FC wankt, aber fällt nicht: Doppelter Johannesson sorgt für Pokal-Sieg

Isak Johannesson bejubelt seinen Doppelpack in Würzburg. (Foto: IMAGO / Eibner)
Isak Johannesson bejubelt seinen Doppelpack in Würzburg. (Foto: IMAGO / Eibner)

Der 1. FC Köln steht in der 2. Runde des DFB-Pokals. Am Montagabend ist die Mannschaft von René Wagner bei den Würzburger Kickers mit einem blauen Auge davongekommen. Isak Johannesson sorgte mit zwei Toren für einen 2:1 (0:1)-Comeback-Sieg.

Aus der Akon Arena in Würzburg berichtet Martin Zenge

Es geht offenbar nicht ohne Drama. In der vergangenen Saison war der 1. FC Köln dem Erstrunden-Aus bei Jahn Regensburg nur durch einen späten Doppelschlag von der Schippe gesprungen. Zuvor hatten die Geißböcke sowohl in Sandhausen als auch in Osnabrück sogar in die Verlängerung gemusst. In diesem Jahr tat sich der FC bei Drittliga-Aufsteiger Würzburg ebenfalls äußerst schwer, rannte am Montagabend lange Zeit einem Rückstand hinterher. Dann kam Isak Johannesson.

Tore und Highlights

8. Minute: Der FC begann dominant, hatte gefühlt 90 Prozent Ballbesitz – und den Führungstreffer auf dem Kopf. Nach einem Eckball stieg Ragnar Ache eine Etage höher als alle anderen und zwang Kickers-Keeper Rajkovacic zu einer Glanztat. Der Torhüter, der in der Liga nur die Nummer zwei ist, musste sich ganz lang machen und nach rechts abtauchen, um den Rückstand zu verhindern.

18. Minute: Der dominante Kölner Beginn war jedoch rein gar nichts wert. Nach der ersten Drangphase des Bundesligisten war es der Underdog, der in Führung ging. Die Kickers blieben nach einem eigentlich zu weiten Eckball dran, Kraus flankte von der rechten Seite in den FC-Sechzehner, wo Chaos herrschte. Irgendwie drückte David Abrangao den Ball zum 0:1 aus Kölner Sicht über die Linie.

27. Minute: Der FC ließ sich von dem Gegentreffer durchaus beeindrucken, konnte vorerst nicht antworten. Dann setzte sich Said El Mala nach einem langen Ball gegen Eberle durch und suchte den Abschluss – Rajkovacic parierte.

45+1. Minute: Es folgte viel Leerlauf, der FC suchte vergeblich nach Ideen. Meist war es ein Ball nach links raus zu El Mala, der das Glück bringen sollte. Doch auch der 19-Jährige ist kein alleiniger Heilsbringer. In der Nachspielzeit der ersten Halbzeit vergab Marius Bülter eine der wenigen Ausgleichschancen, hob den Ball aus spitzem Winkel am Tor vorbei.

62. Minute: Auch nach dem Seitenwechsel blieb der FC zunächst ideenlos, wenig deutete auf den Ausgleich hin – doch das 1:1 fiel dennoch. El Mala setzte links gut nach, gewann den Ball an der Seitenauslinie und führte den daraus resultierenden Einwurf sofort aus. Bülter flankte ins Zentrum, wo Ache den Ball nicht richtig annehmen konnte – aber dafür war Isak Johannesson zur Stelle und traf mit links zum Ausgleich!

77. Minute: Und Johannesson wurde sogar zum Matchwinner. Er leitete den entscheidenden Angriff über rechts selbst ein, der eingewechselte Linton Maina bediente den einlaufenden Isländer wieder und Johannesson schoss mit links eiskalt ins Eck. Vom Innenpfosten prallte der Ball zum 2:1 für den FC ins Tor.

88. Minute: Die Entscheidung hätte nach einem Konter fallen können, und beinahe wäre Johannesson mit einem Hattrick zur Stelle gewesen. Maina trieb den Ball nach vorne, passte zu El Mala, der im Strafraum querlegte. Johannesson lauerte am langen Pfosten, doch Neuzugang Thijs Dallinga war vor ihm am Ball und grätschte die Kugel über die Latte.

90+3. Minute: Als alle dachten, das Spiel wäre praktisch vorbei, stockte den FC-Fans noch einmal der Atem. Nach einer Flanke von der linken Seite kam Omore per Direktabnahme aus fünf Metern zum Abschluss – und der Ball klatschte gegen den Pfosten. Riesen-Glück für den FC! So blieb es beim 2:1-Sieg.

Personal

So spielte der FC: Schwäbe – Castro-Montes, Simpson-Pusey, Lochoshvili (82. Schmied), Mensah (75. Skhiri) – Krauß, Johannesson – Bülter, Thielmann (75. Maina), El Mala (89. Okon-Engstler) – Ache (75. Dallinga)

Zur Aufstellung: Wie erwartet setzte René Wagner auf ein 4-2-3-1-System und ließ mit Luka Lochoshvili und Gideon Mensah zwei neue Gesichter starten. Im Laufe der Partie kamen mit Ellyes Skhiri, Thijs Dallinga und Paul Okon-Engstler noch drei weitere Zugänge zu ihrem FC-Debüt beziehungsweise ihrem Comeback.

Fazit

Erneut war es alles andere als ein souveräner Pokal-Auftritt, den der 1. FC Köln zum Saisonauftakt hinlegte. Fast eine ganze Halbzeit lang rannten die Geißböcke einem Rückstand hinterher. Zwischenzeitlich fiel dem FC nicht viel ein. Dann belohnte sich Johannesson für eine insgesamt gute und engagierte Leistung und seine Mannschaft für eine gute Mentalität. Die Geißböcke retteten das 2:1 über die Zeit und stehen in der 2. Runde. Diese wird am 5. September im Deutschen Fußballmuseum in Dortmund ausgelost und findet in der letzten Oktober-Woche statt.

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