Luca Waldschmidt drängt zurück in den Kader des 1. FC Köln. Vor dem Auswärtsspiel bei seinem früheren Club Hamburger SV hat der Ex-Nationalspieler über seine Nicht-Nominierung gegen Werder Bremen gesprochen.
Mit dem Wochenstart am Dienstagnachmittag ging beim 1. FC Köln auch der Kampf um die Kaderplätze in eine neue Runde. Luca Waldschmidt gehörte beim 1:1 gegen Bremen zu dem Quartett, das von René Wagner nicht berücksichtigt wurde – und will am Samstagnachmittag (15.30 Uhr) in Hamburg unbedingt wieder dabei sein.
In der neuen Episode des FC-Podcasts, aufgezeichnet drei Tage nach dem Heimspiel gegen Werder, spricht der 30-Jährige über seine Nichtberücksichtigung am Wochenende und macht keinen Hehl daraus: „Das fühlt sich für mich scheiße an.“
Waldschmidt: „Jetzt wird es Zeit“
Waldschmidt, bester Torschütze in der Saisonvorbereitung, hatte nach der Generalprobe in Paderborn aufgrund von muskulären Problemen wochenlang kürzertreten müssen und wartet daher noch auf sein erstes Pflichtspiel. „Ich bin ein bisschen länger als eine Woche wieder im Mannschaftstraining – ich fühle mich gut“, sagt der Offensivakteur. Konditionell habe er „nichts verloren“, nur fußballspezifisch habe er nicht trainieren können. „Ich bin fit und froh, wieder mit den Jungs auf dem Platz zu sein. Jetzt wird es Zeit: nicht nur Trainingsplatz, sondern auch Stadion.“
Die Zwangspause habe ihn „maximal“ genervt. „Das Timing war blöd. Es war der letzte Test vor Saisonstart, bis dahin lief es gut.“ Am Samstag vor dem Heimspiel gegen Werder habe René Wagner ihn dann per WhatsApp ins Trainerbüro bestellt und ihm sein Kader-Aus mitgeteilt. Nach dem Spiel erklärte der FC-Coach: „Luca kommt aus einer Verletzung, für ihn hat es noch nicht gereicht.“
Jetzt haben wir wieder eine neue Trainingswoche, gehen in Richtung Hamburg. Ich hoffe, dass ich dann wieder dabei bin.
Luca Waldschmidt
Der Spieler hatte da naturgemäß eine andere Meinung. „Wir haben darüber gesprochen. Das ist auf einer guten Ebene, jeder hat seine Position und seine Gedanken. Die tauschen wir aus“, gibt Waldschmidt Einblicke in sein Gespräch mit Wagner. „Dann war die Entscheidung am Samstag so. Das hat mir natürlich wehgetan, weil ich sehr gerne schon dabei gewesen wäre. Ich glaube, dass ich meinen Impact immer reinbringen kann.“
Ansonsten hätte er das Wagner mitgeteilt. „Wenn ich das Gefühl nicht hätte, hätte ich gesagt: Ich fühle mich noch nicht gut, es reicht nicht.“ Nun wandert sein Blick nach vorne: „Jetzt haben wir wieder eine neue Trainingswoche, gehen in Richtung Hamburg. Ich hoffe, dass ich dann wieder dabei bin.“
Nach Kader-Aus: FC-Trio zeigt im Training auf
Am Dienstag betrieb Waldschmidt direkt mal Eigenwerbung, schweißte den Ball im Trainingsspiel mit seinem starken linken Fuß ins lange Eck. Wobei auch die anderen Reservisten aufzeigen konnten. Reigan Heskey war nach seinem Einsatz für die U21 lediglich eine halbe Stunde dabei, doch Imad Rondic mit einem Ballklau gegen Said El Mala und Rav van den Berg mit einem spektakulären Block hatten jeweils Szenen, die in Erinnerung blieben.
Waldschmidt lässt sich von seinem Kader-Aus ohnehin nicht aus der Ruhe bringen, musste in seiner Karriere schon mit ganz anderen Tiefschlägen umgehen. Ein besonders „tougher Sommer“ sei jener nach dem Abstieg mit dem FC gewesen, erzählt er im Podcast. Der siebenfache Nationalspieler war zunächst nur vom VfL Wolfsburg nach Köln ausgeliehen, entschied sich jedoch für einen Verbleib.
„Bei jedem anderen Vereine wäre ich weg gewesen“
Er habe durchaus mit sich ringen müssen. Die 2. Liga habe ich wie ein „krasser Abstieg“ angefühlt. „Ich habe lange gesagt: Das fällt mir brutal schwer. Um ehrlich zu sein, bei jedem anderen Verein wäre es für mich keine Frage gewesen: Okay, ich bin weg.“ Anders beim FC. „Ich habe gemerkt, mich halten hier noch andere Sachen. Mir liegt etwas an diesem Verein.“
Nach drei Jahren sind die Geißböcke nun der Verein, für den Waldschmidt die meisten Spiele seiner Karriere absolviert hat. Nach bislang 83 Einsätzen sollen weitere hinzukommen – und grundsätzlich ein sorgenfreies Jahr. „Ich würde mir wünschen, dass wir eine stabile Saison spielen und man den nächsten Entwicklungsschritt sieht. Dass wir, und das gilt auch für mich, Spaß haben, wenn man auf den Platz geht – kombiniert mit dem 100-prozentigen Willen, Spiele zu gewinnen.“ Für ihn persönlich geht es zudem darum, sich für einen neuen Vertrag zu empfehlen, Waldschmidt ist nur noch bis Saisonende an den FC gebunden.







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