Nach Plettenbergs „Scheinheilig“-Vorwurf: Kessler teilt intimen El-Mala-Moment

Said El Mala war auf den Leinwänden in Köln präsent. (Foto: Bucco)
Said El Mala war auf den Leinwänden in Köln präsent. (Foto: Bucco)

Transfer-Experte Florian Plettenberg hat dem 1. FC Köln „scheinheiliges“ Verhalten bei Said El Mala unterstellt. Thomas Kessler teilte daraufhin einen besonderen Moment mit der Familie des FC-Stars.

Die Fans des 1. FC Köln und der Club selbst freuen sich: Said El Mala bleibt bei den Geißböcken und hat seinen Vertrag noch einmal verlängert. Transfer-Experte Florian Plettenberg jedoch findet den Jubel und die Inszenierung mit der Rückennummer 10 und Lukas Podolski als Gratulant offenbar zu viel des Guten.

Im Sport1-Doppelpass redete sich „Plettigoal“ am Sonntag in Rage. „Ich liebe die Kölner, aber die sollen mir aufhören mit dieser scheinheiligen Said-El-Mala-Nummer. Die Kölner wären die Ersten gewesen, die El Mala für 50 Millionen nach Brentford zu verkaufen“, sagte der Reporter. „Nur, weil El Mala und die Mutter gesagt haben, nach Brentford wollen wir nicht, ist der da geblieben. Jetzt wird er glorifiziert, als wäre er der neue Poldi.“

Kessler: „Haben in Köln lange danach gelechzt“

Was Plettenberg dabei offenbar vergaß: Der FC feierte nicht, weil man nie vorgehabt hatte, El Mala zu verkaufen. Die Geißböcke hatten immer offen erklärt, dass man dem Spieler bei einem finanziell wertigen Angebot keine Steine in den Weg legen würde. Der FC war auch nicht so naiv zu erklären, der Spieler sei ausschließlich aus Liebe zum Club geblieben. Der FC feierte, weil man gemeinsam entschieden hatte, den Weg noch ein Jahr weiterzugehen, und weil man den Spieler mit der fraglos größten Strahlkraft seit Lukas Podolski trotzdem gehalten hatte – im Paket mit einem neuen Vertrag ohne jede Ausstiegsklausel.

Genau das unterstrich Sportchef Thomas Kessler daraufhin in einem Auftritt bei Bild TV. „Wir haben hier in Köln lange danach gelechzt, wieder einen Spieler zu haben, der nicht nur regional, sondern überregional in aller Munde ist“, sagte der 40-Jährige. „Wir wissen, was wir aneinander haben. Aber dafür muss man auch ehrlich und transparent miteinander sprechen. Die Beziehung zwischen seiner Familie mit dem FC ist eine besondere.“

Bei einer Personalie wie ihm muss man in mehreren Szenarien planen, das liegt auf der Hand

Thomas Kessler über Said El Mala

Dies unterstrich Kölns Sportchef mit einer Anekdote: „Umso schöner war es, dass wir hier in meinem Büro dann gemeinsam gesessen und uns die Veröffentlichung des Videos zusammen live angeschaut haben. Das war ein sehr schöner, intimer Augenblick und zeigte, dass wir uns hier gegenseitig vertrauen.“ Bereits am Freitag hatte René Wagner verraten, dass El Mala seinen Cheftrainer zur Vertragsunterzeichnung eingeladen hatte – eine in der Branche seltene Geste.

Freude über einen ungewöhnlichen Vorgang

Kessler machte auch klar, dass der FC keineswegs immer nur an einen Verbleib gedacht habe. „Said ist ein extrem wichtiger Spieler für uns. Bei einer Personalie wie ihm muss man in mehreren Szenarien planen, das liegt auf der Hand“, sagte Kessler. „Natürlich waren wir sehr lange und intensiv im Austausch mit ihm und seiner Familie, und natürlich war auch eine Verlängerung immer Thema. Es ist völlig legitim, dass ein junger Spieler sich Gedanken macht und sich alles anhört. Aber wenn wir eine Entscheidung treffen, dass aus voller Überzeugung – wir als Club, aber auch der Spieler.“ Und so war die Freude über den Verbleib des Spielers in Köln keineswegs scheinheilig, sondern Ausdruck eines für die Branche inzwischen überaus ungewöhnlichen Vorgangs.

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