Nach zwei Heimsiegen in Folge reißt die Serie: Die Frauen des 1. FC Köln haben gegen den SC Freiburg mit 0:1 verloren, obwohl die Statistik klar für die Geißböcke sprach. Vor der Länderspielpause wiegt die Niederlage vor allem wegen drei Verletzungen doppelt schwer.
Gegen den SC Freiburg haben die Frauen des 1. FC Köln am Samstag ihre erste Heimniederlage der laufenden Saison kassiert. Für den dritten Sieg in Folge fehlte es den Kölnerinnen trotz klarer statistischer Überlegenheit an Spielglück. Besonders bitter: das Gegentor und drei verletzte Spielerinnen vor der Länderspielpause.
Ein einziger Moment reichte, um die Partie zu kippen. Was als simple Hereingabe von Freiburgs Carina Brunold begann, landete durch die tief stehende Sonne völlig unerwartet im Kölner Tor: Lisa Schmitz schien den Ball im Gegenlicht aus den Augen zu verlieren, der im hohen Bogen unter dem Lattenkreuz einschlug. Für die Mannschaft von Britta Carlson bedeutete dieser eine Moment die Entscheidung in einem Spiel, in dem der FC sonst tonangebend war.
Keine Reaktion in der zweiten Halbzeit
11:6 Torschüsse, 62 Prozent Ballbesitz, 4:1 Ecken – nach dem Rückstand änderte sich an der statistischen Überlegenheit zunächst wenig. An einer entscheidenden Reaktion fehlte es trotzdem. „Es hat eher an uns gelegen, dass wir nicht den Punkt hierbehalten haben, oder die Punkte“, urteilt Carlson. Besonders die Schlussphase ärgert sie: Nach einem starken, dominanten ersten Durchgang habe ihre Mannschaft im zweiten Abschnitt nicht mehr an die eigene Leistung angeknüpft.
Hinsichtlich der Chancenauswertung insgesamt bleibt Carlson bei ihrer Linie und nimmt dabei auch Pauline Bremer, die teilweise unglücklich vor dem Tor agierte, in Schutz. „Das ist eine Stürmerin, die alles probiert, da mache ich überhaupt keinen Vorwurf.“ Für die Trainerin liegt das Problem woanders. Oft sei der zweite Pfosten blank gewesen, wo eine Flanke von außen hätte ankommen können. „Es geht ja nicht nur um Bremer, es geht auch nicht nur um den vorletzten Pass“, so Carlson.
In Eins-gegen-eins-Situationen auf den Flügeln sei die Mannschaft zu häufig zu kompliziert durchs Zentrum gegangen. Auch die sonst so verlässliche Effizienz und die gefährlichen Standardsituationen hätten diesmal gefehlt, erklärt die Trainerin: „Das war gerade in der ersten Halbzeit nicht der Fall, und auch die Standards waren nicht so dominant gespielt wie sonst.“
Länderspiele als Verschnaufpause
Hinzu kommt: Langsam wird es düster, wenn man auf die Verletzungshistorie beim FC schaut. Denn gegen Freiburg traf das Pech gleich doppelt ein. Während der Partie verletzten sich Marina Hegering und Taylor Ziemer. „Bei Marina war es so, dass wir das abchecken müssen, weil da bestimmte Symptome waren, und wenn es um die Organe geht, dann gehst du lieber einmal mehr ins Krankenhaus als nicht“, erklärt Carlson.
Bei Ziemer steht die Diagnose bereits fest: „Bei Taylor ist es klar, dass es eine Gehirnerschütterung ist“, so die Trainerin. Zu den beiden gesellte sich nach Spielende noch ein dritter Ausfall: Sophie Nachtigall zog sich eine Bänderverletzung im Fuß zu. Trotz der Häufung zieht Carlson mit Blick auf die Einwechselspielerinnen ein positives Fazit: „Die Spielerinnen, die reinkommen, machen das absolut in Ordnung, dafür ist der Kader ja auch da.“ Trotzdem wird der Kader dünner und dünner.
Acht Spielerin reisen zu ihren Nationalteams
Angesichts der Verletztenlage kommt die bevorstehende Länderspielpause Carlson sicherlich gelegen. Wobei einige FC-Profis mit ihren Nationalmannschaften unterwegs sind. Nachtigall fällt wegen ihrer Verletzung für den Lehrgang der deutschen U23-Nationalmannschaft aus. Für sie rückt Carolin Elsen nach, die erstmals für diese Auswahl nominiert wird. Die Offensivspielerin hat zuletzt vier Spiele in Folge von Beginn an bestritten und ist in Topform.
Neben Elsen werden sieben weitere Kölner Spielerinnen für ihre jeweiligen Nationalteams abgestellt: Lydia Andrade (Schweiz), Dora Zeller (Ungarn), Weronika Zawistowska (Polen), Elona Paci (Kosovo), Alina Kerschbaumer (österreichische U19) sowie Lina Szaraz und Jil Schäfer (beide deutsche U19).
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