Der 1. FC Köln steht vor dem größten Transfersommer seiner Vereinsgeschichte – und das nicht nur wegen Said El Mala. Die Verantwortlichen müssen mit Summen hantieren, die es am Geißbockheim noch nie gegeben hat.
Der Sommer 2026 wird in die Geschichtsbücher des 1. FC Köln eingehen. Zumindest würde alles andere überraschen. Denn beim FC dürften in den kommenden drei Monaten bis zum Schluss des Transfermarktes am 1. September so viel Geld wie noch nie fließen – womöglich in beide Richtungen.
Jahrelang schien das große Geld aus dem Transferboom am FC vorbei zu gehen. Kein großer Verkauf, kein großer Kauf. Weder hatten die Geißböcke interessante Spieler, für die andere Clubs in die Vollen gingen. Noch hatte der FC das Kapital, um selbst mal einen rauszuhauen. Im vergangenen Sommer konnte der Club erstmals nach jahrelanger Dürre wieder zuschlagen, Rav van den Berg wurde so zum viertteuersten Spieler der Vereinsgeschichte.
Mehrere Transferrekorde könnten fallen
Nun könnten diverse Rekorde fallen. Allen voran natürlich wegen Said El Mala. Trotz der Absage an den FC Brentford haben Spieler wie Verein noch fast drei Monate Zeit, um den Rekordtransfer überhaupt beim FC umzusetzen. Der Wille ist von beiden Seiten da. Der Anspruch ist auf beiden Seiten hoch. Doch möglich ist es weiterhin, auch wenn der FC zunächst mit El Mala für die nächste Saison plant.
Bekanntlich ist Anthony Modeste mit 28 Mio. Euro der Rekordverkauf in der FC-Geschichte. Der Franzose wechselte 2017 nach China, als dort die Kohle noch in rauen Mengen floss. Überhaupt war 2017 das bisherige Rekordjahr der Geißböcke. Modeste ging, Jhon Cordoba kam und ist mit 17 Mio. Euro bis heute der teuerste Neuzugang der Vereinsgeschichte. Insgesamt gab der FC 2017/18 rund 40 Mio. Euro für neue Spieler aus und kassierte rund 30 Mio. Euro für Abgänge. Beide Zahlen sind bis heute unerreicht.
Der FC braucht Qualität – und Qualität kostet Geld
All diese Rekorde könnten 2026 fallen. Sollte El Mala gehen, wäre er der neue Rekordverkauf. Automatisch würde der FC insgesamt in einem Transfersommer so viel Geld einnehmen wie noch nie zuvor. Auf der anderen Seite hat der FC schon jetzt neun Mio. Euro ausgegeben (für Kaminski und Krauß), ohne einen einzigen Spieler verpflichtet zu haben. Sollte Simpson-Pusey ebenfalls bleiben, stünden die Ausgaben schon bei knapp unter 20 Mio. Euro, ohne dass ein einziger Neuzugang beim FC aufgeschlagen hätte.
Der FC aber muss, El Mala hin oder her, auf zahlreichen Positionen nachlegen. Sollte Huseinbasic auch noch gehen, hätte Köln schon acht Spieler abgegeben, ohne eine einzige Position wieder gefüllt zu haben. Der FC sucht zudem gerade in der Spitze Qualität, und diese Qualität kostet Geld. Daher könnte selbst ohne El Mala ein Rekordsommer folgen, schließlich ist auch ein Kaminski-Verkauf möglich dank Ausstiegsklausel. Auch dieses Geld würde wieder in den Kader gesteckt werden.
Vor zwei Jahren kaum vorstellbare Dimensionen
Dem FC steht also ein finanzintensiver und transferintensiver Sommer bevor. Die Personalsituation ist kompliziert – wegen El Mala, wegen Kaminski, wegen Simpson-Pusey und wegen den davon abhängigen finanziellen Rahmenbedingungen für die weiteren Transfers. Sportchef Thomas Kessler muss mit so viel Geld jonglieren wie kein Sportchef vor ihm. Oder besser: Er darf mit so viel Geld jonglieren. Denn dass der FC in dieser Situation steckt, wäre vor zwei Jahren nach dem erneuten Abstieg 2024 kaum vorstellbar gewesen.








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