In vier Tagen schließt das Transferfenster. Die angekündigten weiteren Verpflichtungen des 1. FC Köln lassen bislang auf sich warten. Trainer René Wagner ist mit dem Kader schon jetzt zufrieden und hätte keine Bedenken, die Saison mit dem aktuellen Aufgebot zu bestreiten.
Von anderthalb offenen Kaderstellen hatte René Wagner vor dem Pokalspiel in Würzburg gesprochen. Und an dieser Situation hat sich vor dem Bundesliga-Auftakt des 1. FC Köln gegen die TSG Hoffenheim (Samstag, 15.30 Uhr) nichts verändert. Eine Verstärkung für die Offensive, vorzugsweise Mikey Moore, und ein weiterer Linksverteidiger sollen kommen – wer davon die halbe offene Position ist, sei mal dahingestellt.
„Wir haben noch ein bisschen Zeit. Es ist völlig normal, dass du in dieser Woche die eine oder andere Personalie hast, mit der du intensiver im Austausch bist“, sagte Sportchef Thomas Kessler am Mittwochabend beim „Fußballgipfel“ der Rheinischen Post in Düsseldorf.
„Wenn noch Spieler dazukommen, freuen wir uns“
Moore glänzte parallel im Ligapokal mit Tottenham gegen Charlton, erzielte ein Traumtor (der GEISSBLOG berichtete). Kessler allerdings schwieg weiterhin zum Kölner Interesse am 19-jährigen Offensiv-Allrounder: „Solange er nicht unser Spieler ist, möchte ich ungern über ihn sprechen.“
Am Samstag gegen Hoffenheim muss Wagner definitiv mit dem bisherigen Kader auskommen. Und geht es nach dem FC-Trainer, müsste sich auch niemand sorgen, falls gar kein weiterer Neuzugang hinzukäme. „Der Kader, der da ist, ist für die Bundesliga tauglich – mit dem werden wir in die Saison gehen“, betonte Wagner bei der Pressekonferenz am Donnerstag.
„Wenn wir noch ein oder zwei Spieler dazubekommen, dann freuen wir uns“, ergänzte er. „Aber generell haben wir eine Mannschaft, die uns dazu verhelfen wird, in der Liga zu bleiben. Davon sind wir fest überzeugt, das wird ein Spiel in Würzburg nicht verändern.“ Trotz des dürftigen Pokal-Auftritts versicherte der 38-Jährige: „Wir haben die klare Überzeugung, dass wir mit dieser Mannschaft die Klasse halten werden.“
Platz elf in der Marktwert-Tabelle
Vertraut man auf die Zahlen von Transfermarkt.de hat Wagner mit seiner Aussage zur Tauglichkeit recht. Auf 135,90 Millionen Euro wird der Kölner Kader aktuell geschätzt – das macht immerhin Platz elf in der Marktwert-Tabelle. Im Vergleich zum September des vergangenen Jahres, nach Schließung des Wechselfensters, hat der Wert um 75,5 Prozent zugenommen. Damals war der FC mit dem 14. wertvollsten Aufgebot in die Saison gestartet. Wobei ein Großteil des Zugewinns natürlich auf das Konto von Said El Mala geht.
Die laufende Transferperiode konnte den Kaderwert derweil bislang nicht steigern. Insbesondere durch die Verluste von Jakub Kaminski und Eric Martel ist die Schätzung seit dem 1. Juli um zwölf Prozent gesunken. Für einige Zweifel an der Bundesliga-Tauglichkeit des Kaders sorgten in dieser Woche aber weniger solche Zahlenspiele als der Pokal-Auftritt in Würzburg, bei dem der FC lange Zeit einem Rückstand hinterherlief und ideenlos agierte.
Pokal-Auftritt für Wagner und Kessler kein Warnschuss
Laut Wagner dient die Partie beim Drittligisten nicht als Warnung für die Bundesliga. „Wir wollen uns gegen eine Mannschaft, die im tiefen Block steht, noch mehr Chancen erarbeiten, darüber haben wir in dieser Woche gesprochen. Das Spiel am Samstag wird aber ein ganz anderes sein, da werden andere Attribute wichtig für uns sein“, sagte der Trainer im Rück- und Vorausblick.
Thomas Kessler erklärte bereits direkt im Anschluss an den duseligen 2:1-Sieg in Würzburg: „Die Bundesliga wird komplett andere Voraussetzungen haben. Wir werden einen anderen Matchplan haben und wissen, dass wir mit der TSG einen Gegner zu Gast haben, der in seinen Abläufen schon sehr weit ist und sich in meinen Augen sehr gut verstärkt hat.“
Der Sportchef erwartet „einen schwierigen Auftakt“ für den FC. Definitiv wird es die erste echte Bewährungsprobe für den neuen Kölner Kader. Anschließend hat das Transferfenster für letzte Korrekturen und Ergänzungen noch drei Tage geöffnet.








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