Das verflixte zweite Jahr: So schwer wird für den 1. FC Köln die Rettung

Chefcoach René Wagner und Sportchef Thomas Kessler beim Pressegespräch.
Chefcoach René Wagner und Sportchef Thomas Kessler haben beim 1. FC Köln eine schwere Aufgabe vor sich. Foto: imago/Jan Huebner

Der 1. FC Köln zwischen Bundesliga-Himmel und Zweitliga-Hölle: Mit allen Mitteln will man in der kommenden Saison einen neuerlichen Abstieg verhindern. Wie schwer das wird, zeigt ein Blick in die Statistik.

Die teils hitzigen Diskussionen hinter den Kulissen über das Für und Wider eines Verkaufs von Said El Maler machen eins deutlich: Seit der Rettung vor dem vorletzten Spieltag geht es beim 1. FC Köln nur um eins, nämlich den Klassenerhalt im nächsten Jahr. 

„Das erste Ziel muss für den 1. FC Köln in jeder Saison sein, in der Bundesliga zu bleiben. Da ist es erst einmal egal, ob auf Platz 7 oder 15“, hatte Sportchef Thomas Kessler schon in seiner Saisonanalyse vor dem letzten Heimspiel gegen Heidenheim deutlich gemacht.

Kaderumbau gleicht Operation am offenen Herzen

Auch bei der Vorstellung von René Wagner als Chefcoach wurde deutlich, dass allen klar ist, dass auch die nächste Saison alles andere als ein Selbstläufer wird. Der Umbau des Kaders nach der Aufstiegssaison gleicht einer Operation am offenen Herzen, der FC muss vom Start weg konkurrenzfähig sein. 

Denn die alte Binsenweisheit, dass das zweite Jahr immer das schwerste ist, bewiesen gerade wieder vom FC St. Pauli, aber auch von Bielefeld 2022 oder Stuttgart und Hannover 2019. Von 62 Aufsteigern seit der Jahrtausendwende kamen nur 28 ins dritte Jahr, eine Quote von 45 Prozent. Auch der FC ist in dieser Frage ein gebranntes Kind, war er doch der erste Leidtragende dieser Statistik: Nachdem man im Jahr 2000 unter Ewald Lienen in die Bundesliga zurückgekehrt war und als Aufsteiger eine fulminante Saison hinlegte, ging es 2002 direkt zurück in die Zweitklassigkeit.

Für den FC spricht allerdings, dass es in diesem Jahr drei Aufsteiger gibt, die alle über einen deutlich niedrigeren Etat verfügen dürften, darunter neben dem FC Schalke mit der Spielvereinigung Elversberg und dem SC Paderborn zwei vergleichsweise kleine Clubs. Allerdings kann der Rückenwind des Vorjahreserfolgs einen Schub geben, davon profitierte der FC in der Vorsaison. 

1. FC Köln muss Enttäuschungen verarbeiten

Die Kölner dagegen gingen mit einigen Enttäuschungen aus der letzten Spielzeit, dazu droht weiter der Verlust von Leistungsträgern wie Jakub Kaminski und eben El Mala. Viel Arbeit also für Sportchef Kessler, Kaderplaner Tim Steidten und Chefcoach Wagner.

Zur Wahrheit gehört allerdings einerseits, dass es deutlich mehr Clubs gleich im ersten Jahr wieder erwischt. Und andererseits, dass man erst nach vier Jahren Bundesliga-Zugehörigkeit davon sprechen kann, dass man sich dauerhaft etabliert hat. Und damit die Wahrscheinlichkeit deutlich steigt, wie Mainz, Augsburg, Union oder Freiburg, sich dauerhaft einen Platz in der Bundesliga zu erkämpfen.

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