Sieht man von den besonderen Fähigkeiten eines Said El Mala ab, ist Tom Krauß aktuell womöglich der wichtigste Profi des 1. FC Köln. Gegen Union Berlin bewies er mal wieder seine Fähigkeiten als Allrounder.
René Wagner fand es verständlicherweise „schwer, einzelne Spieler herausziehen“. Nicht nur der 1. FC Köln als Ganzes, sondern auch viele Profis für sich betrachtet, zeigten beim 5:0-Sieg gegen Union Berlin die beste Leistung der jungen Saison. Und doch ragten drei Akteure hervor.
Das waren natürlich Linton Maina und Said El Mala, die sich als kongeniales Duo in der Offensive immer wieder suchten und fanden. Das war jedoch auch Tom Krauß, mit dessen Positionierung Wagner wohl nicht nur viele Fans, sondern auch den Gegner überraschte.
Außer Tor und Sturm spielt Krauß alles
Der Sechser bildete gemeinsam mit Jahmai Simpson-Pusey und Joel Schmied eine Dreierkette, fungierte aus der Tiefe heraus als Spielgestalter und stach immer wieder im richtigen Moment nach vorne. Allen voran natürlich beim Treffer zum 1:0. Ein Ballgewinn von Krauß, der glänzend antizipierte und einen Pass von Tom Rothe abfing, leitete den ersten von fünf Treffern ein.
„Tom hatte eine etwas veränderte Rolle, ist aber immer akribisch“, lobte Wagner im Anschluss. „Den Jungen kannst du gefühlt überall hinstellen, er wird immer sein Herz auf dem Platz lassen.“ Gänzlich neu war die Dreierkette ihm nicht. Krauß hatte weite Teile der Vorbereitung auf die vergangene Saison, damals noch unter Lukas Kwasniok, als Innenverteidiger bestritten und war dann auch vereinzelt auf dieser Position aufgelaufen. Später zudem als Links- und Rechtsverteidiger.
Die meisten Ballkontakte auf dem Feld
Gegen Union Berlin ging der taktische Kniff in beide Spielrichtungen auf. Mit seinen 86 Ballaktionen war Krauß ein Dreh- und Angelpunkt beim FC, kein Spieler trat häufiger in Erscheinung als er. 92 Prozent seiner 71 Pässe kamen an. Und auch im Rückwärtsgang ließ der gebürtige Leipziger nichts anbrennen. „Er hat sich da reingeknallt“, befand Wagner.
Joel Schmied, einer von Krauß‘ Nebenmännern in der Dreierkette, stimmte zu: „Tom hat es sehr gut gemacht als linker Halbverteidiger.“ Doch nicht nur die Leistung gegen Union bot Anlass zum Lob: „Tom macht eine super Entwicklung durch, ist überall einsetzbar und haut sich immer rein.“
Wenn er den Ballon d’Or gewinnt, muss er einen ausgeben.
Joel Schmied
Wie erhofft, nimmt Krauß beim FC mehr und mehr eine Chefrolle an, geht als Leistungsträger voran. Er füllt damit die Funktion aus, die vorrangig dem verletzten Rückkehrer Ellyes Skhiri zugedacht war. Wie er nun das Spiel bestimmte, ohne auf einer klassischen Spielmacherposition zu agieren, weckte fast schon leise Erinnerungen an die Omnipräsenz und Einflusskraft eines Harry Kane. Vorsichtshalber äußerte Schmied die Forderung: „Wenn er den Ballon d’Or gewinnt, muss er einen ausgeben.“ Man weiß ja nie.








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