance, das zentral-defensive Mittelfeld neu auszurichten. Vor allem, sollte es den Verantwortlichen zudem gelingen, Huseinbasic zu verkaufen und für den 24-Jährigen noch eine Ablöse zu generieren. Sportchef Thomas Kessler hätte dann an einem neuralgischen Punkt in der Mannschaft die Möglichkeit, in diesem Sommer eine nachhaltige Veränderung vorzunehmen. Mit Martel wäre dies deutlich schwieriger geworden.

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