Er probierte alles, musste letztlich aber ausgepumpt und ohne Torbeteiligung vom Feld: Für Said El Mala war die Pokalpartie bei den Würzburger Kickers (2:1) ein kleiner Vorgeschmack auf die Bundesliga-Saison. Die gegnerischen Spieler und Fans schießen sich auf den FC-Star ein. Hilft eine weitere Verstärkung?
Genau 5224 Tage war es am Montagabend her, dass ein Profi des 1. FC Köln die 10 auf dem Trikot trug. Mehr als 14 Jahre und drei Monate nach Lukas Podolskis letztem Auftritt für die Geißböcke lief Said El Mala erstmals mit der ruhmreichen Trikotnummer auf, die ihm am vergangenen Donnerstag im Rahmen seiner Vertragsverlängerung verliehen wurde – nach einem wochenlangen Poker um den größten Transfer der Vereinsgeschichte und einhergehend mit riesigen Werbetafeln sowie noch größerer Euphorie in der ganzen Stadt.
Zum Saisonstart hieß die wenig schillernde Realität für El Mala allerdings: Akon Arena, Würzburg. Zwar brandete auch hier Jubel auf, wenn der Kölner Shootingstar in Erscheinung trat – allerdings nur, wenn er sich in der Würzburger Defensive festdribbelte, was am Montag mehr als nur einmal passierte.
Kessler: „Natürlich werden sich die Gegner einstellen“
„Das ist völlig normal bei solch einer Atmosphäre“, erklärte FC-Sportchef Thomas Kessler im Anschluss an den 2:1-Erfolg beim Drittligisten: „Wenn ein Spieler wie Said in aller Munde ist und wahrscheinlich auch in Würzburg medial ein großes Thema war, dann freuen sich die Leute, wenn die Heimmannschaft auch mal einen Zweikampf gewinnt.“
Die Würzburger Verteidiger waren wenig überraschend heiß wie Frittenfett – sie wollten nichts lieber, als dem wohl baldigen DFB-Star die Freude am Spiel zu nehmen. Ein ums andere Mal wurde El Mala gedoppelt und musste probieren, mit dem Kopf durch die Wand zu kommen. In seiner Bilanz standen letztlich sieben Dribblings, jedoch nur ein erfolgreiches.
Mir hat der Auftritt Spaß gemacht, auch wenn er sich nicht mit einem Scorer belohnt hat.
Thomas Kessler über El Mala
El Mala erlebte einen ersten Vorgeschmack auf die nun beginnende Bundesliga-Saison: Nach seinem sagenhaften Debüt-Jahr mit 13 Treffern wird der Linksaußen auf dem Rasen künftig ähnlich im Fokus stehen wie auf dem Transfermarkt. „Natürlich werden sich die Gegner auf ihn einstellen und auch mal doppeln. Das gehört zu seiner Entwicklung dazu“, weiß Kessler, dass auf El Mala neue Hürden warten.
„Was für mich über allem steht“, betonte der Sportchef am Montagabend: „Said hat vier-, fünf- oder sechsmal im Eins-gegen-Eins versucht, sich durchzusetzen.“ Aufgeben war keine Option, El Mala rieb sich auf und hatte mit 50 Ballaktionen die meisten aller Kölner Offensivspieler. „Er bleibt nicht stehen, er hat super zurückgearbeitet“, hob Kessler zudem hervor und befand daher: „Mir hat der Auftritt Spaß gemacht, auch wenn er sich nicht mit einem Scorer belohnt hat. Man hat dennoch gesehen, wie wichtig er für unser Spiel ist.“
Löst weitere Offensiv-Verstärkung den Fokus auf El Mala?
Denn alles konnte die Würzburger Defensive nicht unterbinden. „Said hatte in der ersten Halbzeit zwei richtig gute Situationen, in denen er nach innen zieht und zum Abschluss kommt. Einmal hat er sich perfekt über außen durchgesetzt gegen zwei Leute und den Ball ins Zentrum gespielt, als Bülti einen Schritt zu spät kommt“, zählte Kessler auf und hofft, dass sich El Malas Qualität auch auf der Bundesliga-Bühne weiterhin durchsetzen wird, trotz der steigenden Gegenwehr.
Parallel arbeitet der FC-Geschäftsführer daran, die Offensive zu verstärken. Fakt ist: Kommt künftig ein ähnlich hochveranlagter Spieler wie Tottenhams Mikey Moore über die rechte Seite, können es sich die Gegner weniger erlauben, sich nur auf El Mala zu fokussieren. Je breiter der FC seine Offensive aufstellt, desto besser kann die neue Nummer 10 ihre Qualitäten ausspielen.

IMAGO / Jan Huebner)
Zumal sich am Montag auch zeigte: Ein Kampf wie in Würzburg geht nicht spurlos an El Mala vorbei. Das robuste Einsteigen der gegnerischen Verteidiger verlangte dem 19-Jährigen einiges ab. Schon auf dem Rasen hielt er sich den linken Oberschenkel, nach seiner Auswechslung in der 89. Minute wurde er auf der Bank direkt behandelt. Und nach Abpfiff führte El Malas erster Gang auf die Massageliege – damit am Samstag, beim Bundesliga-Auftakt gegen Hoffenheim, auch im RheinEnergieStadion endlich mal wieder ein Kölner mit der 10 auflaufen kann.








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