„Das ist einzigartig“: Startet Pokal-Experte dank neuer Rolle durch?

Isak Johannesson jubelt in Würzburg. (Foto: IMAGO / HMB-Media)
Isak Johannesson jubelt in Würzburg. (Foto: IMAGO / HMB-Media)

Isak Johannesson ist der Pokal-Spezialist des 1. FC Köln. Im vergangenen Jahr traf der Mittelfeldspieler in Regensburg, nun rettete er die Geißböcke mit zwei Treffern in Würzburg. Diesmal soll eine starke Bundesliga-Saison folgen – womöglich in einer neuen Rolle.

Wenn der 1. FC Köln im DFB-Pokal in Not gerät, ist er zur Stelle: Isak Johannesson bewahrte den 1. FC Köln mit einem Doppelpack vor dem Erstrunden-Aus bei den Würzburger Kickers. Schon im vergangenen Jahr, beim duseligen 2:1-Sieg in Regensburg, war er mit einem Tor in der achten Minute der Nachspielzeit der entscheidende Mann gewesen.

„Ich weiß nicht, was das mit dem Pokal bei mir ist“, lachte Johannesson nach dem Comeback-Erfolg am Montagabend. Was er wusste: „Ich bin sehr glücklich, dass ich der Mannschaft mit den beiden Toren helfen konnte. Die erste Runde im Pokal ist immer schwer, so war es auch letztes Jahr in Regensburg. Das Wichtigste ist, in die nächste Runde zu kommen.“

Wagner stellt um, Johannesson liefert

Nach dem 0:1-Rückstand zur Pause markierte Johannesson zunächst nach einer unfreiwilligen Vorlage von Ragnar Ache den Ausgleich. Den 2:1-Siegtreffer legte ihm nach dem besten Kölner Angriff des Abends dann Linton Maina auf. „Isak hat einen hervorragenden Tag gehabt. Es kann so weitergehen, gerne mehr davon“, freute sich Kapitän Marvin Schwäbe.

René Wagner musste aufgrund des Ausgleichstreffers etwas schmunzeln: „Das erste Tor muss ich noch mal sehen. Ich bin mir nicht ganz sicher, ob das gewollt war.“ Das 2:1, bei dem der 23-Jährige maßgenau zielte und mithilfe des Innenpfostens traf, war hingegen exakt so gewollt. „Das zweite Tor war top“, lobte der FC-Trainer, der beim Jubeln fast wegrutschte.

Er hat ein Volumen, das ist einzigartig.

René Wagner über Johannesson

Johannesson gehörte bereits im ersten Abschnitt zu den engagierteren FC-Profis. Dass er nach dem Seitenwechsel auch torgefährlich wurde, lag an einer Anpassung Wagners. „Isak war in der ersten Halbzeit etwas defensiver und sollte die Bälle verteilen. Dann haben wir in der Halbzeit umgestellt“, berichtete Sportchef Thomas Kessler: „Er konnte offensiver stehen und dort in die Aktionen kommen. Beim ersten Tor wäre er dort nicht gewesen, wenn er defensiver gestanden hätte. Beim zweiten Tor haben wir es sehr gut ausgespielt und er hat sehr gut abgeschlossen.“ Die Man-of-the-match-Trophäe, die Johannesson wenig überraschend erhielt, habe er sich „wirklich verdient“.

Bemerkenswert: Mit seinem Doppelpack in Würzburg hat der Ex-Düsseldorfer schon jetzt so viele Pflichtspieltreffer erzielt wie in der kompletten Vorsaison. In seinem ersten FC-Jahr war Johannesson, den sich die Geißböcke rund fünf Millionen Euro kosten ließen, nur noch ein weiteres Tor gelungen – am dritten Spieltag in Wolfsburg. In der 2. Liga hatte er für Fortuna zuvor elfmal getroffen.

Wagner sieht Johannesson „weiter vorne“

In seiner zweiten Bundesliga-Saison soll auch im Oberhaus der Knoten platzen – womöglich wie in der zweiten Hälfte in Würzburg als Zehner und nicht als Teil der Doppelsechs. „Wir sehen Isak ein bisschen weiter vorne, damit er gefährlicher werden kann in der Box“, ließ Wagner durchblicken, dass Johannesson die offensivere Position beibehalten könnte.

„Ich freue mich, dass er in so einer Zwischenrolle besser Fuß fasst“, ergänzte der FC-Trainer und wünschte sich: „Er soll sich nicht nur den Ball abholen und versuchen, das Spiel aufzubauen, sondern merken, dass er mit viel Tempo in die Box nachziehen kann.“ Zumal Johannesson das Zeug hat, zu den laufstärksten Akteuren der Liga zu gehören. „Er hat ein Volumen, das ist einzigartig“, lobte Wagner.

Die Man-of-the-match-Auszeichnung aus Würzburg soll nicht seine letzte bleiben. Wohin die Trophäe kommt, konnte Johannesson am Montagabend aber noch ebenso wenig beantworten wie die Frage, warum er Kölns Pokal-Experte ist. Wobei ihm schon ein Ehrenplatz in den Sinn kam: „Vielleicht ins Wohnzimmer in meinem Haus in Island.“

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