Der 1. FC Köln hat in den bisherigen drei Pflichtspielen drei unterschiedliche Gesichter gezeigt. In der Bundesliga deutet sich aber an, dass der FC viel Potenzial hat. Dieses benötigt aber noch Zeit.
Noch hat der 1. FC Köln in keinem der drei Pflichtspiele vollends überzeugen können. Bei den Würzburger Kickers ging es alleine um das Weiterkommen. Gegen die TSG Hoffenheim lieferte der FC zwar ein Spektakel in der zweiten Halbzeit ab, dies hatte sich vor der Pause aber nicht angedeutet. Beim VfB Stuttgart waren die Geißböcke dagegen bis auf 15 sehr gute Minuten chancenlos.
Dennoch: Gerade diese 15 Minuten in Stuttgart waren der Grund, weshalb Sportchef Thomas Kessler und Cheftrainer René Wagner die Mannschaft lobten. Keine harte Kritik für die durchaus vielen Fehler. Der Fokus sollte auf der Reaktion liegen, die das Team nach der Pause gezeigt hatte. Denn die spielerisch klare Verbesserung in der zweiten Halbzeit soll der Gradmesser für die gesamte Saison sein.
FC zwischen verpasster Kontrolle und gutem Risiko
In allen drei Partien, auch in Würzburg, fiel auf: Wagner wollte mit seiner Mannschaft zunächst versuchen das Spiel zu kontrollieren. Wenig Risiko, wenig Offensivdrang, dafür der Versuch von Struktur und wenig Raum für den Gegner. In Würzburg gelang dies, auch wenn die Kickers per Zufallstor in Führung gingen. Gegen die TSG misslang der Plan nach guten Anfangsminuten. Und in Stuttgart ging die Idee komplett in die Hose – einzig der VfB ließ den FC lebendig.
Dreimal gingen die Geißböcke mit 0:1 in die Pause. Dreimal kamen sie deutlich stärker aus der Kabine. Mehr Risiko im Passspiel, bessere Raumaufteilungen, aggressivere Jagd auf zweite Bälle, ein direkterer Weg zum Tor: So will Wagner seine Mannschaft eigentlich sehen. Doch es scheint, als halte er sie in der ersten Halbzeit bislang jeweils noch zurück.
Drei Gegner mit mindestens ähnlichen Problemen
Dabei haben zumindest die beiden Bundesliga-Spiele gezeigt: Das wahre Gesicht des 1. FC Köln in der Saison 2026/27 kann sehr wohl aus einem offensiven, aggressiven Fußball bestehen. Gerade, wenn Said El Mala und Mikey Moore sich gefunden haben, wenn Thijs Dallinga fit ist und wenn Ellyes Skhiri das Zentrum im Mittelfeld nicht erst in der zweiten Halbzeit, sondern von Beginn an lenken darf und kann.
Noch ist dieses wahre Gesicht, oder besser gesagt: das mögliche Gesicht des 1. FC Köln Stückwerk. Noch passt nicht alles zusammen. Die Abwehr macht zu viele Fehler, das Mittelfeld ist noch nicht eingespielt, die Offensive genauso wenig. Deshalb braucht der FC noch Zeit. Da trifft es sich gut, dass die nächsten drei Gegner (Bremen, HSV, Gladbach) mindestens genauso so große Probleme mit einem spät zusammengestellten Kader haben.
Das Potenzial beim FC ist vorhanden
Keiner der drei Gegner ist eingespielt, überall gibt es Lücken, der Motor stockt. Auch die Konkurrenz sucht noch nach dem wahren Gesicht. Bremen hat es womöglich gegen Leipzig gefunden. Der HSV und Gladbach hingegen rätseln noch. Der FC tut daher womöglich gut dran, die Spieler an die guten Momente in den bisherigen Spielen zu erinnern, ihnen zu zeigen, was sie können, wenn sie sich auf ihre Stärken besinnen. Das Potenzial ist da. Jetzt muss es gehoben werden.








Hier kannst du über den 1. FC Köln diskutieren und dich mit anderen Usern austauschen. Bitte beachte dabei die Spielregeln in unserer Netiquette! Du findest sie hier und kannst sie jederzeit nachlesen. Viel Spaß!