Durchbruch oder Abschied? FC-Talent vor den entscheidenden Wochen

Tom Krauß und Julian Pauli im Trainingslager. (Foto: IMAGO / Beautiful Sports International)
Tom Krauß und Julian Pauli im Trainingslager. (Foto: IMAGO / Beautiful Sports International)

Beim 1. FC Köln tobt auf keiner Position der Konkurrenzkampf derart wie in der Innenverteidigung. Julian Pauli musste im Trainingslager einen Rückschlag hinnehmen. Der 21-Jährige steht nun vor entscheidenden Wochen.

Aus dem Trainingslager berichten Martin Zenge und Marc L. Merten

Als der 1. FC Köln am Freitag in Österreich das abschließende Testspiel gegen Hertha BSC bestritt, fehlten ausgerechnet zwei Eigengewächse: Elias Bakatukanda war bereits krank abgereist. Dazu wurde Julian Pauli nicht eingesetzt. Der 21-Jährige hatte noch Trainingsrückstand und absolvierte stattdessen auf dem Nebenplatz Läufe.

Während Bakatukanda ohnehin auf Leihbasis noch einmal abgegeben werden soll, um weiter Spielpraxis zu sammeln, sollte Pauli eigentlich in diesem Sommer um seinen Platz beim FC kämpfen. Doch muskuläre Probleme früh in der Vorbereitung warfen den Youngster erneut zurück. Wie schon vor einem Jahr, als er sich im Trainingslager in Bad Waltersdorf eine Bänderverletzung zuzog, kann Pauli nun erneut nicht voll angreifen.

Kessler und Pauli haben „offen gesprochen“

Dabei steht Pauli bei den Verantwortlichen eigentlich hoch im Kurs. Nach einem guten Jahr bei Dynamo Dresden waren die FC-Bosse gespannt, wie sich der Innenverteidiger in der Vorbereitung präsentieren würde. Die Realität lautet jedoch nun: Pauli hat alle drei Testspiele der Vorbereitung verpasst, zwei der bisherigen drei Wochen gar nicht oder nicht voll trainiert und dadurch auf der umkämpftesten Position des Sommers bereits Rückstand.

Thomas Kessler ist einer der großen Fürsprecher Paulis beim FC. Der Sportchef ließ am Donnerstag durchblicken, dass er sich eigentlich wünscht, Pauli würde sich durchsetzen. „Ich habe mit ihm offen gesprochen. Ich würde mir sehr wünschen, dass er es hier schafft, sich in der Vorbereitung so zu positionieren, dass er einer der ersten drei bis vier sicheren Innenverteidiger ist, um auf maximal viel Spielzeit zu kommen“, sagte der 40-Jährige.

Wenn ja, möchte ich, dass er unbedingt hier bleibt. Sollte das nicht der Fall sein, würden wir noch mal sprechen.

Thomas Kessler

Dafür aber müsste Pauli gegenüber Jahmai Simpson-Pusey, Luka Lochoshvili, Rav van den Berg oder Joel Schmied den Vorzug erhalten. Der Engländer und der Georgier wurden aber gerade erst für viel Geld verpflichtet, van den Berg soll nach seinem teuren Transfer im letzten Sommer die Kurve kriegen und Schmied präsentiert sich einmal mehr als grundsolider Part im Abwehrzentrum. Und solange Pauli körperlich zu kämpfen hat, wird sich daran kaum etwas ändern.

Daher ließ Kessler auch durchblicken, dass nicht nur Bakatukanda noch einmal verliehen werden könnte. „Es ist für Julian in seinem Alter wichtig, viel zu spielen. Er hat viel Potenzial und bringt viel mit. Jetzt hatte er aber wieder muskuläre Probleme und hinkt ein bisschen hinterher in dem Fünfkampf“, sagte Kessler. Man werde Pauli nun in den nächsten Testspielen „viel Spielzeit“ geben, um sich zeigen zu können. Doch dann, so Kessler, „werden wir uns noch mal in die Augen schauen müssen, ob er hier die Möglichkeit zu regelmäßiger Spielzeit hat. Wenn ja, möchte ich, dass er unbedingt hier bleibt. Sollte das nicht der Fall sein, würden wir noch mal sprechen.“ Klare Worte von Kessler mit einem klaren Wunsch pro Pauli – aber auch mit der klaren Erwartung, dass Pauli nun den nächsten Schritt macht.

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