Der 1. FC Köln ist sich eines zentralen Schwachpunkts im Kader bewusst: Es mangelt an guten Kopfballspielern. Bei der Suche nach einer Verstärkung in der Innenverteidigung neben Jahmai Simpson-Pusey ist das Grundvoraussetzung.
Die Suche nach Verstärkungen für die Bundesliga läuft beim 1. FC Köln auf Hochtouren. Nach den ersten Personalentscheidungen wird immer deutlicher, wo der größte Handlungsbedarf liegt: in der Defensive. Genauer gesagt: in der Innenverteidigung. Dort sucht der FC die neuen „Herren der Lüfte“. Abwehrspieler, die nicht nur das Spiel eröffnen, sondern auch in beiden Strafräumen Präsenz ausstrahlen. Einen wie einst Jeff Chabot.
Oder wie Aboucadarr Kinteh von Tromsö IL, dessen Transfer nach dem geplatzten El-Mala-Deal mangels Finanzierung zurückgestellt werden musste. Und der wohl jetzt – genau wie vorher Silas Andersen für die Sechs – wieder vom Markt ist. Denn der saudische Klub Al Ahli soll die angekündigte Sechs-Millionen-Offerte der Kölner überboten und für 6,4 Millionen Euro den Zuschlag bekommen haben. Gambias Nationalspieler soll einen Vertrag bis 2031 unterschreiben und Tromsö eine Rekordablöse in die Kasse spülen.
Mit Cenk Özkacar und Eric Martel verliert der FC gleich zwei Spieler, die im Kopfballspiel zu den stärksten Akteuren des Kaders gehörten – und doch bei offensiven Standards praktisch nie in Erscheinung traten. Gerade in der jetzigen Phase der Fußball-Entwicklung, in der der FC Arsenal dank seiner Standards die Premier League gewann und ins Champions-League-Finale einzog, sind Sportchef Thomas Kessler und Kaderplaner Tim Steidten gefordert, diese Kölner Schwäche zu beheben.
Simpson-Pusey: Abwehrchef mit Stärken am Boden
Und da richtet sich das Augenmerk nicht nur auf Stürmer, sondern auch auf die Abwehrspieler. Kein einziger Verteidiger traf in der letzten Saison für den FC in der Bundesliga. Eine blamable Statistik. Fest steht nun, wer künftig das Zentrum der Abwehr anführen soll: Jahmai Simpson-Pusey. Der englische U-Nationalspieler wurde in dieser Woche für rund fünf Millionen Euro fest verpflichtet und soll als neuer Abwehrchef den Defensivverbund von René Wagner organisieren. Intern gilt der 19-Jährige als gesetzt.
Spannend wird dagegen die Rolle von Rav van den Berg. Der Niederländer steht nach seiner ersten Saison in Köln vor einer richtungsweisenden Spielzeit. Nach GEISSBLOG-Informationen haben die Verantwortlichen deutlich gemacht, dass sie sich künftig mehr vom Innenverteidiger erwarten. Die Ausgangslage ist kompliziert: Simpson-Pusey und van den Berg werden nach aktuellem Stand nicht als künftiges Innenverteidiger-Duo einer Viererkette eingeplant. Simpson-Pusey ist für die rechte Position im Zentrum gesetzt, während für die linke Seite ein weiterer Innenverteidiger gesucht wird.
Und das Anforderungsprofil ist klar definiert: Der FC fahndet nach einem spielstarken Linksfuß mit Präsenz im Kopfballspiel. Ein Verteidiger, der das Aufbauspiel bereichert, aber gleichzeitig die Schwächen bei Standards und hohen Bällen behebt. Genau dort sehen die Kölner nach den Abgängen Handlungsbedarf.
Skhiri und Özcan auch keine „Ungeheuer“
Zumal auch im defensiven Mittelfeld weder Tom Krauß noch Isak Johannesson über ein nennenswertes Kopfballspiel verfügen. Auch die beiden gehandelten Ex-Kölner Salih Özcan und Ellyes Skhiri sind nicht als „Kopfball-Ungeheuer“ bekannt. Kessler und Steidten suchen nach mehr Wucht, nach mehr Gefahr in der Luft.
Auch die jungen Innenverteidiger spielen in diesen Überlegungen eine Rolle, aber keine tragende: Julian Pauli kommt aus Dresden zurück, dürfte nach seinem Jahr in der 2. Bundesliga aber noch Zeit benötigen, um sich dauerhaft auf Bundesliga-Niveau zu etablieren. Elias Bakatukanda werden intern gute Entwicklungsschritte attestiert. Zudem bringt der Abwehrspieler mit seiner Größe und Schnelligkeit zusätzliche Qualitäten mit. Aber auch er wird Zeit brauchen.
Die Tendenz ist daher eindeutig: Mit Simpson-Pusey steht der neue Abwehrchef fest, daneben soll ein weiterer Stammspieler verpflichtet werden. Der FC sucht nicht einfach nur einen Innenverteidiger. Die Kölner suchen neue Herren der Lüfte.







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