El-Mala-Verbleib „keine sichere Sache“: Nicht nur Brighton rief bei Rewe-Boss an

Lionel Souque mit FC-Vize Ulf Sobek. (Foto: Bucco)
Lionel Souque mit FC-Vize Ulf Sobek. (Foto: Bucco)

Er selbst bezeichnet sich scherzhaft als „Obst- und Gemüsehändler“, doch als Rewe-Manager und Gremienchef ist Lionel Souque einer der mächtigsten Männer beim 1. FC Köln. Beim Buhlen um Said El Mala probierte nicht nur Brighton sein Glück bei ihm.

Nach Malek El Malas Debüttreffer in der Bundesliga erklärte Rewe das Brüderpaar des 1. FC Köln praktisch für unverkäuflich. „Manche Familienpackungen passen in keinen Einkaufswagen“, schrieb der Hauptsponsor der Geißböcke in seinem Glückwunsch-Post auf Instagram – gewiss mit einem Augenzwinkern.

Doch Lionel Souque, Vorstandsvorsitzender der Rewe Group und Aufsichtsratsvorsitzender des FC, muss solche Ansagen in der Realität offenbar des Öfteren erteilen. Im Sommer 2025 hatte Brighton-Boss Tony Bloom den Franzosen angerufen, um einen Transfer von Said El Mala auszuloten (der GEISSBLOG berichtete). Und nicht nur die Seagulls versuchten, über Souque einen Deal in die Wege zu leiten.

El Mala beim 1. FC Köln: „Keine Champions League, aber …“

„Ich kenne viele Vorstände von vielen großen Clubs in Europa. Manchmal rufen die mich an, weil sie mich privat kennen“, berichtet der Manager im Spielmacher-Podcast von Sky-Moderator Sebastian Hellmann. Er versichert: „Ich sage nur, was abgestimmt ist mit Thomas Kessler. Ich bin maximal und in wenigen Fällen ein Assistent von Thomas.“

Ein solcher Fall war der zähe El-Mala-Poker mit Borussia Dortmund. Souque auf die Frage, ob sich der BVB bei ihm gemeldet habe: „Ja klar, weil ich die kenne.“ In Dortmund ist Rewe ebenfalls langjähriger Partner, fungiert unter anderem als Trikotsponsor des Frauenteams.

Helfen konnte und wollte Souque dem BVB im Werben um El Mala natürlich nicht. „Ich habe nur bestätigt, noch mal auf dem inoffiziellen Weg, dass der offizielle Weg die Wahrheit ist und es nichts bringt, mit einem anderen Angebot zu kommen.“ Die Botschaft war eindeutig. „Unter 50 (Millionen Euro, Anm. d. Red.) gibt es keine Diskussion“, stellte der 55-Jährige gegenüber den Dortmundern klar.

Der Ausgang der Geschichte ist bekannt. Dortmund steigerte sich nach anfänglichen Witzangeboten zwar, doch FC-Sportboss Kessler lehnte sämtliche Offerten ab und verlängerte stattdessen mit El Mala bis 2031. Souque meint: „Dortmund hat sehr gute Spieler geholt, wir haben einen sehr guten Spieler behalten. Ich glaube, alle sind Sieger in der Geschichte.“

Klare Entscheidung im Gemeinsamen Ausschuss

Er selbst segnete Kesslers Entscheidungen als Teil des GA ab. „Im Gemeinsamen Ausschuss, wo sieben Leute mit darüber entscheiden, was die Geschäftsführung des FC vorschlägt, habe ich wie alle anderen auch klar entschieden, dass wir uns freuen, wenn Said bleibt“, gibt der gebürtige Pariser weitere Einblicke.

Wir haben auch die Riesenchance für die Zukunft gesehen. Vielleicht ist er viel mehr wert in ein, zwei, drei Jahren.

Lionel Souque über Said El Mala

Generell sei der Verbleib von El Mala im vergangenen Sommer jedoch keinesfalls in Stein gemeißelt gewesen. „Es war keine sichere Sache“, so Souque. „Hätte er am Ende der letzten Saison gesagt, er will unbedingt zu einem gewissen Club gehen, der Club hätte uns eine Riesensumme gegeben und es wäre wirklich sein Wunsch gewesen, dann hätte man das wahrscheinlich gemacht.“

Allerdings war nichts davon der Fall. „Die Clubs, die interessiert waren, haben viel Zeit gebraucht, um auf die Zahl zu kommen. Wir haben gemerkt, und er auch, dass es für einen jungen Spieler vielleicht Sinn macht, noch mal ein, zwei Jahre beim FC zu bleiben.“ Hier sei El Mala Stammspieler und habe seine Familie um sich. „In einem Umfeld, das er kennt und wo er sich wohlfühlt, mit einer riesigen Begeisterung in der Stadt“, zählt der Rewe-Boss weitere Vorzüge auf. El Mala habe realisiert: „Wir spielen zwar keine Champions League, aber es ist für seine Entwicklung eine sehr positive Sache.“

Neue Schmerzgrenze des 1. FC Köln? „Gibt keine Summe“

Und wie bewertet der Top-Manager den ausgebliebenen Verkauf aus Vereinssicht? „Klar kann man sagen, es gibt immer Risiko. Ein Spieler kann sich verletzen oder die erste gute Saison nicht wiederholen. Aber wir haben auch die Riesenchance für die Zukunft gesehen. Vielleicht ist er viel mehr wert in ein, zwei, drei Jahren. Aber besonders, weil sicher ist, dass er uns definitiv jetzt sportlich hilft.“

Bei welcher Ablöse der FC künftig ins Grübeln kommen könnte, will Souque nicht prophezeien. Der Zeitpunkt sei entscheidend und ohnehin gelte: „Es gibt keine Summe, jetzt ist das sowieso kein Thema. Wir werden es im Juni sehen.“ Spätestens nach Saisonende dürfte der Poker wieder so richtig Fahrt aufnehmen. Abwarten, wer sich dann beim Rewe-Chef meldet.

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